Kinder: Egoismus und Lügen? Nicht unbedingt Grund zur Sorge.


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Kinder: Egoismus und Lügen? Nicht unbedingt Grund zur Sorge.

Kinder erfüllen nicht immer Ansprüche unseres Wertesystems. Doch manch „negative“ Verhaltensweise gehört zur kindlichen Entwicklung 1. Egoismus
Am Anfang ist ein Kind ganz bei sich selbst. Richtig und gut ist nach seinem Empfinden, was ihm gefällt und wohltut. Bis ein Kind von seinen eigenen Bedürfnissen absehen kann, dauert es: Erst im Grundschulalter lernen Kinder langsam, aus eigenem Antrieb ihre Wünsche gelegentlich zurückzustellen. Auch das Teilen fällt in den ersten Jahren enorm schwer. Denn Kleinkinder empfinden Gegenstände oft als einen Teil ihrer selbst, was es ihnen unmöglich macht, sich davon zu trennen.  2. Auseinandersetzung mit Fäusten
Konflikte mit Worten zu lösen - das ist selbst für Erwachsene nicht immer einfach. Wie sollen Kinder, die einen viel kleineren Wort- und Erfahrungsschatz haben, das bewältigen? Deshalb ist es normal, dass noch in der Grundschule manche Streitereien tätlich ausgetragen werden. Doch gelingt Erziehung, dann wechseln Kinder immer häufiger zu Argumenten. 3. Lügen
Ganz kleine Kinder können noch nicht bewusst lügen. Sie haben eine magische Realitätswahrnehmung. Wirklichkeit und Fantasie verschwimmen. Wissenslücken werden kurzerhand mit Ausgedachtem gestopft - ein natürlicher Vorgang. Erst ab etwa dem vierten Lebensjahr sind Kinder in der Lage, gelegentlich bewusst die Unwahrheit aufzutischen. Lügen ist zwar moralisch verwerflich, doch gleichzeitig eine kognitive und kreative Leistung. Denn nur mit Einfühlungsvermögen in andere, Sprachgefühl und Fantasie gelingt die Lüge. Deshalb ist die Fähigkeit zur gewollten Falschdarstellung ein großer Schritt in der Entwicklung eines Kindes. Im Alter von etwa fünf Jahren lernen sie langsam, immer besser zwischen wahr und unwahr zu unterscheiden - und wissen dann auch um den Wert von Ehrlichkeit. 4. Treulosigkeit
Im Vorschulalter knüpfen Kinder häufig nur kurzzeitige Zweckfreundschaften. Wichtig ist jetzt vor allen Dingen die Verfügbarkeit und „Spielkompetenz“ des anderen Kindes, weniger jedoch seine Persönlichkeit. Und wenn man einander nichts zu sagen hat, dann ist eben Schluss mit der Freundschaft. Was aus unserer Perspektive hartherzig erscheint, ist eigentlich ein ganz gesunder Reflex: Kinder sind neugierig und auf der Suche nach neuen Erfahrungen. Deshalb wenden sie sich immer wieder anderen Kindern zu, die ihnen neue Einblicke ermöglichen.