Kritik an Müttern - Eine Umfrage verrät, von wem und womit Mütter am häufgsten kritisiert werden

Eine Umfrage des C.S. Mott Children’s Hospital in Michigan hat die Kritik untersucht, der sich Mütter im Alltag ausgesetzt fühlen. Von wem bekommen sie am meisten "Ratschläge"? Was wird am häufigsten kritisiert? Die Ergebnisse überraschen – oder auch nicht.


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Kritik an Müttern


© iStock
#MomShaming: Ein leider nur zu bekanntes Phänomen, das in diesem Hashtag seinen Ausdruck findet. So gut wie alle Mütter haben wohl damit Erfahrung gemacht. Kaum verkündet man, dass man schwanger ist, fangen schon die „gutgemeinten Ratschläge“ an. Ist das Kind dann auf der Welt, verschlimmert sich die Situation nur. Zu allem, was die frischgebackene Mama tut oder nicht tut, wird ein Kommentar abgelassen. Von allen Seiten wird sie kritisiert, jeder weiß es besser. Vor allem für junge Muttis und Erstlingseltern kann das ganz schön belastend sein.

Das C.S. Mott Children’s Hospital in Michigan hat sich genau diesem besorgniserregendem Phänomen angenommen und Mütter gefragt, wie die Kritik, die sie bekommen, wirklich aussieht.

Umfrage unter Müttern


In der Umfrage des Kinderkrankenhauses wurden 475 Mütter mit Kindern von null bis fünf Jahren befragt, ob bzw. wie sie Kritik an ihrem Erziehungsstil wahrnehmen. Das Ergebnis: Sechs von zehn Müttern gaben an, für ihren Erziehungsstil kritisiert worden zu sein. Für viele vielleicht überraschend: Die Haupt-Ankläger war in den meisten Fällen keine Fremden, sondern stammten aus der Familie. Die Liste führen mit 37 Prozent die eigenen Eltern an. Oma und Opa des Kindes sind anscheinend besonders kritisch, denn auch an dritter Stelle, mit 31 Prozent, landen die Großeltern – dieses Mal die Eltern väterlicherseits bzw. die des zweiten Elternteils. Auf dem zweiten Platz mit 36 Prozent landet eben dieses zweite Elternteil, das Ärger machen kann, wenn die Erziehungsstile der beiden Eltern in engegengesetzte Richtungen laufen.

Weniger Kritik erfahren Mütter dagegen von Freunden (12%), Kommentaren in den Sozialen Medien (7%) und Ärzten oder Betreuungspersonen (8 bzw. 6%). Obwohl das Thema „Mütter, die andere Mütter kritisieren“ immer wieder medial behandelt wird, empfanden die befragten Frauen andere Mütter nicht im Speziellen als ihre Hauptkritiker: Nur zwölf Prozent geben an, sich von anderen Müttern kritisiert zu fühlen.
Und das wird kritisiert

Die Teilnehmerinnen der Umfrage sollten auch erläutern, was an ihrem Erziehungsstil am häufigsten kritisiert wird. Hier sind die Ergebnisse weniger überraschend, denn in die Top 3 haben es Dauerbrenner-Themen geschafft, die – dank verschiedener Sichtweisen – immer wieder zur Debatte stehen. Nummer eins der am meisten kritisierten Dinge sind das Benehmen des Kindes und entsprechende Disziplinierungsmaßnahmen. 70 Prozent der Mütter berichten, dass ihr Erziehungsstil hinsichtlich Bestrafungen und Disziplinierungen öfter kritisiert wird. Platz zwei nimmt mit 50 Prozent die Baby-Ernährung ein und auf dem dritten Platz landet das Thema Schlaf. Weitere Angelegenheiten, die regelmäßig kritisiert werden, sind Muttermilch versus Fläschchen, die Sicherheit des Kindes und die Kinderbetreuung.
Die Reaktion der Mütter

Ungefähr 60 Prozent der befragten Mütter gaben an, die Kritik, die sie bekommen, ernst zu nehmen und die Themen selbst weiter zu recherchieren. 37 Prozent sagten sogar, dass sie ihren Erziehungsstil entsprechend der Hinweise geändert haben. Während über 50 Prozent der befragten Mütter angeben, nun verstärkt darauf zu achten, Kritik an anderen Müttern zu vermeiden, fühlen sich 42 Prozent der Frauen dank der ständigen Beanstandungen in ihrer Rolle als Mutter immer unsicherer.

Sich durch die Flut an Informationen zu kämpfen, die auf eine Mutter nach der Geburt des Kindes hereinströmt, kann einschüchternd und überwältigend sein. Die mütterliche Angst kann sich so auch leicht auf das Baby übertragen und auch der Entwicklung des Kleinen schaden. Der beste Rat, den man Müttern in solchen Situationen deshalb geben kann, ist, ihre Sorgen und Probleme mit der Hebamme oder dem Kinderarzt zu teilen. Diese sind zu den meisten Themen die kompetentesten Ansprechpartner und können Müttern wirklich weiterhelfen.

Wird die Kritik von Opa und Oma zu viel, rät Kinderärztin Dr. Barbara Howard außerdem, erst einmal zu versuchen, sich in die Großeltern hineinzuversetzen. Oft versuchen Oma und Opa auf solche Weise vielleicht einfach nur, im Leben des Kindes präsent zu sein und merken gar nicht, wie anstrengend ihre Ratschläge sein können. Offene Kommunikation ist hier der erste Weg zur Besserung.

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von Nicole Metz




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