Die besten Plätze


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Die besten Plätze


Ein perfektes Strandvergnügen zu vorgerückter Stunde; wir sind nämlich erst kurz vor 18 Uhr losgezogen. Tagsüber ist es uns in diesem Super-Sommer zu heiß und zu belebt. Denn die Halbinsel mit dem etwas sperrigen Namen Fischland-Darß-Zingst in Mecklenburg-Vorpommern hat sich längst von einem Geheimtipp zu einem beliebten Urlaubsziel bei Familien und Naturfreunden gemausert.

Trotzdem findet hier immer noch jeder ein Plätzchen für seine Liegematte oder sein Handtuch, sogar zur Hauptsaison an den Hauptstränden der Ostseebäder. Wer dagegen einsame Strände bevorzugt, braucht nur ein Stückchen weiterziehen; der herrliche Strand zwischen Dierhagen, Darß und der „Hohen Düne“ nahe Pramort ist sage und schreibe 50 Kilometer lang.

Das optimale Vehikel, um dorthin zu gelangen, ist das Fahrrad. Eine unserer Lieblingstouren führt vom Ostseebad Zingst nach Westen, immer auf dem Deich entlang. Die rund acht Kilometer bis nach Prerow schaffen auch kleine Pedalritter problemlos. Und wer zurück nicht mehr radeln mag, steigt einfach in den Linienbus 210. Und stellt sein Rad in den Extra-Fahrradanhänger. Wie praktisch!

Als wir den Hafen von Prerow erreichen, ist Zeit für eine Pause. „Boah, schaut mal. Wie bei Tom Sawyer!“, staunt unsere Elfjährige nicht schlecht. Stimmt. Direkt vor uns legt gerade die „River Star“ ab, ein echter Schaufelrad-Dampfer. Da wird der Prerow-Strom, der die Ostseeküste mit den Boddengewässern vor dem Festland verbindet, zum Mississippi. „Können wir da mal mitfahren?“, fragt Lennert ganz aufgeregt. „Klar“, antworte ich. Aber nicht jetzt sofort.

Schließlich haben wir noch etwas anderes vor: Wir wollen zum Leuchtturm am Natureum Darßer Ort. Das ist eine Außenstelle des bekannten Stralsunder Meeresmuseums, die sehr anschaulich über die heimische Flora und Fauna informiert. Dorthin geht es nur zu Fuß, per Rad oder per Pferdekutsche, fünf Kilometer durch den schattigen Darßer Wald. Und so hat dieser Platz seinen ganz besonderen Reiz.

35 Meter hoch reckt sich der über 150 Jahre alte Leuchtturm in den Himmel. „Da will ich rauf“, ist Lennert vom Fleck weg begeistert und hopst - Mayline im Schlepptau - wieselflink die 134 Stufen hinauf. Sein Vater und ich keuchen hinterher.

Die Mühe wird belohnt: Wer hier oben die Blicke schweifen lässt, weiß, warum der Darßer Ort als einer der schönsten Plätze an der Ostsee gehandelt wird. Richtung Norden wächst er durch Sandablagerungen Stück für Stück immer weiter in die See hinein, im Süden berühren die Bäume am wilden Weststrand beinahe das Wasser. Einfach schauen und genießen.