Baby: Herausforderung für die Partnerschaft

Baby: Herausforderung für die Partnerschaft


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Alle wissen es, nur redet keiner gern darüber: Ein Baby stellt die Parnterschaft auf eine harte Probe. Die Zeit zu zweit ist knapp, denn das Kind beansprucht volle Aufmerksamkeit. Nicht selten empfinden beide die Aufteilung der neuen Aufgaben als ungerecht. Und für Zärtlichkeiten ist man oft zu erschöpft. Im ersten Jahr nach der Geburt sinkt die Zahl sexueller Kontakte um 40 Prozent, so eine Studie der Universität Pennsylvania. Bleiben körperliche Nähe und das Gefühl der Geborgenheit aus, wächst die Krisengefahr für die Beziehung. „Deshalb ist es wichtig, sich bewusst Auszeiten vom Kind zu gönnen“, rät Angelika Faas. Um wieder ein liebendes Paar und nicht nur Eltern zu sein. Und um über andere Dinge reden zu können als Windeln wechseln und Haushaltsorganisation. Doch dafür braucht man Zeit. Und die sollte man sich unbedingt freischaufeln. Wer keine Freundin in der Nähe hat, die zum Babysitten kommt, muss nicht auf Hilfe verzichten. Faas: „Hebammen beispielsweise sind perfekte Netzwerker und kennen immer jemanden, der mal aufs Kind aufpassen kann.“ Auch Oma-Hilfsdienste gibt es. Und selbst die Kirchen und Jugendämter vermitteln oft stundenweise Betreuung.  Auch wer bereits in einer Krise steckt, muss nicht allein nach Auswegen suchen. Der Bund Deutscher Psychologen (BDP) bietet Anlaufstellen für die Familienbetreuung, ebenso Pro Familia. „Meist reichen ein, zwei Sitzungen, damit der Knoten platzt und die Liebe lebendig bleiben kann“, weiß Angelika Faas.Neue Netzwerke bildenDie Zeit mit dem Baby ist erfüllend. Doch der Lebensrhythmus verändert sich, und die 24-Stunden-Versorgung kostet Kraft. Eben mal shoppen gehen, Freunde treffen, Sport treiben - Fehlanzeige! 23 Prozent der Mütter wünschen sich laut Emnid-Studie mehr Zeit für Hobbys. 31 Prozent möchten Freundschaften gern besser pflegen. Die sorglosen Gefährtinnen früherer Tage rufen nur noch sporadisch an, die Besuche werden seltener. „Das muss man akzeptieren und sich neue Verbindungen suchen, am besten zu anderen Müttern“, sagt Faas. Denn im Mama-Netzwerk findet man nicht nur Babysitter, sondern auch hilfreichen Rat und Kontakte. Ideal geeignet sind Krabbelgruppen, Mutter-Kind-Gruppen oder Gymnastikkurse.  „Weil Mütter stets fürs Kind da sein möchten, gönnen sie sich viel zu selten Augenblicke, die nur ihnen gehören“, so Angelika Faas, „aber ein schlechtes Gewissen ist fehl am Platze. Glückliche Babys brauchen entspannte Mütter.“ Ideal um den Akku aufzuladen, sind Mütter-Kind-Kuren. Hier bleibt der Alltag vor der Tür, man kann sich austauschen und hat viel Zeit für sich selbst.