Bausparen und Bausparvertrag


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Bausparen

Bausparen war lange Zeit auch für Leute interessant, die gar nicht die Absicht hatten, später ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen. Beim Bausparen wurden – bisher jedenfalls – doppelt belohnt: einmal mit den Zinsen der Bausparkasse für das angesparte Guthaben, zum anderen mit der staatlichen Förderung namens Wohnungsbauprämie. Die Wohnungbauprämie, kurz WOP, liegt bei 8,8 Prozent Zins fürs angesparte Kapital, ist nach oben aber begrenzt auf maximal 45 Euro Prämienzahlung bei Alleinstehenden und bei maximal 90 Euro bei Ehepaaren Prämie pro Jahr. So war der Bausparvertrag bei kleineren Summen von 500 bis 1000 Euro pro Jahr renditestark – unabhängig davon, ob das angesparte Geld später tatsächlich in eine Immobilie gesteckt wurde oder nicht. Das ändert sich aber nun: Im Februar 2008 verkündete das Berliner Finanzministerium, dass die Wohnungsbauprämie nur noch dann gewährt werden soll, wenn das Gesparte tatsächlich in den Erwerb von Wohneigentum fließt. Das Wohnungsbaugesetz soll in diesem Sinn bald geändert werden. "Für diejenigen, die Eigentum erwerben wollen, ist das Bausparen auch weiterhin eine gute Möglichkeit, Eigenkapital anzusparen", sagt Jörg Sahr von der Finanztest-Redaktion in Berlin. Denn Häuslebauer bekommen in der Ansparphase die WOP und danach günstige Kreditzinsen. "Für Sparer ohne Kaufabsichten aber, die mit ihrem Guthaben eine gute Rendite gewinnen wollen, lohnt sich Bausparen nicht mehr, wenn die Wohnungsbauprämie wegfällt", urteilt Finanzexperte Jörg Sahr. Denn die Bausparkassen verzinsen die Guthaben zurzeit mit etwa einem Prozent Zins. Zum Vergleich: Auf Festgeldkonten gibt es zwischen drei und vier Prozent. Um an die Wohnungsbauprämie zu kommen, dürfen zudem bestimmte Obergrenzen beim Jahreseinkommen nicht überschritten werden. Bei Alleinstehenden sind es 25600 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen, bei Ehepaaren 51200 Euro im Jahr. Wer mehr verdient, geht bei der Bauförderung leer aus. Testsieger im großen Vergleich der Zeitschrift "Finanztest" (Ausgabe 11/2006) waren Signal Iduna (Tarif F 40), die Alte Leipziger (easy finanz), Badenia (Classic Finanz 06), die Huk-Coburg und der Deutsche Ring (Tarif E). Bausparen und Bausparvertrag: Fakten-Check Vorteile:
  • auf das angesparte Geld gibt es jährlich bis zu 45 Euro pro Bausparer vom Staat als Wohnungsbauprämie geschenkt,
  • Bausparkredite gibt es zu Konditionen, die jahrelang festgeschrieben sind – auch bei allgemein steigenden Zinsen.
Nachteile:
  • die Wohnungsbauprämie gibt es in Zukunft voraussichtlich nur noch, wenn das gesparte Geld tatsächlich in Wohneigentum investiert wird,
  • in Zeiten allgemein niedriger Zinsen können Bankkredite attraktiver sein.