Gegen den Strom: Mein Mann, der Vollzeit-Papa

Eine Familie entgegen des Mainstream. Elisabeth arbeitet. Ihr Mann kümmert sich vollzeit um die gemeinsame Tochter - und das ist gut so. Eine Liebeserklärung an alle Väter #insidemom.


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Mein Mann, der Vollzeit-Papa


Ich habe einen tollen Ehemann: Während ich diesen Artikel schreiben darf, sitzt er jetzt zu Hause mit unserer zehn Monate alten Tochter. Seit sie ein halbes Jahr alt ist, hat er seinen Job als Heilpraktiker aufgegeben, damit ich als IT Consultant wieder arbeiten kann. Schon hier in der Einleitung zeichnet sich ab: Unsere Familie ist ein wenig anders als der Mainstream. Sie, der IT Nerd, die ständig am Computer hockt, er, der Sozialberufler, der zu Hause einen tollen Job macht. Ich kümmere mich um Versicherungen und  Steuererklärung, er organisiert unsere Freizeit. Wir zwei haben uns gesucht und gefunden.


„Neulich zum Muttertag wurde mal wieder geschwafelt, wie wichtig Mütter für die emotionale Entwicklung der Kleinsten sind. Aber Väter können auch zuhören. Können auch trösten. Warum würdigen wir das als Gesellschaft so wenig? Meines Erachtens geht Frauenförderung im Beruf nicht ohne Männerförderung in der Familie ...”

von Elisabeth Weigel

Es wird in der Öffentlichkeit viel sowohl über arbeitende Mütter als auch Frauen in IT Berufen diskutiert. Ich bin beides. Aber anstatt mich über dieses sozial anerkannte Frauenbild zu äußern, will ich lieber ein wenig über den Alltag meines Mannes erzählen, denn Hausmänner und Väter verdienen weitaus mehr Ansehen! Er ist ein toller Vater und Ehemann. Während ich in typisch weiblicher Manier mir ständig Sorgen mache - habe ich beim Ausflug genug Essen und Kleidung für die Kleine eingepackt, passt die Autofahrt in ihren Schlafrhythmus, sind es zu viele oder zu wenige Eindrücke für unsere Tochter -  macht mein Mann einfach. Und weil er sorgenfrei an die Sache rangeht, ist unser Schatz auch ganz entspannt und macht freudig mit. Füttern im offenen Kofferraum, weil Gras nass und Parkplatz voller Steine? Kein Problem, schmeckt genauso gut. Schlafen in der Kraxe? Ist doch super von Papa getragen zu werden. Bogenschießen im Wald? Sie schaut schon ganz gespannt auf die Ziele, ob der Papa auch trifft. Während ich doch häufiger mal helfe, beim Laufen, beim Bewältigen von Hindernissen, fordert und fördert mein Mann die Selbstständigkeit unserer Tochter und lässt sie mal machen, häufig kann sie ja auch.
Väter verdienen mehr Anerkennung!
Will sagen: Väter machen einen tollen Job! Und dass muss in der Gesellschaft mehr anerkannt werden. Neulich zum Muttertag wurde mal wieder geschwafelt, wie wichtig Mütter für die emotionale Entwicklung der Kleinsten sind. Aber Väter können auch zuhören. Können auch trösten. Warum würdigen wir das als Gesellschaft so wenig? Meines Erachtens geht Frauenförderung im Beruf nicht ohne Männerförderung in der Familie, denn einer muss zuverlässig für die Kleinsten da sein.

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Natürlich hat das Modell auch seine schwachen Stunden. Kleinkinder wollen doch instinktiv zur Mutter. Sobald ich im Raum bin, hat mein Mann keine Chance mehr die Kleine zu beruhigen. Das nervt. Zu recht. Aber es wird besser mit der Zeit. Ich mag meine Arbeit, doch spätestens nach ein paar Stunden vermisse ich meine Tochter und würde sie gerne knuddeln. Und wenn ich dann abends nach Hause komme, und mein Mann mir von ihren neuesten Fortschritten erzählt, werde ich schon ein wenig neidisch. Auch wenn es genau das Leben ist, das ich mir ausgesucht habe. Aber dann stelle ich immer wieder fest: Arbeitenden Vätern geht es auch nicht besser, nur dass sie nicht jammern dürfen, weil sie ihre Kinder vermissen. Wenn mein Mann mal den ganzen Tag weg ist, kommt er auch freudig nach Hause, weil er seine Tochter vermisst hat.

Mein Fazit: Wenn es die Arbeit irgendwie zulässt, kann ich eine flexible Arbeitsverteilung nur empfehlen. Beide arbeiten, z.B. halbtags, beide können die Entwicklung des Kindes beobachten. Es ist die Abwechslung, die uns Menschen antreibt. Und Männer sind bessere Väter als die Gesellschaft uns glauben macht.

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#insidemom: Elisabeth Weigl


Hier schreibt:
Elisabeth Weigel

Ich bin Elisabeth Weigel, promovierte Physikern, 31 Jahre alt, habe bisher eine zehn Monate alte Tochter, glücklichst verheiratet und selbstständig in meiner „Online-Marketing Agentur EWOS Consulting“.

Ich mache bei #insidemom mit, weil ich die gesellschaftliche Behandlung von Vätern einfach ungerecht finde. Auch Männer können eine tolle Betreuung von Kindern anbieten, und verdienen da einfach mehr Respekt und Vertrauen in ihre Fähigkeiten.
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