Über Fehler zum Erfolg


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Über Fehler zum Erfolg

Dieses Gefühl, etwas wagen zu dürfen, ohne andauernd mit kleinen und kleinsten Korrekturen vom eigenen Weg abgebracht zu werden, ist für Kinder sehr wertvoll. Sicher ist es auch ein Grund dafür, warum sie die Geschichten von Abenteurern und Entdeckern so sehr lieben – denn die wagen es, ihrer instinktiven Neugier zu folgen, auch wenn dabei so einiges schiefgehen kann. Und oft ist dabei der eigene Fehler ein Helfer. Ohne ihn nämlich wären sie oft gar nicht angekommen.

Kinder mit Reagenzgläsern

10.000 Verbindungen bildet eine Hirnzelle mit ihren Nachbarn. Beim Lernen werden sie umgebaut - durch Ausprobieren.


Fehler bahnen den Weg zu großen Entdeckungen Christoph Kolumbus zum Beispiel hatte eine bemerkenswerte Fehler-Geschichte. Denn Kolumbus rechnete verkehrt. Den Umfang der Erde maß er viel zu klein, sein Wissen von Geografie war sehr bescheiden, und er bestand noch darauf, in Asien zu sein, als er längst einen neuen Erdteil gefunden hatte. Doch ohne Rechenfehler und Entdeckermut wäre Kolumbus niemals losgesegelt: Im Leben müssen wir uns oft einen Schubs geben, etwas zu unternehmen – und einfach darauf vertrauen, dass es sich lohnt, auch Fehler in Kauf zu nehmen. Fehler können motivieren Deshalb bezeichnet der bekannte Erziehungs-Autor Reinhard Kahl den Fehler als "Salz des Lernens": "Er ist ein Hinweis auf einen Vorsprung im Lernprozess". Klar: Gemeint ist dabei immer der kreative, ausprobierende Fehler. Fehlerfreundliche Pädagogen wollen niemanden zu Lobeshymnen auf sein Kind animieren, weil es darauf besteht, dass zwei plus zwei fünf sei. Doch würden sie es auffordern, seine mathematische Entdeckung zu beweisen, um etwa aus zwei und zwei Äpfeln fünf zu machen. Eltern und Lehrer sollten achtsam mit Fehlern umgehen Viele Lehrer haben sich bereits von der neuen Fehlerfreundlichkeit anstecken lassen und nutzen sie, um ihre Schüler mehr selbst probieren zu lassen. Sie nehmen Irrtümer auf und fragen sich, ob darin eine eigene Idee steckt. Das können wir Eltern auch tun, indem wir achtsam mit dem Fehler umgehen. Das braucht Mut, denn auch eine "falsche" Klettertechnik auf dem Spielplatz oder ungelenkes Rumprobieren auf dem Rad gehören dazu – stets lernt der ganze Mensch. Aber es lohnt sich. Denn die Zukunft braucht mutige Um-die- Ecke-Denker und unsere Kinder echte Lernfreude.