Erziehungsweisheiten auf dem Prüfstand


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Erziehungsweisheiten:

Die Pflege von Mädchen dauert länger Diese Erziehungsweisheit stimmt nicht. Die Pflege von weiblichen und männlichen Babys unterscheidet sich durch nichts voneinander: Das Waschen, Wickeln und Baden sollte bei beiden gleich gehandhabt werden. Jungs lieben Bälle Diese Erziehungsweisheit stimmt, aber auch weibliche Babys lieben alles, was rollt. Und das ist auch gut so: Denn Bälle trainieren die Motorik der Kleinen und regen ihre Sinne an. Wer von beiden später eher zum Fußball greift, hängt dabei vielmehr von ihren Vorbildern ab. Mädchen lernen schneller sprechen Diese Erziehungsweisheit stimmt. In der Regel enwickelt sich bei Mädchen die linke Gehirnhälfte schneller als bei Jungs, außerdem setzen sie beide Gehirnhälften für die Sprache ein. Deshalb lernen Mädchen eher und besser sprechen und lesen. Bei Jungen entwickelt sich dafür die rechte Gehirnhälfte schneller, wodurch sich ihre räumlich-visuelle und logische Wahrnehmung besser entfalten kann. Das heißt aber nicht, dass alle Jungs in Deutsch schlecht sind, alle Mädchen in Mathe. Meist brauchen sie nur ein bisschen Bestärkung. Männliche Babys sind sensibler Diese Erziehungsweisheit stimmt. Mehrere wissenschaftliche Studien zeigen, dass Jungen als Babys mehr schreien und sich schwerer beruhigen lassen. Sie sind auffälliger und häufiger krank. Von der körperlichen Reife sind Mädchen ihren männlichen Altersgenossen nach der Geburt vier bis sechs Wochen voraus. Offenbar können sich Jungen der Umwelt außerhalb des Mutterleibs weniger gut anpassen. „Jungs sind eindeutig labiler, wenn sie auf die Welt kommen“, bestätigt der Hirnforscher Gerald Hüther von der psychiatrischen Klinik Göttingen. Dieser Unterschied gleicht sich aber mit dem Älterwerden an.