Milch im Test: Dieser Discounter schneidet am besten ab

Stiftung Warentest hat länger haltbare frische Vollmilch getestet und eine gute Nachricht für Verbraucher: 14 von 18 Milchprodukten erhielten ein „Gut“. Überraschend: Die beste Milch stammt vom Discounter.


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Die beste Milch

Milch schmeckt Kindern gut und liefert wichtiges Kalzium


© iStock
Stiftung Warentest hat zwölf konventionelle und sechs Bio-Vollmilch-Produkte getestet. Dabei wurden sowohl Geschmack, mikrobiologische Qualität und Inhaltstoffe als auch die Unternehmensverantwortung der Hersteller überprüft. Stiftung Warentest hat also auch hinterfragt, wie es in den Kuhställen aussieht, was in Sachen Umweltschutz und Tierwohl getan wird und welche Molkereien Preise zahlen, von denen Bauern gut leben können. Die Ergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der test (10/2017) veröffentlicht.

Die Qualität überzeugt


Kaum ein anderes Lebensmittel wird in Deutschland so engmaschig kontrolliert wie Milch – und das zahlt sich aus. Denn an der Qualität der getesteten Milchprodukte gibt es nichts zu bemängeln: frisch, rein im Geschmack, keine krankmachenden Keime, keine Schadstoffe und keine Antibiotikarückstände.

Die beste Bio-Milch stammt von Aldi Süd und ist für 1,09 Euro zu haben. Die Aldi-Milch landet sowohl bei der Produktqualität als auch beim Tier- und Umweltschutz auf dem ersten Platz. Die konventionelle Milch von Aldi Süd und Nord erhält ebenfalls ein „Gut“ und ist bereits für 68 Cent erhältlich.

Auch auf den vorderen Rängen: die Frischmilch von Rewe (89 Cent), die Biomilch von Arla (1,39) sowie die Bio-Milch der Gläsernen Molkerei (1,19 Euro) und Dennree (1,09 Euro).
Bio ist nicht zwangsläufig besser

Während die Bio-Milch-Anbieter was die Produktionsbedingungen angeht meist überzeugen konnten, gab es bei der Produktqualität teilweise Mängel. Zwei Bio-Milch-Produkte landen deswegen mit der Gesamtnote „Ausreichend“ auf den hinteren Plätzen.

Eine Milch verdirbt sich eine bessere Note durch einen leichten Kochgeschmack, den die anderen getestet Produkte nicht aufwiesen. Eine andere Bio-Milch fiel mit einem sehr hohen Jodgehalt auf (52 Mikrogramm), der etwa viermal höher war als die ca. zwölf Mikrogramm je 100 Milliliter, die Milch üblicherweise enthält. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, maximal 500 Mikrogramm Jod täglich aufzunehmen. Eine dauerhaft erhöhte Zufuhr kann bei Menschen, die vorbelastet sind, zu Schilddrüsenproblemen führen.
Falsche Werbeversprechen

Kritisch sehen die Warentester die Werbeversprechen mancher Hersteller. So wirbt ein Anbieter zum Beispiel mit „ausschließlicher Verwendung von traditionellen Futterpflanzen“. Es wird der Eindruck erweckt, dass die Kühe ausschließlich traditionelle Futterpflanzen zu fressen bekommen. In der Realität bekommen diese Tiere aber auch viel Kraftfutter. Auch die Etiketten mit glücklichen Kühen auf grünen Wiesen entsprechen meist nicht der Realität. Die Tiere, die Milch für diese Produkte liefern, werden das ganze Jahr im Stall gehalten.

Der Gesetzgeber macht zur Kuhhaltung keine speziellen Vorgaben. Es kommt also auf das Bemühen der Molkereien und Landwirte selbst an. Im Test der Stiftung Warentest zeigten einige Molkereien und Landwirte hohes Engagement und gaben sich sehr transparent. Weniger offen zeigten sich dagegen die bekannten Marken Bärenmarke, Landliebe und Weihenstephan: Ihre Anbieter gaben keine Informationen zu den Produktionsbedingungen preis. Die Gesamtbeurteilungen für Tierwohl, Umweltschutz und Preistransparenz reichen im Test von „Gut“ bis zu „Mangelhaft“.

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von Nicole Metz




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