lifewithmicah - Leben mit dem Down-Syndrom

Ja, wir schreiben hier über einen Instagram-Account. Ja, dort postet eine Model-Mama Bilder von ihrem Baby. Und ja, wir sollten uns dafür interessieren!


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Eine Model-Mama postet Bildchen ihres Babys auf Instagram. Och ne, nicht noch eine! So als Normalo-Mama wirkt diese ganze Glitzerkugel-Welt der Promis unendlich weit weg: Babys in teuren Designer-Klamotten, Luxus-Urlaub und Rampenlicht. Man selbst beschäftigt sich mit vollgesabberten Shirts, Hosen und Stramplern, fährt zum Entspannen – wenn überhaupt – an den See und genießt so gar nicht das Rampenlicht, wenn es die eigenen Kinder wieder irgendwie geschafft haben, die ganze Aufmerksamkeit durch ungewollte Komik auf sich zu ziehen. Wir wollen uns nicht beschweren, hier unten in der Realität ist es schön, sehr schön sogar – aber eben nicht wirklich glamourös. Also warum sollte uns der Instagram-Account von Model Amanda Booth' Söhnchen Micah überhaupt interessieren?



23.000 Fans auf Instagram


Micah ist jetzt ein Jahr alt. Er hat das Down-Syndrom. Erst drei Monate nach seiner Geburt wurden seine Eltern mit der Diagnose konfrontiert. Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten während der Schwangerschaft hatte Booth nie gemacht. Aber inzwischen entscheiden sich immer mehr Eltern für den Bluttest auf das Down-Syndrom, auch wenn sie nicht zur sogenannten Risikogruppe gehören – es ist kein invasiver Eingriff nötig und das Ergebnis sicher. Wird wirklich Trisomie 21 diagnostiziert, brechen neun von zehn Frauen die Schwangerschaft ab. Und deswegen sollte uns der der Instagram-Account lifewithmicah interessieren.

Mocking mom as she pouts because I cracked her lip open with my noggin.

Ein von Micah Quinones (@lifewithmicah) gepostetes Foto am


Auch für Booth war die Diagnose zunächst ein Schock. War ihr kleiner Junge doch in seinen ersten Lebensmonaten einfach nur ein „normales“ Baby.  Doch "Tag für Tag verblasst die Diagnose etwas und mein Junge ist einfach nur mein Junge", sagte Booth gegenüber dem Elternportal "Mother". Und um das zu zeigen, hat sie angefangen, ihr normales Familienleben mit ihrem normalen Jungen zu dokumentieren. Inzwischen hat Micah knapp 23.000 Fans auf Instagram. Dabei rückt sie jedoch nicht seine Behinderung in den Vordergrund, sondern zeigt nur die Entwicklung eines Kindes: wie es wächst, lernt, weint und lacht.

„Go into this headfirst“
Ein mutiger Schritt.
Denn das Down-Syndrom trägt immer noch ein schweres Stigma – vor allem in einer überperfekten Promi-Welt. Eine Behinderung ist für viele Menschen erschreckend. Aber wir sehen auf lifewithmicah einfach nur eine glückliche Familie.

Natürlich werden sie immer wieder mit Problemen zu kämpfen haben. Probleme, die andere Familien vielleicht nicht haben. Das Leben stellt an Kinder mit dem Down-Syndrom einfach andere Herausforderungen. Doch ihre Eltern können sie mit Geduld und Mut dabei unterstützen, diese selbstständig zu meistern.

Mut und Kraft möchte Booth auch an andere Mütter und Väter weitergeben
und gewährt deshalb einen so offenen Einblick in ihr Familienleben. Sie selbst hat in der ersten Zeit nach der Diagnose gezielt den Kontakt mit anderen Müttern gesucht, deren Kinder das Down-Syndrom haben. Sie sagt, es war die Unwissenheit und die Angst vor dem was ihr bevorsteht, die sie gequält hat. Dabei gibt es keinen Grund für Angst, das weiß sie jetzt. Auf alles vorbereitet sein, das einen als Eltern erwartet, kann man ohnehin nie – egal ob dein Kind ein Chromosom mehr hat oder nicht.

Booth: „Go into this headfirst, and don’t be afraid“ (Stürz dich kopfüber hinein und hab keine Angst). Ihre Message ist klar: Das Down-Syndrom ist nichts vor dem man sich fürchten muss. Und vielleicht, ja, vielleicht kann solche Offenheit und Lebensfreude ein bisschen helfen, das Stigma Down-Syndrom verblassen zu lassen.

Father.

Ein von Micah Quinones (@lifewithmicah) gepostetes Foto am









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