Kindererziehung: Dielmma der großen Auswahl


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Kindererziehung: Dilemma der großen Auswahl


„Aufgrund der vielen Wahlmöglichkeiten - sowohl bei Alltagsdingen als auch bei den großen Lebensfragen - stecken wir in dem Dilemma, uns ständig für vieles und zugleich gegen vieles andere entscheiden zu müssen“, betont Professor Sigrid Tschöpe-Scheffler, Direktorin des Instituts für Kindheit, Jugend und Familie. „Viele überfordert diese Freiheit schlichtweg.“ Ein Problem, das frühere Generationen gar nicht kannten. Weil in den 50er, 60er Jahren klar war, dass Kinder zu gehorchen hatten, rücksichtsvoll und höflich sein sollten, essen mussten, was auf den Tisch kam. Die 68er Generation, das krasse Gegenteil, setzte auf antiautoritären Erziehungsstil. Ebenso geradlinig. Beides ist passé. Es blieb ein Vakuum, wo es vorher verbindliche Richtlinien gab. Kindererziehung stellt jeden Einzelnen täglich aufs Neue vor unbekannte Herausforderungen. Kindererziehung: Angestaubte Regeln entrümpeln Was hilft aus dieser Sackgasse? „Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen: Erziehung geht nicht ohne eine hinreichende Rückbindung an das Bewährte und Überlieferte. Sonst geht sie schief oder läuft aus dem Ruder“, glaubt die Diplom-Psychologin Irina Prekop. Genau deshalb lohnt ein genauer Blick in die Vergangenheit. Alte Erziehungsvorstellungen sollte man nicht grundsätzlich und vorschnell verdammen, sondern sich auf das besinnen, was wirklich gut war. Doch halt: Sich einfach rückwärts zu orientieren, bringt nichts, wenn man nicht so recht weiß, wohin die Zeitreise eigentlich führen soll. Man muss angestaubte Regeln entrümpeln, sozusagen modernisieren, um sie den heutigen Gegebenheiten anzupassen.