Gemeinsam zur Geburt


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Gemeinsam zur Geburt

Wir sind schwanger! Junge Väter sollten die Zeit bis zur Geburt bewusst erleben - und sowohl Rücksicht nehmen als auch anpacken. Vater Sein fängt schon in dem Moment an, in dem die Partnerin mitteilt, sie sei schwanger. Denn für den Mann bedeutet dieser neue Lebensabschnitt vom ersten Moment an: erhöhte Rücksichtnahme! Dazu gehört:
  • alle schweren Lasten über 5 Kilo, vom Wäschekorb bis zur Getränkekiste, zu tragen (Überanstrengung kann gerade in den ersten Schwangerschaftswochen gefährlich sein).
  • die Partnerin vor Stress, der sich aufs Kind überträgt, abzuschirmen - und vor allem, selbst keinen zu verursachen.
  • zu trösten, Wärmflaschen zu bereiten und spätabends zur "Notversorgung" Gurken und Naschereien an der Tankstelle zu kaufen, wenn die Frühschwangere unter Stimmungsschwankungen leidet oder Übelkeit im der ersten Phase der Schwangerschaft  - oder wenn sie seltsame Ess-Gelüste überfallen.
In die zweiten Hälfte der Schwangerschaft fällt die erste Kontaktaufnahme des Vaters mit dem Baby im Mutterbauch. Jetzt kann der Partner nicht nur den Bauch streicheln, sondern mit dem kleinen Wesen da drinnen auch reden: Ab dem 5. Monat kann das Kind Geräusche von außen wahrnehmen. Über das ungeborene Baby reden Sie haben viel zu tun, aber junge Väter haben auch viele Fragen zum Vater sein: Entwickelt sich das Kind normal? Wird die Geburt reibungslos verlaufen? Was bedeutet der Familienzuwachs finanziell? Was wird aus unserer Partnerschaft? All diese Fragen sollte der Partner von sich aus ganz sachlich ansprechen. "Mannhaftes" Verschweigen eigener Sorgen und Ängste während der Schwangerschaft der Partnerin? Geht gar nicht. Unsicherheit entsteht aus Unkenntnis, und der wirkt gemeinsames Lernen wie die Teilnahme an einem Geburtsvorbereitungskurs entgegen. Danach sind auch die werdenden Väter fit in Sachen Gebärpositionen, Schmerzlinderung während der Geburt und Neugeborenenpflege. Scherze über den "Hechelkurs" sind ganz und gar unangebracht: Denn was junge Väter aus den Entspannungs-, Atem- und Gymnastikübungen mitnehmen, kann sich bei der Geburt auszahlen. Den 1. Moment im Leben seines Kindes mitzuerleben, ist Grund genug, um bei der Geburt dabei sein zu wollen. Eine erfahrene Geburtshelferin wie die Hamburger Hebamme Mahin Lingnau beruhigt: "Ich habe noch nie erlebt, dass ein Vater die Geburt als grausam empfand oder es nicht mehr ausgehalten hat!" Nur sollten sich junge Väter darüber im Klaren sein, dass die Geburt  nervenaufreibend ist, selbst wenn alles nach Plan verläuft. Doch gerade deshalb ist die Anwesenheit junger Väter im Kreißsaal auch so wichtig. "Aktiv viel tun können die Männer nicht, aber auch keine Fehler machen. Ihre moralische Unterstützung ist für die Mütter sehr beruhigend", sagt Mahin Lingnau. Und sie gibt noch zur Aufmunterung mit: "Die Männer stehen das immer ganz gut durch!" Das geht doch runter wie Öl!