familie.de testet den Kindle

In unserer Rubrik "familie.de testet" prüfen wir innovative, nützliche und ungewöhnliche Produkte rund ums Thema Familie auf Herz und Nieren. Dieses Mal wollten wir wissen, ob der eReader Kindle von Amazon wirklich das gleiche Lesevergnügen bereiten kann wie das gute alte Buch.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Amazon Kindle mit Zubehör

Der Kindle kommt im hübschen Mäppchen daher. Außerdem erhältlich: schicke Lederhüllen in modernen Farbgebungen plus integrierter Leselampe.


Kinder und Buchladen? Keine richtig gute Kombination. Klar, in der Kinderbuchabteilung ist es schon recht spannend. Da gibt es all die aufregenden Dinge mit lustigen Punkten oder die spannenden Pixi-Bücher, die ALLE gekauft werden müssen. Aber nach neuen Schmökern für mich selbst suchen? Einen Abstecher mit Kind in die Belletristik? Unmöglich. Wenn man nicht das Risiko auf sich nehmen will, die dort versammelten Bücherwürmer radikal aus der vertieften Lektüre zu reißen. So heißt das Zauberwort wie so oft I-N-T-E-R-N-E-T. Und weil das Bücherregal ohnehin bald überquillt und die Wohnzimmerwand für ein viertes Billy-Regal einfach zu kurz ist, muss eine digitale Lösung her. Der eReader Kindle taucht auf der Startseite eines bekannten Online-Bookstores auf. Ein kleines, feines und vor allem flaches Gerät, das eine ganze Bibliothek fassen soll.  Lesevergnügen pur mit einem Akku, den man angeblich nur einmal im Monat aufladen muss. Und bis zu 1.400 Bücher Speicherplatz. Das sind schon ganz schöne Superlative. Aber kann so ein kleiner Tausendsassa wirklich das gute alte Buch ersetzen?

Amazon Kindle

Der Kindle im Einsatz: leicht im Gewicht und in der Bedienung.


Test: Samstagabend. Das Kind: im Bett. Der Kindle: funktionsbereit. Auf dem Bildschirm stapeln sich bereits die Bücher, obwohl das Gerät doch noch gar nicht eingeschaltet ist. Oh weh, das frisst Akku. Nein, erklärt mir die Beschreibung. Solange Wireless ausgeschaltet ist, passiert gar nichts. Und die Bücherstapel? Sind der ansprechende Bildschirmschoner. Die Tastenbedienung funktioniert problemlos. Der erste Punkt geht an den Kindle. Jetzt muss er ans Netz, damit geshoppt werden kann. Der WLAN–Key verschafft mir Zutritt. Ich bin im Netz. Amazon begrüßt mich in altbekannter Manier. Mein Konto schlägt mir sogleich ein paar attraktive Bücher vor. „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“, interessanter Titel, nur kann ich mir wenig darunter vorstellen. Der Kindle verköstigt mich mit einer Leseprobe. Jetzt bin ich angefixt, hinein in den Warenkorb. Kaufen, herunterladen. Seite 1.

Amazon Kindle

Eine kleine Bibliothek mit einem Gewicht von gerade mal 170 Gramm. Das alles ist mit einem modernen eReader möglich.


Sonntagabend. Das Kind: im Bett. Der Kindle: auf Seite 80 in meinem neuen Buch. Verzeihung, E-Book. Schmerzende Augen, komische Lesegefühle? Fehlanzeige. Das E Ink-Display gaukelt mir echte Tintendruckatmo vor. Das Blättern via seitlicher Pfeiltaste ist bereits Routine. Nur die Bücher in Billy-Regal Nr. 2 drehen mir beleidigt den Rücken zu. Das erweckt in mir ein Gefühl der Nostalgie. Der Geruch von Seiten aus Papier, ein abgegriffener Umschlag, ein aussagekräftiges Cover. Will ich wirklich für immer auf diese Reize verzichten? Jein. Montagmorgen. In der U-Bahn finde ich eine angelesene Fahrtlektüre in meiner Handtasche. Es wird eng. Das Buch und ich werden eingedrückt. Gut, dass die Seiten nachgeben. Um den Kindle wäre in dieser Situation die Sorge groß, er könnte unter die Räder kommen. Schön ist es schon, so ein echtes Buch. Doch wie immer macht es die Mischung: ein bisschen Old School, ein bisschen New Age. Ein bisschen Buch, ein bisschen Kindle.

Kindle, WLAN, 15 cm (6 Zoll) E Ink Display, deutsches Menü, ca. 99 Euro, von Amazon über www.amazon.de.



Artikel kommentieren
Login