
Immer weniger Mutter-Kind-Kuren werden von den Krankenkassen genehmigt. Die Mütter würden nicht ernst genommen, kritisiert das Müttergenesungswerk.
Im 1. Quartal gaben Krankenkassen im Vergleich zum Vorjahr 15% weniger für Mutter-Kind-Kuren aus. Parallel dazu seien Ablehnungen der Krankenkassen zu sehen, deren Begründungen nicht den gesetzlichen Bestimmungen entsprächen und die die Mütter und ihre gesundheitliche Situation nicht ernst nähmen, berichtet das Müttergenesungswerk.
"Seit Beginn dieses Jahres weisen wir schon auf die zunehmende Sparpraxis der Krankenkassen und die steigenden Hürden für Mütter hin. Wenn Mütter von ihrer Krankenkasse einen finanziellen Zuschuss zu einem Erholungsurlaub angeboten bekommen oder ihnen die dringend notwendige medizinische Maßnahme verwehrt wird, weil sie in einer "intakten Familie" leben, dann ist dies nicht nur gesetzwidrig, sondern einfach skandalös", erklärt Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerkes in Berlin.
Hintergrund ist die steigende Zahl der Ablehnungen von Mutter-Kind-Kuren. Sie lag 2009 bei 34%. Seit Jahren sei die Begründung, dass ambulante Maßnahmen nicht ausgeschöpft sind, mit der häufigste Ablehnungsgrund – obwohl dies seit 2007 gesetzlich explizit nicht für mütterspezifische Maßnahmen gilt. Laut Müttergenesungswerk seien aber auch die "sonstigen" Gründe mit 35% sprunghaft angestiegen, hinter denen sich immer neue Varianten von "ambulant vor stationär" verbergen.
Unterstützung bei Beantragung der Kurmaßnahmen erhalten die Mütter in den 1.400 Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände im MGW. Informationen und die Beratungsstellen finden Sie auf www.muettergenesungswerk.de.