Tipps und Tricks für mehr Elterngeld

Eltern entgeht häufig ein dicker Batzen Elterngeld. Und das einzig und allein, weil verheiratete Mütter oft eine ungünstige Steuerklasse haben. Tipps & Tricks rund ums Elterngeld.


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Steuerklasse wirkt sich auf die Höhe des Elterngelds aus


Weil Frauen häufig den geringeren Teil des Familieneinkommens bestreiten, entscheiden sie sich in den allermeisten Fällen für die schlechtere Steuerklasse V. Der Grund: So erhält der besserverdienende Partner mehr Netto-Gehalt, das Gemeinschaftskonto freut sich. Dieser Deal macht auf den ersten Blick Sinn. Aber nur bis Kinder ins Spiel kommen, denn dann sinkt durch die unvorteilhafte Steuerklasse das Netto-Einkommen der Frauen – und damit das monatliche Elterngeld. Und nicht nur das Elterngeld sinkt – auch das Kranken- und das Arbeitslosengeld fallen niedriger aus. Verheiratete Paare können durch einen Wechsel der Steuerklasse auf ganz legalem Weg das Elterngeld erhöhen – und zwar im besten Fall um einige Hundert Euro monatlich.

Elterngeld erhöhen

Steuerklasse wechseln bringt ein dickes Plus auf dem Elterngeldkonto


© Thinkstock
Verheiratete Ehepaare können unterschiedliche Steuerklassen-Kombinationen wählen:
● Beide Partner sind in Steuerklasse V.
● Ein Partner hat Steuerklasse III (höheres Netto-Gehalt), der andere V (niedrigeres Netto-Einkommen).
● Beide Partner können sich für das Modell „IV mit Faktor“ entscheiden.
 
➤ Fazit: Wer nach der Geburt des Kindes zu Hause bleibt, tut gut daran, vor der Geburt in die bessere Steuerklasse III zu wechseln. Das gilt allerdings nur dann, wenn dem Elternteil mehr als das Mindestelterngeld (300 Euro) zustehen. Der Wechsel der Steuerklasse mit dem Ziel das Elterngeld zu erhöhen ist übrigens völlig legal und wurde vom Bundessozialgericht 2009 offiziell gestattet.

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Wie wird das Elterngeld berechnet?

Berechnungsgrundlage für das Elterngeld ist das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen des betreuenden Elternteils in den zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes. Die Steuerklasse, die der Antragssteller des Elterngeldes in dieser Zeit hatte, bildet die Basis für das Elterngeld.

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Wann sollte man die Steuerklasse wechseln?

So schnell wie möglich! Das heißt: Kurz nach dem positiven Schwangerschaftstest sollten Frauen schon drei Schritte weiterdenken und die Steuerklasse wechseln. Vorausgesetzt natürlich, sie sind in der ungünstigen Steuerklasse V. Der Antrag muss nämlich sieben Monate vor dem Monat gestellt werden, in dem der Mutterschutz beginnt.

Hinweis: In der Zeit vor der Geburt sinkt durch den Wechsel der Steuerklasse das Netto-Einkommen des Ehepaares: Der schlechter verdienende Elternteil hat jetzt einen Steuervorteil, der besser verdienende einen Steuernachteil – unterm Strich führt das dazu, dass dem Paar weniger Netto zum Leben bleibt. Dieser Nachteil wird allerdings mit der nächsten Steuererklärung wieder ausgeglichen. Ein Nachteil beim Elterngeld kann im Gegensatz dazu nicht im Nachhinein wieder zurückgeholt werden.

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