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Bundestag beschließt Betreuungsgeld

Betreuungsgeld
Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen sollen ab August 2013 das Betreuungsgeld erhalten.

Die schwarz-gelbe Koalition hat heute das umstrittene Betreuungsgeld im Bundestag durchgesetzt. Die SPD hat Klage gegen den 'Schwachsinn' angekündigt.

9. November 2012

Für das Betreuungsgeld stimmten heute 310 Parlamentarier, dagegen 282. Ab August 2013 erhalten demnach Eltern, deren Kinder im 2. Lebensjahr sind, monatlich eine Prämie in Höhe von 100 Euro. Ab 2014 sollen auch Eltern, deren Kinder sich im 3. Lebensjahr befinden, bedacht werden. Alle erhalten dann 150 Euro für die eigenständige Betreuung, auch berufstätige Eltern. Eltern können das Geld bei den Elterngeldkassen ihrer Kommunen beantragen. Hartz-IV-Empfängern wird das Betreuungsgeld von der Gesamtleistung abgezogen.

Für das Betreuungsgeld sind im Jahr 2013 400 Millionen Euro eingeplant, für die Jahre 2014 und 2015 1,2 Milliarden Euro. Familienministerin Schröder nimmt an, dass die Kosten des Betreuungsgeld in den kommenden Jahren um 100 Millionen Euro niedriger ausfallen werden. Die Kommunen allerdings glauben an einen höheren finanziellen Aufwand.

Das Betreuungsgeld hält Kinder von frühkindlicher Bildung fern

Die SPD hat sich klar gegen die 'Herdprämie' ausgesprochen, nennt das Betreuungsgeld auch 'Fernhalteprämie', weil es verhindere, dass Kinder frühkindliche Bildung in der Kita erhalten. So die Argumentation von SPD-Vize Manuela Schwesig. Sie ist der Meinung, dass das Geld für das Betreuungsgeld besser im Kita-Ausbau aufgehoben sei. "Dieses Betreuungsgeld ist eine grundfalsche Weichenstellung. Es ist Schwachsinn", sagte heute außerdem Peer Steinbrück, Kanzlerkandidat der SPD. Schon vor dem Plenum hatte Steinbrück juristische Schritte gegen das Betreuungsgeld angekündigt und fügte heute noch hinzu, dass er im Falle eines Wahlsiegs das Betreuungsgeld wieder abschaffen werde.

 

 

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Kommentare (18)
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Rosa 18.11.12 - 17:14 Uhr
Genau so ist. Warum muss nur so ein Trara  um alles gemacht werden.Für uns ist das Betreuungsgeld auch ein Segen. Ich habe schon mein 1. Kind (Sohn - jetzt 6 Jahre) erst mit 3 Jahren in  den Kiga geschickt und werde dies bei meiner Tochter auch so machen. Es gab keinerlei  Eingewöhnungsprobleme bei m. Sohn und die Erzieherinnen wunderten sich wie weit er schon mit 3 Jahren war.
Meine Arbeitszeit beginnt außerdem erst nachmittags, dann würde ich mein Kind kaum noch sehen, wenn ich wieder voll arbeiten gehen würde.
Natürlich ist es ein Unterschied ob man in Vollzeit auf Arbeit geht oder nur etwas dazu verdient, aber meine Kinder sind es mir wert .
Wenn ich die Kosten für die Krippe  (von ca. 250 Euro) von m. Lohn abziehe bleibt auch nicht mehr Geld am Ende übrig, deshalb finde ich die abwertenden Kommentare (auch von manchen Politikern der SPD ) unangebracht.
Es trifft nicht nur Imigranten oder Sozialschwache. Mein Mann geht arbeiten und ich selbst war auch noch nie arbeitslos, reich sind wir deshalb nicht, aber es reicht zum leben und wir sind glücklich. Es kommt natürlich auch auf den Lebensstandard an ( 3x Im Jahr im Urlaub fahren und alle 3 Jahre ein neues Auto ist nicht drin - muss ja auch nicht sein).
 
mela 13.06.12 - 08:40 Uhr
Ich kann als Erzieherin sagen, dass die Bildung der 0-3jährigen in den städtischen Krippen (oder auch von der Gemeinde getragen) sehr im Vordergrund steht und da wirklich viel getan wird. Kenne auch private Einrichtungen und stehe denen wirklich sehr kritisch gegenüber. Ich muss wirklich sagen, dass es für Kinder von Vorteil ist, wenn sie in eine Krippe gehen, sofern es eine gute Krippe ist. Das ist natürlich immer Voraussetzung. Ich bin allerdings auch selber Mama und meine Tochter war bis 3 Jahre zu Hause, weil wir keinen Krippenplatz bekommen haben. Das war sehr bitter für uns, mein Mann ist zu Hause geblieben. Für unser Kind war die 1:1 Betreuung natürllich auch toll... Es ist ein zweischneidiges Schwert.

ABER: Ich sehe es natürlich auch so, dass man nicht dafür belohnt werden sollte, dass man zu Hause bleibt. Das ist reine Privatsache. Wer es sich leisten kann, schön und gut. Aber dafür muss man dann auch selbst aufkommen. Ich fände es wichtig, dass es genügend Krippenplätze gibt, so dass jedes Kind in die Krippe gehen könnte, wenn die Eltern es wollen. Denn ich finde es auch wichtig, dass Frauen die Möglichkeit haben wieder arbeiten zu gehen. Ich hätte nach einem Jahr meine Führungsposition verloren in der Arbeit, ich musste unbedingt wieder anfangen. Und da ist doch jetzt das Problem. Es gibt einfach nicht genügend Betreuungsplätze und deswegen wird mal schnell die "Herdprämie" aus dem Hut gezaubert. Das ist nicht korrekt! Zu Hause bleiben aus Überzeugung hin oder her, aber das sollte Privatsache bleiben und für alle anderen muss einfach ein Lösung her. Und private Krippen, wie sie bei uns wie Pilze aus dem Boden wachsen, sind nicht die Lösung!
 
Rattenmonster 12.06.12 - 12:16 Uhr
@namusch

auch auf die Gefahr hin mich unbeliebt zu machen - ALGII-Empfänger bekommen in Deutschland sehr viel Geld ohne dafür was machen zu müssen. Jetzt mal abgesehen davon ob sie arbeiten wollen und jetzt ausgerechnet in ihrem Wunschberuf keine Arbeit bekommen oder nicht arbeiten wollen und sich immer schön unfähig anstellen oder wirklich unfähig sind und zu nichts zu gebrauchen. Das sei mal dahin gestellt. Aber schau mal ins Ausland - nirgendwo haben es Menschen, die von sozialen Unterstützungsleistungen leben so gut wie in Deutschland. Mir persönlich ist es eigentlich egal ob ALGII-Empfänger jetzt 100 Euro mehr bekommen oder nicht, aber das ständige Gejammer wie schlecht es den Leuten geht nervt einfach.

Weisst Du wer die wirklich ärmsten in Deutschland sind? STUDENTEN! Die zukünftigen Leistungsträger leben oft von Summen, die extrem unter dem gesetzlichen Existenzminimum liegen. Wenn Bafög ausgelaufen ist haben sie keinen Anspruch auf jegliche staatliche Unterstützung und müssen selbst für Krankenkasse, Wohnung, Essen etc. aufkommen. Auch gibt es trotzdem Studenten, die zusätzlich zum Studium noch Kinder haben - und sie jammern nicht rum - haben vor lauter Arbeit keine Zeit und Energie dafür.

 

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