
Aber vielleicht tappt man als Mutter doch noch zu häufig in die Perfektionsfalle. Irgendwie will man es als Mutter doch allen recht machen. Kein Wunder: Ständig begegnen wir Ansprüchen und Idealen, wie man denn zu sein hat als Frau und Mutter. Heidi Klum und Claudia Schiffer führen vor, dass man nur Wochen nach der Geburt wieder eine Traumfigur haben kann. Die Psychologin Angelika Faas sagt: „Unser Mutterbild ist immer noch überhöht. Und oftmals haben wir Frauen es unbewusst stark verinnerlicht. Wir fühlen uns für alles, was Kinder und Familie betrifft, doppelt verantwortlich. An gute Väter werden viel weniger Ansprüche gestellt.“ Ihr Rat: „Wenn Sie sich als Mutter unvollkommen fühlen, fragen Sie doch zunächst einmal: Woher kommt dieses Gefühl? Ist es überhaupt berechtigt? Und nicht gleich: Wie kann ich es besser machen?“ In Fernsehserien oder -filmen kann eine Mutter kaum Vorbilder finden.
Es ist nicht alles nur perfekt. Nach der Geburt eines oder mehrerer Kinder verändert sich der Körper. Bei manchen mehr, bei anderen weniger. Und die Partnerschaft wird gerade in den ersten Jahren auf eine Probe gestellt. Hinzu kommt, dass eine Familie mit mehreren Kindern durchschnittlich weniger Geld zur Verfügung hat als ein kinderloses Paar. Und in der Zeit bis zum Schulabschluss der Lieblinge bleibt einer Mutter einfach wenig Freiraum. Aber wollte deshalb eine Mutter tauschen? Trotz dieser Mühen und Hindernisse: Mutter zu werden, ein Kind zu haben, es groß werden sehen, Zeit mit ihm verbringen, ist einfach ein großes Geschenk.
Wissenschaftler haben erforscht, wie Mutterliebe entsteht: Während des Geburtsvorgangs und beim Stillen werden bei der Mutter verstärkt so genannte „Bindungshormone“ wie Oxytocin und Prolaktin ausgeschüttet, die das Bindungssystem von Mutter und Kind im Gehirn aktivieren. Oxytozin sorgt auch beim Sex für Glücksgefühle. Während des „Bondings“, der Phase kurz nach der Geburt, verstärkt das Hormon die positiven Gefühle. Manche Mutter erlebt diese Momente fast rauschhaft. In den ersten Wochen nach der Geburt fast so etwas wie „Flitterwochen“ mit dem Baby. Aber auch „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“-Gefühle sind bei einer frisch gebackenen Mutter ganz normal.
Das so genannte Kindchenschema (Kulleraugen, großer Kopf) weckt zusätzlich in der Mutter den Beschützerinstinkt. Durch die Hilfsbedürftigkeit, das Weinen und besonders das Lächeln, wird das elterliche Fürsorgeverhalten bei der Mutter geweckt und aufrechterhalten. Aber das Entstehen der Mutterliebe ist nicht nur ein biologischer und instinktiver Vorgang, sondern auch kulturell bedingt. Psychologen haben herausgefunden, dass es Frauen, die selbst eine liebevolle, zärtliche Mutter hatten, leichter fällt, ihre Kinder ebenso zu behandeln.

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