Kindererziehung: Ideen von Gestern vermeiden


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Ideen von Gestern in der Kindererziehung vermeiden

Diplom-Psychologe Michael Thiel nennt Verhaltensmuster in der Kindererziehung, die längst nicht mehr zeitgemäß sind – und deshalb tunlichst gemieden werden sollten.
  • Befehlen, ohne zu begründen: Auch wenn es früher gang und gäbe war, seinen Eltern ohne Widerrede zu gehorchen – die eigenen Kinder sollten den Sinn begreifen, der hinter einer Anordnung steht. „Ich will, dass du jetzt ins Bett gehst, weil du morgen eine Arbeit schreibst“, leuchtet ihnen selbst dann ein, wenn sie es nicht gutheißen. Natürlich gibt es trotzdem ein letztes Wort. Beim dritten Mal reicht ohne Begründung ein: „Ab ins Bett!“
  • Liebesentzug in der Kindererziehung: Sätze wie: „Jetzt hat Mama dich nicht mehr lieb“, hatten noch nie eine Berechtigung in der Erziehung. Denn die Folgen waren und sind Selbstzweifel und mangelndes Selbstwertgefühl. Klar ist Kritik zulässig, dann aber im Sinn von: „Auch wenn du Dinge anstellst, die ich nicht gut finde – es ändert nichts daran, dass ich dich lieb habe.“
  • Starre Ziele in der Kindererziehung: Früher musste der Sohn häufig den Betrieb übernehmen. Klingt angestaubt, ändert aber nichts an der Tatsache, dass auch heute viele Eltern genaue Vorstellungen von der Zukunft ihrer Kinder haben: „Du sollst Arzt werden“, heißt es; oder: „Hauptsache, Abitur – egal um welchen Preis.“ Auch wenn es gut gemeint ist, solche Zukunftsziele sind oft mit Überforderung verbunden. Glücklicher sind Kinder, die nach ihren eigenen Möglichkeiten leben dürfen – und entsprechend gefördert werden.
  • Berührungsängste: Auch wenn man selbst zu wenig davon erfahren haben sollte – Kinder brauchen Schmuseeinheiten. Denn die sagen mehr als 1000 liebe Worte.
  • Alte Rollenbilder durch Kindererziehung vermitteln: Der Vater schafft das Geld ran und hat kaum Zeit für die Kinder, die Mutter ist „nur“ Hausfrau – auch dieses Klischee gehört ad acta gelegt. Selbst wenn Papa berufstätig ist und Mama die Familie managt – ihre Kinder sollten deutlich merken: Beide sind ein gleichberechtigtes Team, in dem auch der Vater seine häusliche Rolle spielt. Heute gibt es Männer im Vaterschaftsurlaub, Hausmänner, berufstätige Mütter, fitte Großmütter – und das ist gut so.
Kindererziehung: Fünf Werte für die Zukunft Kinder sollen sich nicht als Nabel der Welt betrachten, sondern sich als Teil einer großen, globalen Gemeinschaft sehen. Diese Werte sind auch morgen wichtig:
  • Zuverlässigkeit: Kinder sollten lernen, Versprechen auch einzuhalten. Wer verlässlich ist, stärkt in der Zukunft seine Familie, ist erfolgreich im Job und beliebt bei Freunden.
  • Verantwortungsbewusstsein: Wer seinem Kind Verantwortung übergibt, fördert indirekt auch seine spätere Sensibilität für globale Themen wie Klimawandel oder Weltgesundheit.
  • Solidarität: An einem Strang ziehen, teilen, zusammenarbeiten – das macht stark und übt ein, was in Zukunft wichtig ist: Teamfähigkeit in einer Berufswelt, die gemeinsame Lösungen braucht.
  • Mitgefühl: Ein Eckpfeiler sozialer Kompetenz, der in Zeiten demografischen Wandels an Bedeutung gewinnt, denn der sensible Umgang mit älteren Menschen wird immer wichtiger.
  • Aufrichtigkeit: Ohne sie ist jede Beziehung zum Scheitern verurteilt. Wer authentisch ist, hat bessere Chancen auf eine glückliche Partnerschaft und überzeugt auch im Berufsleben.