
Alanis Morrisette gehört zu den prominenten Mamis, die in der Öffentlichkeit über ihre Wochenbett-Depression sprechen, und dadurch Frauen Mut machen, sich professionelle Hilfe zu holen. Die Wochenbett-Depression ist nach wie vor ein Tabu-Thema, was die Angelegenheit verschlimmert.
Eine Wochenbett-Depression, im Fachjargon postpartale oder postnatale Depression genannt, kann in den ersten Wochen nach der Geburt entstehen aber auch noch bis zu zwei Jahre danach. In Deutschland leiden etwa 10 bis 20 Prozent der frisch gebackenen Mütter an einer Wochenbett-Depression. Aber auch Väter können daran erkranken.
Während der Baby-Blues, von dem ungefär 50 bis 70 Prozent betroffen sind, etwa 10 Tage anhält, dann aber wieder von allein verschwindet, dauert eine Wochenbett-Depression mehrere Wochen an. In schweren Fällen kann sie chronisch werden. Entscheidend für deren Heilung ist, dass sich frisch gebackene Mütter die Krankheit eingestehen und therapieren lassen. Eine Wochenbett-Depression stört die Mutter-Kind-Beziehung.
Eine Wochenbett-Depression äußert sich zunächst durch Stimmungsschwankungen und eine hohe Empfindlich- und Reizbarkeit. Dem folgen Niedergeschlagenheit, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Teilnahmlosigkeit, Appetitlosigkeit und auch Gefühle von Versagen und Schuld oder ganz allgemeine Ängste. Manche Frauen leiden unter Zwangsgedanken.
Die Hormonumstellung spielt in jedem Fall eine Rolle, aber auch die veränderten Lebensumstände, traumatische Erlebnisse während der Geburt, das Fremdbestimmt werden, der Schlafmangel oder auch Reizüberflutung. Manchmal klappt das Stillen nicht. Erschwerend hinzu kommen können finanzielle Probleme, soziale Isolation, Probleme in der Partnerschaft, starkes Kontrollbedürfnis oder auch der zu hohe Anspruch der Frau an ihre Mutterrolle. Auch physische Gründe können zu einer Wochenbett-Depression beitragen. Schilddrüsenstörungen, Eisenmangel, Geburtskomplikationen, Toxoplasmose oder auch bestimmte Medikamente. Ebenso psychische Krankheiten in der Familie oder eigene Vorerkrankungen in dieser Hinsicht können eine Wochenbett-Depression begünstigen. Manche Frauen lösen sich auch erst mit der Geburt des Kindes von der eigenen Kindheit, existieren dann noch unverarbeitete Erlebnisse, kann es zu Problemen bei der Lösung kommen.
Die Diagnose erfolgt über einen Fragebogen ('Edinburgh Postpartum Depression Scale'), der zehn Fragen zum seelischen Wohlbefinden stellt, speziell zur Zeit nach der Entbindung.
Eine Wochenbett-Depression bedarf professioneller Hilfe durch einen Psychotherapeuten. Für eine stationäre Behandlung bieten manche Kliniken besondere Behandlungen für Mütter und Kinder an. Teilweise werden auch Medikamente eingesetzt, die wegen des Stillens auf den Säugling abgestimmt werden. Auch Selbsthilfegruppen und familiäre Unterstützung helfen bei der Heilung.
www.schatten-und-licht.de
www.mutter-kind-behandlung.de
www.wellcome-online.de
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