Traditionen und Rituale auch mal ruhen lassen


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Traditionen und Rituale auch mal ruhen lassen

Familientraditionen und Rituale zu pflegen, kann übrigens auch heißen, sie eine Zeit lang ruhen zu lassen. „Kinder wachsen, das Leben verändert sich - Rituale müssen immer wieder aufs Neue den Bedürfnissen der ganzen Familie angepasst werden“, sagt Petra Kunze. (Siehe dazu: Tradtionen behutsammodernisieren ) Die meisten Zwölfjährigen finden es zum Beispiel hochnotpeinlich, wenn vor Publikum ein Geburtstagslied für sie angestimmt wird. Eltern, die dann darauf mit den Worten „Aber das haben wir doch immer so gemacht“ bestehen, lassen es an Fingerspitzengefühl mangeln. In der Pubertät lehnen viele Kinder nämlich fast grundsätzlich genau das heftig ab, was der Familie über viele Jahre lieb und teuer war. Das sollten Eltern weder übel noch persönlich nehmen. In dieser Phase ist „anders sein“ eben das zentrale Thema von Jugendlichen. Das ist auch ganz in Ordnung, denn anders wäre die Ablösung aus der Kernfamilie gar nicht möglich. Und es gibt auch gar keinen Grund, allzu traurig zu sein, wenn die vertrauten Rituale für eine Zeit lang ausfallen. Ihr Ende bedeutet das nämlich noch lange nicht. Allerspätestens, wenn die ersten Enkel zur Welt kommen, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das klassische Geburtstagsständchen aus der eigenen Kindheit wieder angesagt. Es ist schließlich eine gute alte Familientradition!