Kommunikation: Gefühle zulassen und zeigen


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Gefühle zulassen und zeigen gehört zur Kommunikation

Doch ob wir nun auf Musik zurückgreifen oder nicht: Bei allen Erkenntnissen über Sprache sollten wir uns nicht „verbiegen“, rät Professor Gerald Hüther, Neurobiologe an der Universität Göttingen: „Wichtig ist, dass wir authentisch bleiben, unseren Kindern gegenüber also ehrlich sind und unsere Gefühle zeigen.“ Was wir unseren Kindern sagen, darf daher bis zu einem gewissen Grad durchaus emotional aufgeladen sein. Denn das macht Sprache lebendig. Mehr noch: „Erst so entstehen im Gehirn Strukturen, die die Kinder für die Kommunikation brauchen“, hat Gerald Hüther festgestellt. Unseren Kindern gestehen wir schließlich auch Gefühle zu - nicht nur den Mädchen, sondern auch den Jungs. Heute ist das selbstverständlich, doch bis weit ins letzte Jahrhundert hinein musste das vermeintlich starke Geschlecht vor allem Härte und Stärke zeigen - nicht nur in der Öffentlichkeit. Das bedeutete auch, die Emotionen zu zügeln - und die Sprache. In der alten Belehrung „Jungen weinen nicht!“ drückt sich das deutlich aus. Dabei ist doch klar: Auch „großen Jungen“ ist manchmal zum Weinen zumute - und das sollten Väter heute durchaus zulassen, raten Erziehungswissenschaftler. Weil sich Jungen bis ins Teenie-Alter an ihren Vätern orientieren, wenn es um ihre künftige Männerrolle geht, sind die Väter gefragt, zu ihren Gefühlen zu stehen und sie in bestimmtem Umfang auch zu zeigen. Von der Emotion zurück zur Kommunikation: Sprache bleibt das wichtigste Mittel, Informationen auszutauschen. Wer seinen Kindern zuhört und viel mit ihnen redet, fördert sie also optimal. Und eine „Obergrenze“ für den Nutzwert von Sprache gibt es nicht. Sie begleitet uns überall - ganz selbstverständlich.