Mehr als Sand und Meer


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Mehr als Sand und Meer


Doch nicht nur Strand und Meer locken mit atemberaubenden Aussichten: Auch die flachen Küstengewässer zwischen Festland und Halbinsel, die Bodden, sind immer wieder einen Ausflug wert. Die schönste Art, einen Bodden trockenen Fußes zu überqueren, ist dabei ohne Frage die Fahrt mit einem echten Zeesboot.  
Mit solchen Segelschiffen wurde früher in der Region gefischt. Auch heute ziehen diese Holzschiffe mit ihren fünf rotbraunen Segeln noch alle Blicke auf sich, wenn sie majestätisch über das Wasser gleiten. Schöner geht's nicht. Vineta, die versunkene Stadt
Unser Zeesboot, mit dem wir über den Bodden wollen, heißt „Irmchen“ und gehört Detlev Möhr. Er hat das Boot in aufwendiger Detailarbeit selbst restauriert. Vom Zingster Hafen geht die Fahrt unter vollen Segeln bis nach Barth, vorbei an den Boddeninseln Kirr und Oie. Da bleibt Zeit für spannende Geschichten. Zum Beispiel über das Leben der Fischer. Schon Zehnjährige mussten damals mit ihren Großvätern vom Zeesboot aus Aale fischen, erzählt Detlev Möhr. „Die haben auch hier an Bord geschlafen.“ Mayline und Lennert sind begeistert. „Wie abenteuerlich!“ In Wirklichkeit aber ganz hartes Brot.

Noch wundersamer wird's ein Stückchen weiter, kurz vor dem Städtchen Barth: Hier soll nämlich die sagenumwobene Stadt „Vineta“ versunken sein. Sie ist mit all ihrer Pracht und Herrlichkeit ein Opfer des Meeres geworden.

Ui, wie unheimlich… „Vielleicht segeln wir jetzt gerade über den Kirchturm von Vineta weg?“, sagt Lennert aufgeregt und reißt bedeutungsvoll die Augen auf: „Hört ihr auch die Glocken?“ Ich bin mir da nicht so sicher, ob wir es nicht mit klassischem Seemannsgarn zu tun haben.

Aber er fällt auf fruchtbaren Boden: Heute Abend soll Vineta wieder auferstehen… Nicht im Barther Bodden, sondern am Strand von Zingst. Wieder und wieder werden zwei kleine Bewohner von den sanften Ostseewellen an den Strand gespült.

Und schon höre ich sie rufen: „Papaaa, guck maaal!“ Ich werde mich dann ganz entspannt zurücklehnen und das Wunder von Vineta genießen, wenn es aus feuchtem Sand wiederersteht. Welch ein Glück, dass ich in  „KB 490“ in der allerersten
Reihe sitze. Fotos: Karin Harms