Familie und Fernbeziehung vereinen

Eine Fernbeziehung kann die Familie sehr belasten. Wie Eltern die Familie trotzdem harmonisch gestalten können.


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Trotz Fernbeziehung bei kleinen Kinder präsent sein



Fernbeziehung: Familie und Fernbeziehung vereinen


Eine Fernbeziehung der Eltern fordert viel von der Familie. Je nach Alter reagieren Kinder unterschiedlich, wenn der Vater oder die Mutter länger von der Familie getrennt ist. Besonders heftig leiden Babys und Kleinkinder: „Die sensible Grundbindungsphase der ersten drei Jahre wird unterbrochen. Mit der Konsequenz, dass diese Kinder unter Umständen eine weniger enge Bindung zum Vater haben als etwa ihre Geschwister“, sagt Johanna Mödl, die dazu eine Untersuchung gemacht und einen Leitfaden für Familien in einer Fernbeziehung geschrieben hat.

Eine intensive Bindung zu Baby und Kleinkind gelingt nur, wenn der "abwesende" Elternteil (häufig der Papa, der wegen der Arbeit viel und lange unterwegs ist) bereit ist, in der kurzen Zeit des Zusammenseins viel Energie in die Beziehung zu investieren. Das ist nicht immer einfach. Da Babys und Kleinkinder ihre Umwelt hauptsächlich über die Sinne wahrnehmen, kann es helfen, wenn sie ein Kuschelkissen haben, das nach Papa riecht. Oder eine besprochene Kassette, auf der sie Papas Stimme hören können, auch wenn er nicht da ist.
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Mit etwa drei Jahren verstehen Kinder, dass Papa wegfährt, aber immer wiederkommt. Jetzt sind besonders gemeinsame Rituale in der Familie bei Ankunft und Abschied wichtig. Vater und Kind können zum Beispiel ein Kuscheltier austauschen, das dann immer bei dem anderen ist, solange die Trennung andauert.

„Es ist auch wichtig, dass die Mutter dem Vater eine Chance gibt, sich im Familienleben einzubringen, und ihn nicht zum Besucher macht“, rät die Pädagogin Johanna Mödl. Die wichtigsten Regeln lauten:

Gemeinsam entscheiden: Wichtige Entscheidungen in der Familie sollten auch auf Distanz gemeinsam getroffen werden. Die Kinder sollten spüren, dass der abwesende Elternteil Anteil an der Familie nimmt und weiter mit entscheidet.

Keine Sonderregeln: Die Regeln in der Familie müssen verbindlich gelten, egal, ob der Vater da ist oder nicht. „Wenn Kinder etwa während der Woche im Ehebett schlafen dürfen, empfinden sie ihren Vater als Eindringling, der sie um ein Privileg beraubt“, sagt Johanna Mödl.

Kontakt mit der Familie halten: Kinder können Bilder malen oder Briefe schreiben. Auch wenn Papa am anderen Ende der Welt ist - er sollte über Telefon und E-Mail möglichst immer für die Familie erreichbar sein und sich regelmäßig melden. Ein Gute-Nacht-Kuss per Telefon sollte ein fester Bestandteil des Tages sein.




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