Kindererziehung - klare Regeln jetzt wichtig


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Vorschulkinder im Wechselbad der Gefühle

Natürlich bekommen Kinder mit, dass mit der Einschulung ein bedeutsamer Einschnitt in ihrem Leben bevorsteht. Das große Abenteuer Schule wird von den allermeisten sehnsüchtig erwartet, aber gleichzeitig auch gefürchtet, schließlich ist es ein Schritt aus dem Wohlvertrauten ins Unbekannte. Der Kindergarten ist zwar schon manchmal langweilig, „total baby“, aber was sie danach erwartet, das wissen sie nicht. Um dieses Wechselbad der Gefühle zu verarbeiten, müssen Vorschulkinder manchmal einfach Dampf ablassen. „Viele Kinder sind in dieser Lebensphase cool, flapsig und manchmal sogar richtig aggressiv. Manche werden in diesem Alter aber auch sehr introvertiert und sind voller Ängste. Beides sind Zeichen für den Gefühlsaufruhr in ihnen“, erklärt Daniela Liebich.   Vorschulkinder oft sehr frech Und zu diesem Ablösungsprozess gehört auch, dass sich Kinder im Vorschulalter manche absolut unpassende Frechheit ihren Eltern gegenüber herausnehmen – was selbst die geduldigste Mama und den entspanntesten Papa verärgert. Die Motivation: Seht her, was ich mich schon traue. Ich rebelliere gegen die wichtigsten Menschen in meinem Leben! „Untersuchungen haben ergeben, dass Eltern in keiner Lebensphase ihre Kinder häufiger bestrafen“, sagt Daniela Liebich. „Aber damit können sie viel zerstören. Beim Kind kommt dabei nämlich vor allem die Botschaft an: Mama (oder Papa) mag mich nicht mehr, wenn ich groß sein will.

Klare Regeln in der Kindererziehung jetzt wichtig Den rotzfrechen Rebellen also alles durchgehen lassen, damit ihre kleinen Seelen keinen Schaden nehmen? „Natürlich nicht“, sagt die Expertin. „Im Gegenteil. Sagen Sie Ihrem Kind von Anfang an, dass Sie einen solchen Ton nicht wünschen. Aber nicht mit vielen Worten und großen Erklärungen, sondern kurz und knapp. Klare Regeln sind jetzt ganz wichtig. Und Ihr Kind sollte auch lernen, dass Unverschämtheiten nicht ohne Folgen bleiben, zum Beispiel, dass man sich hinterher entschuldigen muss.“ Aber nehmen Sie die Frechheiten der Kinder auf keinen Fall persönlich und seien Sie auch nicht nachtragend: „Was Kinder jetzt brauchen, sind Eltern, die Felsen in der Brandung sind und sich von Provokationen nicht aus der Ruhe bringen lassen.“ Das ist manchmal gar nicht so einfach. Gerade wenn Kinder sich schon recht gut ausdrücken können, klingen ihre Worte viel verletzender. „Trotzdem: Sie wissen noch nicht wirklich um die Wirkung ihre Worte und wollen auch nicht verletzten“, sagt Daniela Liebich. Noch sind Papa und Mama für sie nämlich die Größten, der Rettungsanker und Heimathafen. Was hilft, um die frechen Rebellen wieder zu beruhigen? „Gelassen bleiben, sich nicht auf Machtkämpfe einlassen, klare Ansagen machen und sich ansonsten abgrenzen“, sagt die Familientherapeutin Daniela Liebich. „Später können Sie Ihr Kind in einem ruhigen Moment liebevoll akzeptierend fragen: ,Na, was war denn da los mit dir?‘ Und zum Trost: Es ist eine Phase, die vorübergeht.“