Auch ohne Vater glücklich: Kinder von alleinerziehenden Müttern

Eine neue Studie hat herausgefunden, dass es Kindern von alleinerziehenden Müttern genauso gut geht, wie Kindern, die in Familien mit Mutter und Vater aufwachsen.


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Forscher des Medizinischen Zentrums der Freien Universität Amsterdam haben das Wohlbefinden von Kindern untersucht und kamen zu dem Ergebnis, dass es keine Unterschiede in der Kinderentwicklung oder in der Eltern-Kind-Beziehung macht, ob Kinder von freiwillig alleinerziehenden Müttern aufgezogen werden oder in Familien mit zwei heterosexuellen Elternteilen aufwachsen.

Es kommt nicht auf die Familienform an



Glücklich mit Single-Mama

Für das Wohlbefinden des Kindes spielt die Familienform eine untergeordnete Rolle.


© iStock
Wenn sich Frauen also dazu entscheiden, ihr Kind alleine großzuziehen, schadet dies weder der Entwicklung des Kindes, noch waren die Mütter mehr gestresst als die Elternteile in Familien mit Mutter und Vater. „Kindern in beiden Familien-Typen geht es bezüglich ihres Wohlbefindens gut“ sagt Psychologin Mathilde Brewaeys, die in ihrer Studie 69 alleinerziehende Frauen mit 59 Mutter-Vater-Kind-Familien verglichen hat. Die untersuchten Kinder waren zwischen anderthalb und sechs Jahren alt und zeigten weder häufiger auffälliges Verhalten noch mehr psychische Probleme als gleichaltrige Kinder aus traditionelleren Familienkonstellationen. Auch waren die alleinerziehenden Mütter im gleichen Maße am Leben ihrer Kinder beteiligt, wie es die Eltern aus den anderen Familien waren.

Manche Psychologen hatten früher Bedenken hinsichtlich des Wohlergehens und der Entwicklung von Kindern mit alleinerziehenden Müttern. Doch basiert die Annahme, dass das Aufwachsen ohne Vater nicht gut für das Kind sei, laut Brewaeys hauptsächlich auf Studien mit Kindern, deren Eltern geschieden sind. In solchen Situationen erleben Kinder oft den elterlichen Konflikt mit. Negative Erfahrungen der Kinder hängen in diesen Fällen eher nicht mit der Abwesenheit des Vaters zusammen, sondern in der turbulenten Gesamtsituation. Freiwillig alleinerziehende Mütter entschließen sich dagegen von Anfang an bewusst für ihren Familientyp und können ihren Kindern so eine beständige Lebenssituation ermöglichen.

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Single-Mütter erfahren mehr Unterstützung

Ein weiteres Ergebnis der Studie war, dass alleinerziehende Mütter eine stärkere Unterstützung durch ihr soziales Netzwerk erfahren als Zwei-Eltern-Familien. Brewaeys misst einem starken sozialen Netzwerk „größte Bedeutung“ für Single-Mütter bei. Frauen, die planen, ihr Kind alleine zu erziehen, empfiehlt sie deswegen unbedingt, sich vorab der nötigen Unterstützung zu versichern.

Die Psychologin verweist auf andere Studien, die besagen, dass der Großteil der freiwillig alleinerziehenden Mütter tatsächlich lieber mit einem Partner eine Familie gegründet hätte, die biologische Uhr sie aber zum Handeln gedrängt hatte.
Künstliche Befruchtung für Alleinstehende
In Amerika, Dänemark oder den Niederlanden nehmen Fruchtbarkeitsbehandlungen für alleinstehende Frauen immer mehr zu. In Deutschland ist die Situation für partnerlose Frauen jedoch schwieriger. Laut Bundesärztekammer dürfen sich nur verheiratete oder in einer festen Partnerschaft lebende Frauen künstlich befruchten lassen. Hintergrund ist das deutsche Unterhaltsrecht und drohende Schadenersatzklagen gegenüber Ärzten. Alleinstehende Frauen aus Deutschland suchen daher oft den Weg ins Ausland, um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

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Quelle: .eurekalert.org

von Nicole Metz




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Kommentare
  • famfam

    So leicht geht es leider nicht.

    Unabhängig davon, dass ca 70 Testpersonen für eine Studio ABSOLUT zu wenig sind, und Kriterien wie "Wohlbefinden" sich als kaum messbar erweisen, ist die größte Schwachstelle hierbei die Altersgrenze von sieben Jahren.

    In der Forschung etabliert ist vor allem die Tatsache, dass der fehlende Vater besonders bei Jungen zeitliche und intensitive Auswirkungen auf die Pubertät hervorbringt.

    Der Artikel ist für mich vielmehr der Versuch, den Vater obsolet wirken zu lassen, was er nicht ist.

    Dr. X