Carlas Kolumne

Jung-Mama Carla berichtet auf familie.de über ihr Leben als Mutter und Erlebnisse mit ihrem Sohn. Diesmal geht es zum Arzt ....


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Früher ging mein altes ICH zum Arzt. Und wie das so als Kassenpatient ist, hockt man erst mal ne Weile im Wartezimmer. Als Nicht-Mum blättert man dann in Frauenzeitschriften, schaut sich die neuesten Styles und Trends an, schmökert Schminktipps und liest das Horoskop. In aller Ruhe. Bis man aufgerufen wird und endlich zum Arzt kann – wo man ja hin will. Aber man ist genervt. Weil man sooo lange – in aller Ruhe – warten muss! Als Mum sieht die Sache dann manchmal etwas anders aus, wenn Mum den Mäusemann mitnehmen muss. Denn es kann auch so laufen:

Möglichkeit a)

Der Mäusemann freut sich auf Mums Arztbesuch. Schließlich gibt es da im Wartezimmer einen Spielbereich mit gaaanz tollen Spielsachen und Büchern. Wir gehen also an den Empfang und die freundliche Arzthelferin teilt uns freudig mit, dass wir den besten Termin des Tages erwischt haben. Wir müssen heute gar nicht warten! Wir dürfen sofort ins Arztzimmer, sind wirklich gleich dran und können dann ganz schnell auch wieder gehen! Super Sache! Toll! Findet die Arzthelferin. Ich finde das die ersten 20 Sekunden auch. Doch dann äußert der Mäusi seine Meinung dazu. Er findet es nämlich überhaupt nicht in Ordnung gleich wieder zu gehen! Er hat ja schließlich noch gar nicht im Wartezimmer gespielt! Also schreit und tobt mein Schatz während wir ganz schnell ins Behandlungszimmer dürfen und wieder gehen können. Toller Plan, uns ohne warten heute dran zu nehmen. Möglichkeit b) Wir fahren zum Arzt. Im Auto fragt der Mäusi plötzlich: „Mami, hast du mein Schnuffel?!“ Hmmmm … habe ich das Schnuffeltuch eingepackt?! Ich durchwühle während des Fahrens die riesige Tasche. Kekse, feuchte Tücher, Taschentücher, Ersatzklamotten, Spielzeugautos, PixiBücher, … - aber kein Schnuffel! Was nun passiert?! Kompletter Wut-Tobsuchts-Anfall. Der Mäusemann tickt völlig aus. Alle Tricks und Ablenkungsmanöver bringen nichts. Also trage ich das wütende Kind in die Arztpraxis, um uns anzumelden. Leider versteht uns die leicht irritierte Arzthelferin nicht. Das Toben des Mäusileins ist einfach zu laut. So laut, dass selbst der Arzt mal kurz seine Behandlung unterbricht und aus Sprechzimmer 1 schaut, um zu sehen welcher Tornado hier durch seine Praxis stürmt. Auch im Wartezimmer mag der Mäusi heute nicht spielen und sich auch nicht beruhigen. Kein Gummibärchen der Welt tröstet … nein! Das Schnuffel soll her. Das weiß hier mittlerweile JEDER. Die anderen Patienten schauen entsetzt, schockiert bis hilflos. Ich bin auch mit meinem Latein am Ende. Es hilft kein Trösten, kein Schimpfen, kein Ablenken. Nichts. Der Arzt hat die rettende Idee: wir sollen nicht warten und sind natürlich vorgezogen und können gleich mit ins Behandlungszimmer. Die anderen Wartenden sind natürlich einverstanden länger zu warten – Hauptsache das brüllende Kind kann hier weg ... schnell zum Arzt rein und wieder raus. Und die Moral von der Geschicht: im Wartezimmer gemütlich Lesen, darüber beschwert man sich nicht!!




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