Kindererziehung lernen in der Elternschule

Man muss Kindererziehung nicht ausdrücklich lernen. Aber Elternkurse können dabei helfen, dass es leichter gelingt.


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Elternkurse: Was Eltern in der Elternschule lernen


Warum Eltern in die Elternschule gehen

Elternkurse und Elternschule stehen hoch im Kurs. Dies hat verschiedene Gründe, meint Alexandra Sann, Diplom-Psychologin und wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut in München:
  • Eltern sind unsicher: Heute gibt es gar nicht mehr die Möglichkeit, früh Erfahrungen in der Kindererziehung zu sammeln. Das eigene Baby ist für viele Paare das erste Kind, mit dem sie näher zu tun haben. Für viele Eltern ist die erste Zeit mit dem Baby ein Praxisschock. Sie stellen fest, dass das Baby sehr fordernd und die Kindererziehung anstrengend sein kann.
  • Familien werden immer variantenreicher: Es gibt neben der klassischen Familie Eineltern-, Stief- und Patchworkfamilien. Diese Familienmodelle bergen viele Chancen, aber es sind damit auch neue Schwierigkeiten und Probleme verbunden.
  • Es gibt kein verbindliches Erziehungsmodell mehr: Grundgewissheiten gehen verloren. Wir leben heute in einer pluralistischen Gesellschaft, in der jeder seinen individuellen Lebensstil bestimmen darf und unterschiedliche Werte nebeneinander gelebt werden. Diese Freiheit ist bereichernd, aber auch anstrengend und herausfordernd.
  • Kinder haben Mitspracherecht: Die meisten Eltern wollen ihre Kinder heute weder autoritär noch antiautoritär erziehen. Sie suchen nach dem Mittelweg in der Kindererziehung: demokratisch, aber mit klaren Grenzen, partnerschaftlich, aber mit verbindlichen Regeln.
  • Vieles wird in der Kindererziehung hinterfragt: Das erfordert Verhandlungsbereitschaft, individuelle Lösungen und gute Nerven. Es gibt mehr Reibungspunkte in der Kindererziehung, die Elternschule und Elternkurse klären können.
  • Familie und Beruf müssen koordiniert werden: Immer weniger Mütter bleiben über mehrere Jahre zu Hause, um sich ausschließlich der Kinderziehung und dem Eltern Sein zu widmen. Dafür entschließen sich mehr Väter, eine berufliche Pause einzulegen. Durch das neue Elterngeld wird sich dieser Trend noch verstärken. Die Balance zwischen Job und Familie für beide Partner herzustellen, ist für Eltern immer wieder ein Kraftakt.
  • Eltern haben höhere Ansprüche: Immer mehr Kinder wachsen heute ohne Geschwister auf. Ihre Eltern möchten ihr Kind durch eine gute Kindererziehung optimal fördern. Kindererziehung läuft heute häufig nicht mehr einfach so mit, sondern ist eine Aufgabe, der Eltern viel Zeit und Aufmerksamkeit widmen.
  • Alles geht viel schneller: Veränderungen, die sich früher über Generationen vollzogen haben, passieren nun innerhalb einer Generation. Die Großeltern funktionieren deshalb häufig nicht mehr als Vorbild in der Kindererziehung und im Eltern Sein. Instinktiv spüren viele, dass sie die Strategien der Kindererziehung ihrer eigenen Kindheit nicht mehr eins zu eins übernehmen können. Sie müssen neue entwickeln - genau dabei können Elternschule und Elternkurse helfen.





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