Miteinander reden leicht gemacht


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Miteinander reden leicht gemacht durch „gewaltfreie Kommunikation“

Das Buch „Gewaltfreie Kommunikation“ (GfK) von Marshall B. Rosenberg ist seit Jahren ein Bestseller. Viele Menschen, die es ausprobiert haben, schwärmen davon. Was steckt eigentlich hinter der „GfK“? Wer möchte schon „gewaltsam“ mit anderen kommunzieren? Vermutlich niemand! Aber trotzdem geraten wir immer wieder in Situationen, in denen uns zum Beispiel Sätze wie  „Wieso kannst du nie...“ oder „Es ist immer das Gleiche“ rausrutschen. Sätze, die unser Gegenüber verletzen und kränken - und häufig eine Spirale der gegenseitigen Geringschätzungen in Gang setzen. Der amerikanische Psychologe und Konfliktmediator Marshall B. Rosenberg hat ein Konzept entwickelt, wie es gelingen kann, miteinander in Kontakt zu bleiben und rücksichtsvoll und respektvoll miteinander zu sprechen und einander einfühlsam zuzuhören. Das Konzept entstand ursprünglich aus Rosenbergs Auseinandersetzung mit der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung in den frühen 1960er Jahren und wird heute in vielen verschiedenen Zusammenhängen angewandt. Es besteht im Wesentlichen aus vier Komponenten. „Gewaltfreie Kommunikation“ - die vier Grundregeln
  • Beobachtungen: Zuerst beobachten wir, was in einer Situation tatsächlich geschieht. Die Kunst besteht darin, die Beobachtung dem anderen ohne Beurteilung oder Bewertung mitzuteilen. Ein Beispiel: Sie betreten das Zimmer Ihres Kindes. Sie können entweder sagen: „Was ist denn das für ein Saustall hier?“, oder Sie können sagen: „Deine Kleidung liegt auf dem Boden. Ich kann nicht bis zum Bett gehen, ohne zu stolpern.“
  • Gefühle: Als Nächstes sprechen wir aus, wie wir uns bei dieser Beobachtung fühlen. Zum Beispiel: „Ich werde ganz kribbelig und ärgerlich, wenn so viele Kleidungsstücke auf dem Boden liegen“, statt: „Das ist ja nicht zu ertragen“.
  • Bedürfnisse: Im drittten Schritt sagen wir, welche unserer Bedürfnisse hinter diesen Gefühlen stehen. „Ich habe viel Zeit damit verbracht, die Wäsche zu machen, und ich wünsche mir, dass das auch wertgeschätzt wird.“ Das kommt anders an als: „In Zukunft kannst du deine Sachen selbst waschen und bügeln.“
  • Bitten: Im vierten Schritt teilen wir unserem Gegenüber klar mit, was wir von ihm wollen, damit beider Leben schöner wird: „Kannst du bitte die saubere Wäsche in den Schrank legen und die schmutzige in den Wäschekorb bringen.“
  • Die Grundidee der gewaltfreien Kommunikation (GfK) ist, dass wir alle Bedürfnisse haben, nach deren Befriedigung wir streben, um glücklich und ausgeglichen zu sein. Die GfK soll uns anregen, klar und ehrlich auszudrücken, welche Bedürfnisse das sind, und auch denen unseres Gegenübers auf die Spur zu kommen und achtsam damit umzugehen.