Tricks und Alternativen fürs Einkaufen

Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Thomas Vogler von der Fachhochschule Ingolstadt über tatsächlichen und wünschenswerten Service in Supermärkten.


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Mit Kindern einkaufen

Stressfrei einkaufen dank Betreuungsecken. Foto: Thinkstock


baby&co: Warum ist es in dem einen Supermarkt einfach, sich zurechtzufinden, und im anderen so schwer? Prof. Thomas Vogler: Die meisten Kunden fragen sich: „Was wollen wir morgen essen?“ So entsteht der Einkaufszettel: Frühstück, Mittagessen, Abendbrot. Klassische Supermärkte sind entsprechend angeordnet, aber viele neuere sehen nicht mehr so aus. Das kann verwirrend sein – und wenn Sie Kinder dabeihaben, können Sie nicht alle Konzentration aufs Suchen richten. Spielen die Bedürfnisse junger Eltern für Supermarkt-Planer eine besondere Rolle? Eigentlich nur, wenn es darum geht, eine möglichst kompakte Abteilung einzurichten, wo sie alles finden, was mit dem Baby zu tun hat: Windeln, Fläschchen, Spielzeug. Ansonsten leistet man sich vielleicht noch Einkaufswagen in Autoform. Da kann das Kleinkind am Lenkrad kurbeln, während die Eltern den Korb füllen. Und beim Warenangebot? Viele Supermärkte haben mittlerweile ein schönes Bio-Sortiment eingerichtet. Das spricht junge Familien an. Wer ein Baby hat, kauft auch öfter Bioprodukte. Und was die sogenannte Quengelware angeht: Überraschungseier und Schokoriegel in kindgerechter Höhe im Kassenbereich sind gar kein typischer „Kinder-Trick“. Wir Großen sind ebenso anfällig für Impuls käufe, deshalb liegen auch an der Tankstellenkasse Schokoriegel. Damit belohnen wir uns, weil wir die Herausforderung „Auto auftanken“ so prima gemeistert haben. Was wünschen Sie sich als Supermarkt-Kunde? Ganz klar eine Betreuungsecke! Das Kind zum Spielen bringen, in Ruhe einkaufen, Auto einladen, das Kind abholen. Das wäre toll.

Tricks und Alternativen

  • Arbeitsteilung
    Der Klassiker unter den Strategien: Ein Erwachsener spielt zu Hause mit dem Kind oder geht mit ihm spazieren, der andere erledigt ungestört den wöchentlichen Großeinkauf. Außerhalb der Stoßzeiten geht’s natürlich noch flotter.
  • Vorratshaltung
    Alles, was haltbar ist, auf Vorrat kaufen. Frischware ist dann ruck, zuck nachgekauft. Nicht nur stressfrei, sondern auch sparsam – weil Impulskäufe ausbleiben.
  • Gemüse-Abo
    Bieten mittlerweile viele Bio-Läden und -Höfe an. Einmal in der Woche kommt die Kiste mit regionaler Frischware, oft mit Überraschungen. Macht den Speiseplan bunter! Nachteil: die durch den Lieferaufwand höheren Preise.
  • Hauslieferung aus dem Supermarkt
    Bei uns noch nicht so populär, aber immer mehr Märkte bieten sie an. Meist gegen geringen Aufpreis kommen die Waren ins Haus.
  • Internet-Supermarkt
    Funktioniert genauso wie die Hauslieferung, aber die Auswahl macht man online. Reklamationsbedingungen, Liefergebühren und weitere Aufpreise beachten! www.froodies.de und www.doit24.de liefern bundesweit, hinzu kommen einige regionale Anbieter, v.a. in Großstädten.
  • Drogerie-Discounter
    Sie versenden Waren wie Windeln und Babynahrung in größeren Mengen. Erleichtert die Bevorratung.
  • Pizza&Co.
    Restaurant-Bringdienste schließen die schlimmsten Lücken, wenn unsere Planung zusammengebrochen ist. Fürs Baby ist kaum Brauchbares dabei, aber wir Großen kommen über die Runden. Auf Dauer teuer.
  • Getränke-/Tiefkühlservice
    Gleicher Effekt wie bei den anderen Lieferangeboten. Erspart Schlepperei beziehungsweise vermeidet unterbrochene Kühlkreisläufe.