Kindererziehung und dem Bauchgefühl vertrauen


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Kindererziehung und dem Bauchgefühl vertrauen


Meistens wissen es Eltern nicht, wie, aber spezielle elterliche Sensoren scheinen zu melden, wenn im Kinderleben etwas nicht stimmt: Normal aus der Schule heimgekommen, aber das Kind ist fünf Prozent stiller und fahriger als sonst? Bei der Erziehung spüren Eltern, wann die den Gemütszustand der Kinder  ergründen sollten.

In den vergangenen Jahren hat die Wissenschaft sich intensiv mit der Intuition im Zusammenhang mit Kindererziehung beschäftigt. Staunend bemerkt sie, wie gut die Intuition Eltern bei der Erziehung leitet - oft viel erfolgreicher als der „kühle“ Verstand und rationale Regeln für Kindererziehung.

Es gibt eindrucksvolle Beispiele dafür - wie  jene von Alpinisten, die abschätzen müssen, ob Gefahr droht: Werner Munter, einer der besten schweizerischen Lawinen-Experten, hat das erforscht. Er fand heraus, dass die Gefahr, verschüttet zu werden, mit größerem Wissen über Gelände, Skitechnik oder Wetterkunde… nein, nicht kleiner, sondern sogar größer wird! Die, die aufs Bauchgefühl, das kleine Einmaleins und den Angsthasen in sich vertrauen, kommen eher heil zu Tal.

Daraus schließt Munter: „Unser Hirn hat sich entwickelt, um das Überleben zu sichern, nicht, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu produzieren.“ Und deswegen ist es ein Segen, dass unsere Kinder von der Natur ohne Gebrauchsanweisung für die Erziehung geliefert werden. Denn beinahe alles, was Eltern brauchen, um glücklich mit ihnen zu leben und in der Kindererziehung zurechtzukommen, wird ihnen mit dem Baby in die Wiege gelegt. Am eigenen Kind können Eltern beobachten, wie Kindererziehung funktioniert.

Gerd Gigerenzer, Intuitions-Experte und Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, erklärt: „Mit rund zwei Jahren beginnen Kinder, die Blicke anderer zu nutzen, um Vermutungen über deren Absichten und Wünsche anzustellen, und mit drei Jahren fangen sie an, Blicke als Hinweise auf Täuschungen zu verstehen. Dabei verfolgen Kinder wie Erwachsene nicht nur die Blickrichtung anderer Menschen, sondern auch deren Körperbewegungen, um auf ihre Absichten zu schließen.“