Ja, ich betreue mein Kind selbst?!

Und plötzlich bin ich die Rabenmutter, weil ich mein Kind selbst zu Hause betreue. Eine Schande für unser heutiges Familienbild. #insidemom


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Verkehrte Welt? Mein Kind geht nicht in die Kita


Ich bin Mutter einer fast dreijährigen Tochter und betreue mein Kind selbst zu Hause. Das ist in unserer heutigen Leistungs- und Konsumgesellschaft wohl eine Tatsache, die man immer weniger zu hören bekommt. Dass die Reaktion der Leute auf meine Herzensangelegenheit allerdings auf Unverständnis stößt und ich dazu geleitet werde, mich rechtfertigen zu müssen, ist eine Schande für unser heutiges Familienbild! Immer wieder werde ich bei morgendlichen Einkäufen mit meiner Tochter unverschämt gefragt, warum denn mein Kind nicht in der Kita sei. Ob es die Kassiererin im Supermarkt ist, die sich mit mitleidigem Blick erkundigt, ob wir keinen Kitaplatz bekommen hätten oder die Fleischereifachverkäuferin, die nachhakt, ob mein Kind krank sei und deswegen mit zum Einkauf kommt. Ganz zu schweigen von den Müttern, die man bei mancher Freizeitaktivität am späten Nachmittag mit ihren Kindern trifft und fassungslos nach dem Grund fragen, warum ich mir um Gottes Willen den Stress antue, mich selbst um mein Kind zu kümmern. Immer wieder muss ich lang und breit erklären, wieso mein Mann und ich uns durchaus bewusst für die Betreuung Zuhause, bis zum grundsätzlich regulären Kindergarteneintritt mit drei Jahren, entschieden haben.


„Leider hat sich unser heutiges Gesellschaftsdenken scheinbar so zum Nachteil entwickelt, dass die wenigen Mütter, die ihre Kinder voller Herzblut und Liebe Zuhause betreuen, für genau diese Entscheidung zur Rechenschaft gezogen werden  ...”

von Melanie G.

Das Bild der Mutter hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Früher nannte man Mütter, die ihr Kind unter drei in die Kita gegeben haben Rabenmütter. Heute bezeichnet man sie als emanzipierte, moderne Mütter. Das ist meiner Meinung nach zwar eine eher bedauerliche Entwicklung, da die Mütter heute in erster Linie nur noch als Bestandteil eines wachsenden Bruttosozialproduktes gesehen werden.

Da man nicht allerdings nicht wissen kann, welche Gründe im Einzelnen die heutigen Mütter zum frühen Wiedereintritt ins Arbeitsleben bewegen, würde ich mir ein pauschales Urteil niemals erlauben. Eine alleinerziehende Mutter, die ihre Arbeit aus finanziellen Gründen schnell wieder aufnimmt, ist nicht mit einer Mutter zu vergleichen, die ihr Kind 45 Stunden in die Kita gibt, aber nur drei Stunden an drei Tagen arbeitet und den Rest der Zeit in Beautysalons verbringt.

Grundsätzlich hat jede Mutter ihre ganz persönlichen Gründe, wie sie die Betreuung des eigenen Kindes gestaltet. Natürlich gibt es Gründe, die man mehr und andere, die man weniger nachvollziehen kann. Die oft gehörte Begründung von Müttern, die ihre Kinder unter drei Jahren von acht bis 16 Uhr in die Kita geben, weil ihr Kind das Zusammenspiel mit anderen Kindern benötige, ist meines Erachtens allerdings eine Farce. Nicht umsonst belegen unzählige Studien, dass ein sogenanntes „Zusammenspiel“ bei unter Dreijährigen allein aus entwicklungstechnischen Gründen nicht möglich ist. Es handelt sich eher um ein Parallelspiel, was in meinen Augen keine Begründung einer 45 Stunden Betreuung ist.
Ja, es gibt sie noch: Mütter alter Schule

Natürlich ist es wichtig, dass Kinder auch unter drei Jahren mit Gleichaltrigen zusammen kommen, da es die Bildung eines Sozialverhaltens fördert. Dies muss aber nicht binnen einer Vollzeit-Kitabetreuung erfolgen, sondern reicht vollkommen stundenweise während vereinzelter Treffen mit anderen Kindern in der Woche aus. Das, was Kinder in den ersten drei Lebensjahren brauchen, sind vor allem die Eltern, fort an die Mutter. Nur durch Sie kann sich das Urvertrauen des Kindes bilden, was Grundbaustein seines ganzen Lebens sein wird. Daher sollte gerade eine Entscheidung zum Wohle des Nachwuchses, nämlich die Betreuung des Kindes durch die Mutter Zuhause, nicht auf Fassungslosigkeit und fragende Blicke stoßen. Im Gegenteil. Kann es einem Kind besser gehen als bei seiner Mutter? Leider hat sich unser heutiges Gesellschaftsdenken scheinbar so zum Nachteil entwickelt, dass die wenigen Mütter, die ihre Kinder voller Herzblut und Liebe Zuhause betreuen, für genau diese Entscheidung zur Rechenschaft gezogen werden. Wie kann das sein? Muss ich es mir bieten lassen, mich dafür zu erklären, dass ich mit meinem Kind gerne selbst die Kindergeschichten vorlesen möchte? Ist es so abstrus, dass ich die ersten, sogenannten wichtigsten Jahre im Leben eines Kindes gerne mit meiner Tochter gemeinsam erleben möchte? Nein! So absurd es sich für die heutige Müttergesellschaft wahrscheinlich anhören mag: Ja, es gibt sie noch, die Mütter, die sich gerne von morgens bis abends mit ihren Kindern beschäftigen, sich den Brei in die Haare schmieren lassen, achtundzwanzig Mal darum bitten, Erbsensuppe nicht in die Tasse mit Früchtetee zu schütten, vierzig Minuten lang ausdiskutieren, warum man nicht im Sommerkleid und Socken in den Schnee gehen darf und sich der Erziehung aus dem vollen Herzen heraus ausschließlich selbst widmen möchten. Ich bin eine von Ihnen!

Ich bin stolz eine Mutter alter Schule zu sein,
meiner Tochter das Sprechen selbst bei zu bringen, mit ihr zu toben und die Welt zu entdecken. Wenn wir gemeinsam backen und der Teig, den sie mit ihren Patschefingern einmal durch die Küche wirft, von der Decke tropft, schauen wir uns an und lachen zusammen. Wenn wir auf dem Spielplatz im Sandkasten Sandburgen bauen, langweile ich mich nicht, sondern bewundere ihre Fantasie, wenn sie mir ihren Kastanienblattkuchen mit frischen Baumästen zum Probieren anbietet. Am allerschönsten ist es, wenn wir abends im Bett liegen und im Gespräch unseren erlebten Tag Revue passieren lassen. Dabei glänzen ihre Augen voller Euphorie des neu Erlebten und ich bin überglücklich, dass ich sie begleiten darf, während sie die Welt für sich entdeckt. Daher kann ich mit Stolz sagen: Ja, ich betreue mein Kind selbst!


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insidemom: Melanie G


Hier schreibt: Melanie G.


Melanie ist 26 Jahre alt, Mutter einer fast dreijährigen Tochter und kommt aus Münster. In der Hoffnung, dass moderne Muttermodell kritischer zu durchleuchten, hat sie sich an #insidemom beteiligt. Ihr Bestreben ist es, zum Nachdenken über das heutige Gesellschaftsbild der - oft berufstätigen - Mutter anzuregen, was für die Kinder meist "Endstation Vollzeit-Kita" bedeutet.
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Kommentare
  • DerFreigeist

    Mich ärgert es maßlos, dass es immer heißt "Mutter hier, Mutter da". Was ist mit dem Vater? Manchmal habe ich den Eindruck, als sei den meisten Müttern ihr Mann, der Vater ihrer Kinder, nur lästig, bestenfalls manchmal ganz nützlich, aber sicherlich nicht wichtig.

    Wir haben uns nach langem Überlegen und Rechnen (denn machen wir uns nichts vor, auch das Finanzielle spielt eine Rolle) für die Betreuung zu Hause entschieden. Unsere Kleine kommt also frühestens mit 2,5 Jahren, spätestens mit 3 Jahren in den Kindergarten.

    Aber der Unterschied ist der, dass mein Mann in Elternzeit ist. Ich ging nach 5 Monaten Pause wieder arbeiten (gestillt hab ich trotzdem, "Rabenmütter" sind nämlich fantastische Organisationstalente und derart leistungsfähig, da kann manch Sportler nur staunen) und seitdem hält mein Mann die Fahnen oben. Er ist ein genauso guter Bezugspunkt wie ich es wäre und das Verhältnis, das unsere Tochter zu uns beiden! hat, könnte besser nicht sein.

    Mama und Papa können sie füttern, ins Bett bringen, trösten, mit ihr allein unterwegs sein. Unsere Tochter ist fröhlich, kontaktfreudig, ziemlich mutig und tollkühn und verdrückt wenn es hoch kommt in der Woche vielleicht 4 oder 5 Tränchen.

    Ich freue mich, dass wir uns die Betreuung zu Hause leisten können. Traurig bin ich aber, weil ich trotzdem die Rabenmutter bin, weil ich bislang nicht eine Frau in meiner Situation getroffen habe, weil es keine Krabbelkurse nach 17 Uhr gibt (wo ich auch

  • DerFreigeist

    Mich ärgert es maßlos, dass es immer heißt "Mutter hier, Mutter da". Was ist mit dem Vater? Manchmal habe ich den Eindruck, als sei den meisten Müttern ihr Mann, der Vater ihrer Kinder, nur lästig, bestenfalls manchmal ganz nützlich, aber sicherlich nicht wichtig.

    Wir haben uns nach langem Überlegen und Rechnen (denn machen wir uns nichts vor, auch das Finanzielle spielt eine Rolle) für die Betreuung zu Hause entschieden. Unsere Kleine kommt also frühestens mit 2,5 Jahren, spätestens mit 3 Jahren in den Kindergarten.

    Aber der Unterschied ist der, dass mein Mann in Elternzeit ist. Ich ging nach 5 Monaten Pause wieder arbeiten (gestillt hab ich trotzdem, "Rabenmütter" sind nämlich fantastische Organisationstalente und derart leistungsfähig, da kann manch Sportler nur staunen) und seitdem hält mein Mann die Fahnen oben. Er ist ein genauso guter Bezugspunkt wie ich es wäre und das Verhältnis, das unsere Tochter zu uns beiden! hat, könnte besser nicht sein.

    Mama und Papa können sie füttern, ins Bett bringen, trösten, mit ihr allein unterwegs sein. Unsere Tochter ist fröhlich, kontaktfreudig, ziemlich mutig und tollkühn und verdrückt wenn es hoch kommt in der Woche vielleicht 4 oder 5 Tränchen.

    Ich freue mich, dass wir uns die Betreuung zu Hause leisten können. Traurig bin ich aber, weil ich trotzdem die Rabenmutter bin, weil ich bislang nicht eine Frau in meiner Situation getroffen habe, weil es keine Krabbelkurse nach 17 Uhr gibt (wo ich auch

  • sonntagskind123

    Vielen Dank für den tollen Artikel, der mir aus der Seele spricht. Auch ich bin eine der wenigen Mütter, die ihr Kind selbst erziehen. Auch ich kenne die ganzen Beschimpfungen, mitleidigen Blicke und Kommentare. Ich bin der Meinung, ein Kind ist die ersten Jahre am Besten bei seinen Eltern (meistens der Mutter) aufgehoben. Klar gibt es Eltern, die auf eine Fremdbetreuung angewiesen sind - aus unterschiedlichen Gründen. Dieses akzeptiere ich voll und ganz. Aber Aussagen, dass das eigene Kind zu stressig ist, man selbst Zeit für sich benötigt, etc. kann ich nicht nachvollziehen. Ein jedes Kind hat ein Recht auf Kindeswohl, und da bin ich mir ziemlich sicher, dass eine Vollzeit-Betreuung von Kleinstkindern dieses Kindeswohl nicht berücksichtig. Warum leiden wohl heute schon viele Kinder an Born Out Erscheinungen, doch nur weil wir ihnen eine Vollzeitwoche mit durchaus 40 Wochenstunden zumuten. Nicht umsonst heißt es, dass das Kind ein Recht auf einen Krippenplatz hat und nicht seine Eltern. Ich persönlich bin jedenfalls sehr froh, dass ich meine Kinder selbst bis 3 bzw. 3,5 Jahre selbst betreut habe. Ich habe die ersten Schritte begleitet, die ersten Wörter gehört, dass Essenlernen beigebracht, die kleinen Wunden verarztet und die Trotzphase gemeistert. Das war nicht immer ganz leicht, hat Nerven, Geld und Zeit gekostet, aber es hat mich meinen Kindern ganz nahe gebracht. Hat mir die schönsten Erfahrungen beschert, die Tränen vor Freude in die Augen getrieben. Um nic

  • AnnaG

    Mein Partner und ich haben folgende Ansichten zu diesem Verfassten Text:

    Jeder soll es mit seinem Nachwuchs so halten wie er möchte, deshalb ist die Frustration der Autorin für mich zunächst verständlich.

    Ihre Hypothese, dass ein patriarchalisches, Frauen unterdrückendes Rollenbild aus dem 19. Jahundert, sei das klassische einer Mutter, halte ich allerdings für sehr gewagt.
    Zumindest von der Natur scheint dies jedoch nicht gewollt zu sein.

    Auch das von ihr benannte Urvertrauen bildet sich schon innerhalb des 1. Lebensjahr. Dieses kann im ersten Lebensjahr nur entstehen, wenn die primäre Bezugsperson verlässlich für das Kind da ist und agiert. Die Bindung wird sogar zwischen Kind und Mutter in der Krippe laut einer Studie weiterhin gefestigt, wenn ein Urvertrauen besteht.

    Die Behauptung, dass Kinder unter 3 Jahren aus "entwicklungstechnischen Gründen" zu einem gemeinsamen Spiel (Zusammenspiel) nicht fähig sei, ist an den Haaren herbei gezogen- da können viele aus der Erfahrung heruas sprechen, dass Kinder bereits in der Kinderkrippe zwischen 2-3 Jahren ein Rollenspielverhalten zeigen.

    http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/ERZIEHUNG/Bindung.shtml

    http://www.familie.de/baby/urvertrauen-510743.html

    http://www.planet-wissen.de/gesellschaft/familie/patchwork_familien/pwieevolutionundfamilie100.html

    http://m.zdf.de/ZDF/zdfportal/xml/object/6628438

  • AntiDeutschMutti

    Hallo zusammen,

    ich finde das Posting eher unverschämt (ich schreibe das bewusst so provokant) gegenüber dem Begriff der Rabenmutter, der normalerweise für berufstätige Mütter verwendet wird - v.a. die, die in den Augen der deutschen Gesellschaft zu viel arbeiten. Jede Mutter bzw. jeder Mensch hat eigentlich das recht selber zu entscheiden, was er oder sie richtig findet. Deutsche Mütter arbeiten im Durchschnitt die geringste Stundenzahl in der EU - wahrscheinlich sogar weltweit. Daher finde ich das Posting verfehlt. Mir fehlt hier und in den Kommentaren eher die Akzeptanz und Toleranz für unterschiedliche Lebensentwürfe. Wir ändern die Welt und Wirtschaft nicht, in dem wir den Mann als Ernährer im "Hamsterrad rennen lassen" und unseren Kindern zu Hause ausschließlich eine heile Welt präsentieren. Schade eigentlich...

  • Steffi90

    Jedes einzelne Kind hat es verdient von seinen Eltern - vorrangig der Mutter weil sie immer da ist - geführt, geliebt, gelobt und gefördert zu werden . Klar jede Mutter entscheidet wie sie möchte aber ich akzeptiere auch andere Vorgangsweisen, also wieso können andere Mütter oder Menschen nicht auch unsere Entscheidung akzeptieren/respektieren/loben/bewundern usw ?
    Mich stört es ganz ehrlich mich immer rechtfertigen zu müssen wann ich denn vorhabe endlich wieder arbeiten zu gehen und wie ich es zu Hause nur aushalte ..

  • Steffi90

    Hallo liebe Melanie, ich hoffe du liest die Kommentare ?! Ich hab deinen Artikel zufällog auf Facebook entdeckt und musste ihn natürlich lesen . Die Tränen kullerten, denn ich dachte ich bzw. die Sorte der Mütter sind schon ausgestorben :( nur wegen deinem Beitrag registrierte ich mich auf dieser Seite damit ich dir schreiben kann .
    Ich möchte dir von ganzem Herzen für deinen ehrlichen-berührenden Beitrag danken ! Ich bin so froh zu wissen, dass es doch noch einige auch junge Mütter gibt die sich auf die Verantwortung "KIND" einlassen und der auch wenn das Kind da ist nachgehen .
    Meine Tochter war im Februar 2 Jahre alt und meine Karenzzeit ist im August leider zu Ende, was heisst ich müsste sie fremdbetreuen lassen, was für uns nicht in Frage kommt . Deshalb werde ich auf Arbeitslosengeld und somit auch auf einige "Luxusartikel" verzichten müssen bis meine Tochter dann von zu Hause weggeht und dann aber auch nur Vormittags ! Ich denke das ist es Wert, denn niemand gibt uns die Zeit mit unseren Kindern jemals zurück . Ich spreche aus Erfahrung das es bei Gott nicht leicht ist Mama-Hausfrau und noch vieles mehr gleichzeitig zu sein, vor allem wenn das Leben bevor man Mama wurde ganz anders war . Jedoch denke ich das jeder einzele Tag, der mit Kind sowieso viel zu schnell vergeht, es wert ist, ihn mit meiner Tochter zu verbringen . Gemeinsam die Zeit zu geniessen !!! Liebe Grüsse

  • hexenmausy

    Ich finde den Artikel klasse, er beschreibt genau die Entwicklung die seit einigen Jahren stattfindet.
    Ich fürchte wenn wir nicht langsam anfangen zu bremsen, werden wir Mütter in Zukunft unsere Kinder noch im Kreissaal abgeben und erst wiederbekommen, wenn sie erwachsen sind.
    Im Gegenzug beschweren sich aber immer mehr Erwachsene darüber, das die Kinder heute so furchtbar schlecht erzogen sind, aber woher soll die Erziehung denn auch kommen, wenn man sich nicht mehr selbst um seine Kinder kümmern darf?!?
    Wenn es die Möglichkeit gäbe (finanziell) zwischen Selbstbetreuung und Kita zu Wählen, würde es sicher ganz anders aussehen! denke ich
    Eine Frage an die "Eltern" die lieber was anderes tun als sich in ihrer Freizeit mit ihren Kindern zu beschäftigen:
    Was wollt ihr mit den Kindern????

  • Popocatepetel

    Ich freue mich über diesen Artikel! Ich bin auch eine der Wenigen?, die ihr Kind (26 Monate) lieber zu Hause betreuen! Ich habe mir über Kindergarten noch gar keine Gedanken gemacht. Vielleicht kommt der Knirps später mal für ein paar Stunden dort hin. Ja, ja, überall bekommt man die Kommentare zu hören; es braucht andere Kinder zum Spielen, sie lernen ja dort soo viel, bla, bla! Von allen möglichen Leuten wird man nach Kindergarten gefragt. Zum Spielen ist meine Erfahrung, das sie in dem Alter noch nicht wirklich miteinander spielen- ich gehe gelegentlich in eine Spielgruppe mit ihr, das sie unter andere Kinder kommt. Meine Kleine betreue ich sehr gerne zu Hause und es nervt mich auch nicht. Wer kann denn besser sein als die Mama!? Gerade in so einem jungen Alter. Um für mich doch mal alleine zu sein oder etwas alleine zu unternehmen, habe ich auch mal Oma und Opa zur Seite stehen. Oder den Göttergatten nach der Arbeit. Finanzell kommen wir klar.
    Keine Ahnung warum in unserer Gesellschaft die Mütter immer gleich springen sollen? Wieder schön arbeiten gehen und das arme Kind in den Kiga stecken. Die Zeit wo die Kinder so klein sind, kommt doch nie wieder. Aber jeder soll es für sich entscheiden und vielleicht haben manche Mütter gar keine Wahl als zu arbeiten, weil es finanziell nicht möglich ist.

  • sonntagskind123

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel. Auch ich betreue meine Kinder bis sie drei Jahre sind zu Hause, mein "Großer ist sogar erst mit 3,5 Jahren n den Kindergarten gekommen. Ich kenne alle Vorureile und auch Beschimpfungen die man sich dabei anhören muss. Mein Mann und ich haben uns bewusst für die Selbsterziehung unserer Kinder entschieden, auch wenn es dadurch finanziell manchmal eng ist. Aber zu sehen, wie meine Kinder groß werden, dabei zu sein, wenn sie laufen, sprechen, essen, klettern,... lernen, ist mir einfach viel wichtiger. Ich liebe meine Kinder und das Beste für sie ist eine sichere Bindung, vertrauen in sich selbst, aber auch das Vertrauen Mama ist immer für mich da. Wenn mein kleiner in einem halben Jahr 3 Jahre wird, dann wird mir auf der Arbeit sicher so manches Mal sein Lachen fehlen, aber auch seine Hilfe. In den letzten Jahren haben wir nämlich als super Team alles gemeinsam gemeistert. Mein Teampartner wird mir dann fehlen.