Wie viel Elterngeld steht mir zu?

Im zweiten Teil des Ratgebers erfahren Sie, wie viel Elterngeld Ihnen zusteht. Außerdem klären wir die Fragen, wie das Mutterschaftsgeld mit dem Elterngeld verrechnet wird.


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Elterngeld: Kind kalmmert sich an das Bein seiner Mutter.

Doppelte Kraft: Zwei Monate Elterngeld können geteilt werden.


4. Wie viel bekomme ich?
Sie erhalten 67 Prozent des Durchschnitts-Nettoeinkommens, das Sie in den zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes verdient haben, wenn Ihr Voreinkommen zwischen 1.000 und 1.200 Euro lag. Für Geringverdiener mit einem Einkommen unter 1.000 Euro steigt die Rate schrittweise auf bis zu 100 Prozent: je geringer das Einkommen, desto höher die Ersatzrate. Wenn Sie vor der Geburt des Kindes 1.200 Euro oder mehr verdient haben bekommen sie nur noch 65 Prozent (bei Voreinkommen von 1.240 Euro und mehr zu 65 Prozent, bei Voreinkommen von 1.220 Euro zu 66 Prozent).

Haben Sie in der Zeit vor der Geburt Mutterschaftsgeld oder Elterngeld bekommen, werden die davorliegenden Monate zur Berechnung verwendet. Das Gleiche gilt für den Fall, wenn Ihr Einkommen durch eine schwangerschaftbedingte Erkrankung gesunken ist. Sie erhalten mindestens 300 Euro Elterngeld im Monat. Dies bekommen Sie für zwölf Monate unabhängig davon, ob Sie vor der Geburt gearbeitet haben oder nicht. Höchstens erhalten Sie 1.800 Euro. Wenn Sie also mehr als 2.700 Euro verdient haben, bekommen Sie trotzdem nur den Höchstsatz von 1.800 Euro im Monat. Das Elterngeld orientiert sich nicht am Familieneinkommen, sondern am individuellen Einkommen. Es ist also egal wie viel Ihr Partner verdient.
Mit unserem Elterngeld-Rechner können Sie die Höhe Ihres Elterngeldes ganz leicht ausrechnen!
5. Wird Mutterschaftsgeld mit Elterngeld verrechnet?
Ja. Das Mutterschaftsgeld wird in der zweimonatigen Mutterschutzfrist nach der Geburt mit dem Elterngeld verrechnet. Im Regelfall wird in diesen zwei Monaten das ausfallenden Nettoeinkommen den Müttern in voller Höhe ersetzt. Deshalb erhalten Sie dann de facto nur 10 Monate Elterngeld, auch wenn Sie 12 beantragt haben. Das von den gesetzlich Krankenkassen bezahlte Mutterschaftsgeld in Höhe von höchstens 210 Euro/Monat wird nicht auf das Elterngeld angerechnet, da es wegfallendes Erwerbseinkommen nicht ausgleichen kann.

Baby unter Beinen von Elternteil

Erwerbstätig oder nicht: Eltern erhalten mindestens 300 Euro Elterngeld im Monat.


6. Wie kann man die Monate beim Elterngeld verteilen?

Bis auf zwei Partnermonate können Sie die Monatsbeträge beim Elterngeld frei unter sich aufteilen: Ein Partner kann die vollen 12 Monatsbeiträge und der andere dann die zwei weiteren nehmen.

Beide Partner können gleichzeitig Elterngeld beziehen, zum Beispiel für sieben Monate. Dann wäre das Elterngeld für die 14 Monate aufgebraucht.
Ausnahme: Monate in denen Mutterschaftsgeld bezogen wird, gelten immer als Bezugsmonate der Mutter.
7. Was gilt beim Elterngeld für Alleinerziehende?
Alleinerziehende erhalten 14 Monate Elterngeld. Und zwar gilt dass dann, wenn Ihnen allein das Sorge- oder das Aufenthaltsbestimmungsrecht zusteht, wenn der andere (leibliche) Elternteil nicht in derselben Wohnung wohnt. Außerdem haben Sie als Alleinerziehende einen Anspruch, wenn Sie nach der Geburt weniger Einkommen beziehen als davor.


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