Löwenzahn-Honig, Vogelmiere-Pesto und Spitzwegerich-Sirup: Aus Wildkräutern lassen sich Köstlichkeiten für Groß und Klein zaubern. Und das Sammeln ist ein schönes Familienerlebnis
Die besten Wildkräuter zum Sammeln II
Auch der Spitzwegerich, der buchstäblich an jedem Wegesrand steht, ist ein Helfer in der Not. Einfach drei lange Blätter verknoten und kräftig zwischen den Händen reiben, bis der Pflanzensaft austritt. Der hilft bei Insektenstichen und auch bei wunden Füßen. Ein klassisches Salat-Kraut ist Spitzwegerich zwar nicht, aber: Aus seinen Blättern lässt sich ein Sirup zur Hustenlinderung herstellen (siehe Rezept). Zwischen Mai und August können Sie sich einen Vorrat für nasskalte Herbsttage anlegen.
Eher im Verborgenen blüht der gute alte Waldmeister. Seine formschönen Stängel geben Maibowle, Eis und Götterspeise ein typisches Aroma. Er wird vor der Blüte zwischen Mai und Juni geerntet und entfaltet seinen Duft erst, nachdem er etwas welk geworden ist. Doch Vorsicht: Das enthaltene Cumarin verursacht in hohen Dosen Kopfschmerzen. Deshalb jeweils nur wenige Stängel verwenden.
Ebenfalls sehr aromatisch ist der Gundermann. Die Blätter dieses kleinen, krautigen Bodendeckers, der sich auch im Garten gern breit macht, riechen nach Minze oder Lakritze, wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt. Wenig genügt - und schon schmecken die fein gehackten jungen Blätter und Triebe würzig in Milchprodukten, Kräuterquark, Kräuterbutter, Suppen, Gemüsegratins, Eierpfannkuchen und Salaten. Aus den langen Trieben lassen sich auch schöne Kränze winden.
Fast überall wächst die Vogelmiere, sogar im Blumentopf auf dem Balkon. Ihre winzigen weißen Sternen-Blüten blühen bis in den Oktober hinein - daher kann das Kraut fast rund ums Jahr geerntet werden. Vogelmiere ist ein perfektes Salat-Kraut, schmeckt aber auch in Suppen, Kräuterquark und Pesto (siehe Rezept). Der Geschmack erinnert an jungen Mais. Schon 50 Gramm decken den Vitamin-C-Tagesbedarf eines Erwachsenen!
Mit ähnlich hohen Vitamin-C-Werten kann auch der Sauerampfer aufwarten. Er blüht von Mai bis August und galt früher bei Seefahrern als Geheimwaffe gegen Skorbut. Sein angenehm säuerlicher Geschmack würzt Suppen und Salate. Weil in den Blättern aber Oxalsäure steckt, die die Eisen- und Kalziumaufnahme behindert, gilt für Sauerampfer: Lieber kleckern als klotzen. Wie gut, dass man auch mit wenig glücklich werden kann. Mir genügen ein paar Blätter auf einer Sommerwiese für wunderbarste Erinnerungen.

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