Unterschiedliche Erziehungsstile sind akzeptabel


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Großeltern und Eltern einigen sich auf unterschiedliche Erziehungsstile



Auf das Gespräch, das schließlich stattfand, hatten Luises Großeltern schon gewartet. Denn sie fanden seit Längerem, dass die Eltern zu streng mit dem Mädchen waren. Und so verwöhnten sie Luise eben nach Kräften - wenn die Kleine den Wunsch nach einem Schokopudding äußerte, machte Opa im Notfall auch klaglos einen Extra-Gang zum Supermarkt… Dass die Großeltern die vermeintlich übertriebene Strenge der Eltern „ausbügeln“, muss sich aber nicht zwangsläufig zu einem Problem auswachsen, sagt Saskia zur Nieden: „Ein klärendes Gespräch sollte dazu führen, dass man sich einigt, welche Rollen eingenommen werden sollen.“ Die Rollenverteilung, auf die sich Luises Eltern und Großeltern bei ihrem Gespräch einigen konnten, kam schließlich allen zugute: Die Großeltern können ruhig einmal was Süßes zustecken, und die Eltern befürchten nicht länger, dass das Verwöhnen ihr Verhältnis zu Luise negativ beeinflusst - das Mädchen hatte es ja inzwischen raus, dass bei Eltern und Großeltern unterschiedliche Regeln gelten. Eine solche, jedem Beteiligten bewusste Rollenverteilung entschärft neue Konflikte schon vor ihrer Entstehung. Denn damit hat jeder sein vorrangiges Ziel erreicht: Die Eltern können ihr Kind mit der nötigen Konsequenz erziehen, die Großeltern verfolgen, gewissermaßen als Ergänzung, ihren eigenen Stil in der Kindererziehung, bei dem es ein bisschen mehr ums Verwöhnen des Enkels gehen darf.