Mögliche Verwöhn-Fallen 4 bis 6


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Buchtipp zum Thema Verwöhnen

  • Gereon Reimann: Lieben - statt verwöhnen. Herder spektrum, 8,90 Euro. Dieser Erziehungs-Ratgeber erklärt anschaulich, warum Kindern, die immer alles haben und tun dürfen, wichtige Kräfte und Fähigkeiten fehlen.
Mögliche Verwöhn-Fallen 4 bis 6 Verwöhn-Falle 4: „Du brauchst nicht zu weinen“ Typische Situation: Die Eltern haben bestimmte Regeln aufgestellt (z.B. keine Süßigkeiten nach dem Zähneputzen), doch sobald das Kind weint und schreit, geben sie dem Willen des Kindes nach. Gefahr: Inkonsequente und konfliktscheue Eltern fordern das Kind geradezu heraus, sinnvolle Grenzen Tag für Tag weiter aufzuweichen. Was die Eltern zwingt, pausenlos neue Grenzen aufzubauen. Beide Seiten bleiben in diesem anstrengenden Kreislauf gefangen.

So geht´s besser:
Lernen Sie, ein Weinen aus Protest und Wut von einem Weinen aus Schmerz oder Schutzbedürfnis zu trennen. Formulieren Sie klare Regeln, hinter denen Sie auch wirklich stehen. Wenn das Kind z.B. kein Eis vor dem Abendessen haben soll, bleiben Sie hart. Zeigen Sie dem Wüterich, dass Sie seine Gefühle verstehen, lenken Sie seine Aufmerksamkeit auf anderes, was er liebt (Buch lesen, Puppe baden etc.). Verwöhn-Falle 5: „Ich habe große Angst um dich“ Typische Situation: Die Eltern sind stets in Sorge und packen ihr Kind in Watte. Schon bei kleinsten körperlichen Herausforderungen (Treppe, Spielgeräte) sichern sie es. Vermeintlich gefährliche Experimente (Klettergerüst auf dem Spielplatz) lassen Sie gar nicht zu.

Gefahr:
Die Eltern verunsichern durch ihre Unsicherheit das Kind; es traut sich selbst nichts mehr zu. Außerdem können sich seine Instinkte nicht entwickeln. Dabei haben normalerweise schon Kleinkinder ein gutes Gespür für natürliche Gefahren, z.B. Höhe.

So geht´s besser:
Natürlich müssen Eltern auf ihre Kinder aufpassen und sie vor Verletzungen bewahren, aber sie sind nicht dafür da, Kinder vor jedem blauen Fleck zu schützen. Überängstliche Eltern müssen versuchen, loszulassen. Machen Sie sich immer wieder klar: Schmerzen und kleine Unfälle gehören zum Leben, sind also unvermeidlich. Und: Das Kind geht daraus gestärkt hervor. Verwöhn-Falle 6: „Ich bin ganz für dich da“ Typische Situation: Ein Elternteil (häufig Alleinerziehende oder berufstätige Mütter) stellt die eigenen Bedürfnisse bewusst zurück. Das Kind steht zu Hause an erster Stelle, weil es diese Extra-Behandlung als Ausgleich für andere „Härten“ angeblich dringend braucht. Gefahr: Das Kind kann diese selbstlose Aufopferung nicht wertschätzen. Es leidet nur unbewusst unter der Grenzenlosigkeit und wird seinem Erzieher mehr und mehr auf dem Kopf herumtanzen.

So geht´s besser:
Ihre Liebe zeigen Sie Ihrem Kind mit verlässlichen Spielstunden - dann wird gemalt, gebaut und getobt. Nutzen Sie bei knapper Freizeit und strammen Haushaltspflichten den Nachahmungs-Trieb der Kleinen: Spielen Sie „Badezimmerputz“ oder „Kochen“. Und nehmen Sie sich nach inniger Zuwendung ans Kind Zeit für sich selbst.