Kindererziehung: Werte neu definieren: So geht's


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Werte neu definieren
So geht's: Werte machen nur dann Sinn, wenn sie nicht mehr einfach übergestülpt, sondern den Bedürfnissen der Kinder entsprechend hinterfragt werden. Das, was früher funktioniert hat, muss nicht heute noch gut für sie sein. Beispiel Medien. Sie haben die Welt auf den Kopf gestellt. Kinder sind bestens informiert, der prinzipielle Wissensvorsprung der Erwachsenen ist spätestens durch das Internet verloren gegangen. Hebelte man früher viele Ansinnen mit einem schlichten „Das tut man nicht“ aus, geht das heute gar nicht mehr. Jasper Juul: „Spätestens dann nicht, wenn die Kinder sich per SMS bei ihren Freunden versichert haben, dass die es 'sehr wohl tun'.“ Andere Werte haben nie an Gültigkeit verloren: „Zuverlässigkeit, Zivilcourage, Verantwortungsbewusstsein, Aufrichtigkeit, Solidarität oder Mitgefühl geben den Kindern eine perfekte Orientierung. Sie sind garantiert keine Rolle rückwärts, sondern eine wichtige Grundlage, um in der Gegenwart bestehen zu können“, so Susanne Porsche, Autorin des Buchs „Kinder wollen Werte“. Weil die heutige Gesellschaft immer mehr Eigenverantwortung verlangt - und die Kraft, sie zu tragen, gewinnen Kinder durch Werte. Außerdem: Wie angenehm sind Kinder, die im Überfluss bescheiden bleiben. Die Teamgeist zeigen, wo kleine Egoisten die Mehrheit bilden. Die teilen, im Haushalt helfen, pünktlich sind. Kindererziehung: Autorität behalten
„Also, was ihr für ein Gewese um die Kinder macht“, sagen oft Großeltern und schütteln den Kopf, während wir feilschen und tricksen, argumentieren und manchmal aufgeben.

So war es früher:
Eltern hatten ganz klar die Erziehungsautorität. Und die wurde mit Sanktionen, gern auch mit ein paar hinter die Ohren untermauert („hat noch keinem geschadet“). „Argumente“ wie: „Solange du die Beine unter unseren Tisch streckst…“, waren an der Tagesordnung. Eltern heute: Kinder sind in den Mittelpunkt der Familien gerückt. Gewünscht, geliebt, verwöhnt. Selbst die Meinung der jüngsten Knirpse ist gefragt. Noch dazu glauben viele, Grenzsetzung und Liebe ließen sich nicht miteinander vereinbaren. Sätze wie: „Jetzt ist Schluss!“, hört man selten, und wenn doch, bedeutet es noch lange nicht, dass dann auch Schluss ist. Das sieht dann so aus: Der Knirps quengelt vor den Süßigkeiten im Supermarkt, die zehnjährige Tochter will ein Handy - wir sagen Nein und knicken irgendwann doch ein. Konsequenz fällt schwer, wenn man selbst nicht so recht weiß, was man will.