Manchmal muss man auch bei fremden Kindern durchgreifen


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Manchmal muss man auch bei fremden Kindern durchgreifen

Meine Kusine Sarah kann ihr Jungstrio nicht so leicht aus den Augen lassen. „Wenn ich da nicht regelmäßig Stopp-Schilder hochhalte, überlebt unser Haus die drei nicht“, seufzt sie. Schlimmer findet sie jedoch, dass Fabian manchmal versucht, sie herumzukommandieren, wenn die anderen da sind. „So nach dem Motto 'Guckt mal, wie gut ich Mama im Griff habe'.Da reagiere ich zwar sehr ungehalten, aber er versucht es immer mal wieder.“ Und als Lukas vor zwei Jahren einen Tobsuchtsanfall bekam, weil er nachmittags den Fernseher nicht einschalten durfte, blieb Sarah nichts anderes übrig, als eine Zeitlang Besuchsverbot zu verhängen. „Das war furchtbar. Ich kannte seine Eltern noch nicht so gut und wusste nicht, wie die reagieren würden, als ich anrief und sie bat, ihren Sohn abzuholen.  Zum Glück fanden die das völlig in Ordnung.“ Als Lukas nach einer Woche wiederkommen durfte, war er der bravste Junge überhaupt. „Naja, zumindest eine Zeit lang“, resümiert Sarah. „Dann fühlte er sich wieder wie zu Hause…“ Das ist ganz normal, sagt Pädagoge Wyrwar. „Der Fremdheitseffekt, der Kinder zunächst vorsichtig sein lässt, nutzt sich ab. Daher ist es wichtig, die Familienregeln von Anfang an durchzusetzen.“ Denn dann würden viele Gast-Kinder sie nicht in Frage stellen. „Da staunen  Eltern manchmal, wie gut ihre Erziehung funktioniert wenn sie nicht dabei sind - aber Grenzen setzen ist bei den Kindern anderer auch viel leichter als bei den eigenen“, sagt Wyrwar. „Die Distanz ist einfach größer.“