Sekundärtugenden fördern Moral


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Sekundärtugenden fördern Moral

Aber geht es, wenn wir von Werten sprechen, eigentlich nur um Dinge wie Gerechtigkeit, Ehrlichkeit? Was ist mit den berühmten Sekundärtugenden wie etwa Pünktlichkeit, Fleiß, Pflichtbewusstsein, Geduld, Ordnung, Selbstdisziplin? Diese Eigenschaften werden Sekundärtugenden genannt, weil sie zwar zum Gelingen des gesellschaftlichen Lebens beitragen, aber im Gegensatz zu den Primärtugenden keinen moralischen Wert an sich haben. Ihr Ruf ist nicht der beste: kleinbürgerlich, uncool und streberhaft. Doch sie werden zu Unrecht geschmäht. Gebündelt werden diese Eigenschaften zu dem Begriff „Gewissenhaftigkeit“, die in der Psychologie als wichtige Achse der Persönlichkeit gilt. Und Gewissenhaftigkeit ist überhaupt nicht spießig, sondern macht lebenstüchtig und erfolgreich, wie neuere Studien zeigen. Sekundärtugenden helfen Kindern nicht nur, gute Schüler zu sein, sondern auch, Moral in die Tat umzusetzen. Denn was hilft der gute Wille, wenn die Selbstdisziplin fehlt, sein Haustier auch zu füttern, wenn man eigentlich keine Lust dazu hat? Und es ist schön, wenn ein Elfjähriger seinem Klassenkameraden verspricht, ihm am Nachmittag die Matheaufgaben zu erklären. Aber zu diesem Edelmut gehört auch das Pflichtbewusstsein, pünktlich zur Nachhilfe zu erscheinen. Auch wenn wir es gern hätten: Es gibt kein Patenrezept, wie Kinder zu moralischen Menschen mit festen Überzeugungen werden. Es ist ein steter Prozess. Aber wir können unsere Kinder in dieser Entwicklung unterstützen, indem wir sie in ihrer Persönlichkeit annehmen, ihnen Bildung ermöglichen, ihnen Vorbild sind und ganz viel Liebe schenken. Wenn alles gut läuft, sind sie irgendwann so weit, allein zu entscheiden, welches der richtige Weg ist.