Die neu entdeckte Leichtigkeit des Seins

Cordula liebt Listen. Und Cordula hatte einen Plan: Wunschkind zum perfekten Zeitpunkt. CHECK! Doch dann kam alles anders und jede Liste verlor ihren Sinn. Aber es fühlt sich gut an #insidemom


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Eigentlich war alles so gut geplant. Eigentlich. Mein Mann und ich hatten uns viele Gedanken gemacht, wann wohl der richtige Zeitpunkt für unser erstes Kind wäre, schließlich sollte das ganze Drumherum passen. Das hängt auch damit zusammen, dass ich ein großer Fan von strukturierten Tagesabläufen und Listen bin. Arbeit, Alltag, Freizeit - alles am besten minutiös durchgeplant. Deshalb sollten auch die Rahmenbedingungen für unser erstes Baby perfekt sein: Elternliteratur gelesen? Check! Den richtigen Frauenarzt gefunden? Check! Unbefristeter Arbeitsvertrag? Endlich check!


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Und dann? Kam alles anders als geplant


Angefangen bei der Geburt - die Kleine hatte beschlossen verkehrt herum, also in Beckenendlage, und viel zu früh auf die Welt zu kommen - über Stillprobleme bis hin zur verzweifelten Kita-Suche. Denn da half weder frühzeitige Anmeldung noch ein rechtmäßiger Anspruch.


„Gerade nach der Geburt verändert sich so vieles in unserem Leben. Durch die neue Verantwortung stellen sich wohl viele Mütter neue Fragen, horchen in sich hinein, entdecken andere Wege, wie wir unser Leben nun weiterführen wollen....”

von Cordula Funke

Das Überraschende in diesen ganz ungeplanten Situationen war, dass sie mich selbst als perfektionistische Planerin nicht mehr in die Verzweiflung getrieben haben. In wenigen Wochen hatte ich gelernt, dass man mit Kindern die Zukunft einfach nicht planen kann. Dinge passieren einfach, neue Prioritäten treten in das Leben und lassen anderes auf einmal völlig unwichtig werden. Und so lehrte mich meine gerade mal ein paar Monate alte Tochter die Leichtigkeit des Seins wiederzuentdecken. Eine wichtige Lektion, wichtiger als jemals eine Fortbildung oder Schulung hätte es vermitteln können. Und das war auch gut so, denn meine Elternzeit hielt noch mehr Ungeplantes bereit.

Nachdem die Kita-Situation nach langer Suche doch noch ein glückliches Ende nahm, wollte ich wieder Teilzeit in der Elternzeit arbeiten - nur mein Arbeitgeber wollte das nicht. Einzelfall bin ich hier keiner, wer sich mit dem Thema beschäftigt, findet im Netz hunderte solcher Fälle. Allerdings können in einer Stadt wie München, in der Monatsmieten die Preise von gebrauchten Kleinwagen haben und Kitas die von Hesba-Kinderwägen, wohl die wenigsten Familien von nur einem Gehalt leben. Aber wie hat die eigene Mutter immer so schön gesagt? Wenn sich eine Tür schließt, dann geht irgendwo wieder ein Fenster auf. In meinem Fall öffnete sich sogar ein ganz wunderbares Fenster. Eine befreundete Autorin arbeitete an einer Buchidee über Frauen, die sich mit ihren ganz individuellen Geschäftsideen im Bereich Mode und Lifestyle selbstständig gemacht hatten. Ein Geschenk des Himmels zur richtigen Zeit. Gerade nach der Geburt verändert sich so vieles in unserem Leben. Durch die neue Verantwortung stellen sich wohl viele Mütter neue Fragen, horchen in sich hinein, entdecken andere Wege, wie wir unser Leben nun weiterführen wollen.
Das Fenster ist offen

Buchcover: Selbstständig in Mode und Lifestyle


In exakt dieser Zeit des Umbruchs etwas komplett Neues ausprobieren zu können, war für mich eine großartige Chance. Und die Thematik hätte wohl kaum besser passen können: Frauen zu interviewen, wie sie es geschafft haben, den Mut aufzubringen und ihren Träumen mit einem Sprung in die Selbstständigkeit zu folgen - das war genau die Welt, mit der auch ich mich auseinandersetzte. Dass viele von ihnen gleichzeitig auch noch Kinder groß gezogen haben, war umso faszinierender.

Das Beste an der neuen beruflichen Herausforderung: Ich konnte mir die Arbeitszeit komplett frei einteilen und es störte keine der Damen, wenn meine Tochter Theresa bei dem ein oder anderen Interview auf meinem Schoß saß. Vielleicht lief so das ein oder andere Gespräch nicht "perfekt" ab, aber man war immer sofort in einem intensiven Austausch - über die Kinder, die Schwierigkeiten des Alltags und natürlich den Traumjob, der sich mit all dem gut verbinden lässt.

Nun steht für mich und meine Familie das nächste spannende Projekt an: In wenigen Wochen wird Theresa eine kleine Schwester bekommen. Wie es danach beruflich für mich weitergehen wird? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Ich weiß aber, dass es mir keine Angst mehr macht, dieses Mal keinen festen Plan zu haben - egal, ob in beruflicher Hinsicht, bei der Kindererziehung oder den Ansprüchen an mich selbst. Und das ist ein tolles Gefühl. Danke, Theresa!

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Ich bin die Mutter, die ihr Unternehmen belastet. Über die Lüge Vereinbarkeit von Kind und Beruf. #insidemom




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'insidemum: Cordula Funke


Hier schreibt: Cordula Funke


Ich heiße Cordula, bin 36 Jahre und arbeite als Lifestyle-Redakteurin für Frauenmagazine oder gebe online Beauty-Tipps. Mit meinem Mann und meiner 2,5 Jahre alten Tochter Theresa lebe ich in München. In wenigen Wochen werden wir bereits zu viert sein, denn Theresa bekommt eine kleine Schwester.

Ein Projekt wie #insidemom ist eine tolle Plattform für alle frischen Mamis. Gerade in der ersten Zeit nach der Ankunft des Babys, hilft nichts so gut weiter wie der Austausch mit anderen Müttern - so zumindest meine persönliche Erfahrung.



>> Das Buch "Selbstständig in Mode und Lifestyle" gibt es bei Amazon


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