familie.de testet: Wäschewaschen wie zu Großmutters Zeiten

In unserer Rubrik "familie.de testet" prüfen wir innovative, nützliche und ungewöhnliche Produkte rund ums Thema Familie auf Herz und Nieren. Dieses Mal haben wir uns auf eine kleine Zeitreise begeben und uns mit Waschbrett und Kernseife an die schmutzige Wäsche gemacht - genau wie die schwerst arbeitenden Damen anno dazumal. 


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Waschbrett, Kernseife, Kittelschürze, Schmutzwäsche

Unsere Ausrüstung: Waschbrett, Kernseife, Kittelschürze und natürlich Schmutzwäsche. Foto: Vision Media GmbH


Früher war alles besser? Denkste! In Wahrheit haben wir heutzutage schon ein viel leichteres Leben als unsere Urururgroßmütter. Gerade in puncto Wäschewaschen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten einfach alles zum Besseren entwickelt. Man kennt ja die Bilder von den 'Waschweibern', die Anfang des 20. Jahrhunderts noch auf den Waschbrettern herum fuhrwerkten und mit Kernseife oder Soda den leidigen Flecken zu Leibe rückten. Einweichen, bürsten, schrubben, auswringen, stampfen - alles echte Hand- und vor allem Muskelarbeit. Die ersten Waschmaschinen mussten den geplagten Hausfrauen wie ein wahrer Segen vorgekommen sein. Das war in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts, also eigentlich noch gar nicht so lange her. Vollwaschmittel gibt es sogar erst seit den 50ern, und damals waren sie für den Ottonormalverbraucher quasi unerschwinglich. So richtig selbstverständlich wurde die Maschinenwäsche erst in den 70ern, als schließlich immer mehr Haushalte eine Trommelwaschmaschine hatten.

Das Waschbrett im Test

"Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann." Eine echte Lüge. Jetzt wissen wir, warum unsere Großmütter noch keine Fitnessstudios nötig hatten. Foto: Vision Media GmbH


Das waren Zeiten ... Wir haben uns gefragt, ob wir damals als gute Hausfrauen durchgegangen wären und uns dem Praxistest ausgesetzt. Mit Waschbrett, Kernseife und kochend heißem Wasser haben wir uns an die große Wäsche gemacht. Kernseife ist ja auch heute noch als Fleckenteufel bekannt. Aber kann sie es wirklich mit den modernen Luxus-Waschmitteln aufnehmen? Los geht's! Wir legen ein schmutziges Küchentuch in die Saufenlauge und warten erstmal ab. Vielleicht reinigt es sich ja wie von Zauberhand von alleine? Fehlanzeige. Wir müssen das Waschbrett bemühen. Die Hände tauchen in die schmierige Lauge und fangen spätestens nach den ersten fünf Rubbelbewegungen auf dem Waschbrett zu schrumpeln an. Eine Maniküre wäre anno dazumal auf jeden Fall rausgeschmissenes Geld gewesen. Die leichten Flecken lassen sich tatsächlich entfernen. Aber die hartnäckigen Fettspritzer rühren sich nicht von der Stelle - oder besser gesagt vom Fleck. Nach fünf Minuten geht gar nichts mehr, die Arme sind schwer, die Finger aufgeweicht und schwach. Aber der fiese Schmutz mag nicht verschwinden. Schon nach wenigen Wäschestücken beschließen wir: Die traditionelle Handwäsche ist nichts für die moderne Hausfrau und zollen unseren weiblichen Vorfahren die allerhöchste Hochachtung!

Waschmaschine in Aktion

Dankbar, anders kann man unser Gefühl für die Waschmaschine nicht beschreiben. Foto: Vision Media GmbH


Wir lassen das Waschbrett links liegen, lassen Kernseife Kernseife sein und wenden uns IHR zu: die Waschmaschine. Rettung in der Not, Mädchen für alles und eine der besten Erfindung aller Zeiten, wenn auch von einem Mann (nämlich von dem Amerikaner Nathaniel Briggs). Ein bisschen Vollwaschmittel, leicht zu dosieren, ohne dass man sich den frischen Lack absplittern muss, mit Blüten-Bouquet (z.B. von Ariel oder Lenor des Haushaltswarenherstellers Procter&Gamble, der mit der Kampagne "Danke Mama" zu den Olympischen Spielen 2012 Mütter unterstützt) und dem ernst zunehmenden Prädikat "strahlend sauber & wohlfühl-frisch". Genauso kommt auch die Wäsche nach einer guten Stunde, sowie zwei Latte Macchiatos und einer Frauenzeitschrift später auch aus der Trommel. Wie einfach ist das Hausfrauenleben heute doch im Vergleich zu damals. Wenn nur endlich die vollautomatische Bügelmaschine erfunden werden würde ...



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