Eltern und Großeltern sprechen Kindererziehung ab


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Eltern und Großeltern sprechen Kindererziehung ab

Meist ist den Eltern immer klar: Sie wollten ihre Eltern in die Kindererziehung mit einbeziehen - aus Prinzip, aber natürlich auch, weil Luises Nachmittage bei den Großeltern für sie eine Entlastung bedeuteten. Doch so viel Süßkram, wie Luise regelmäßig bei Oma und Opa abstaubte, brauchte sie nun wirklich nicht, fanden ihre Eltern - und scheiterten beim ersten Gesprächsversuch am Argument: „Du hast auch immer viel genascht als Kind, und aus dir ist ja auch was geworden!“ Beim Konflikt um den Schokopudding schwingt eben noch viel mehr mit als die bloße Frage nach den Kalorien. Luises Eltern ärgerten sich, dass die Großeltern auf diese Art und Weise in die Kindererziehung hineinregierten. Auch wenn sie wussten, dass die Großeltern ihr Enkelkind über alles lieben und natürlich nur das Beste für es wollen: Bei Luises Eltern entstand immer wieder eine starke Empfindlichkeit. Kein Wunder, meint Saskia zur Nieden, denn das Verwöhnen durch die Großeltern rührt an einem ganz zentralen Punkt des elterlichen Selbstverständnisses: „Die Eigenständigkeit, eine eigene Familie zu sein, ist etwas sehr Bedeutsames für die Eltern.“ Und weil das so ist, nahmen Sabine und Thomas es als Querschüsse wahr, wenn die Großeltern ihre Vorgaben in der Kindererziehung ignorierten. Aber was ist das Beste, das doch alle gemeinsam für das Kind wollen? Saskia zur Nieden rät Eltern in einer solchen Lage dazu, die Frage in einem offenen Gespräch zu klären. „Die Eltern sollten bemüht sein, die Beziehung zu den Großeltern respektvoll zu halten und ihr Wissen nicht zu entwerten. Es hilft zu sagen: ,Ihr habt Erfahrung; wenn ihr glaubt, dass wir Fehler machen, sprecht uns bitte an!'“