Väter häufig autoritärer


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Väter häufig autoritärer

Dennoch gebärden sich die Väter ein wenig autoritärer als die Mütter. Das meinen nicht nur die Kinder und die Partnerin, auch die Väter selbst. Unordnung im Kinderzimmer ist da ein typisches Beispiel. „Das regt die Männer mehr auf. Selbst wenn sie tagsüber auf der Arbeit waren und die fliegenden Bauklötze gar nicht mitbekommen haben, schimpfen sie hier schneller“, meint Christian Alt. Väterliche Unterstützung brauchen vor allem die Jungen. Sie schätzen die Beziehung zu beiden Eltern ein wenig schlechter ein als ihre Schwestern. Interessanterweise erleben sie vor allem die Mutter als strenger und weniger zugewandt als die Mädchen. Von einer „Jungen-Katastrophe“ zu sprechen, halten die Forscher jedoch für unangebracht. Gemeinsamen Erziehungsstil finden Wie der Kontakt zwischen Vater und Kind aussieht, das bestimmt - entgegen allen Forderungen nach gleichberechtigtem Elternengagement - immer noch die Mutter. „Ihre Einschätzung ist entscheidend“, macht Christian Alt klar. Misst sie seinem Beitrag zur Familie nur geringen Wert bei, verschlechtert sich die Beziehung - sowohl die der Eltern untereinander als auch die des Vaters zum Kind. Die Grundlagen des Erziehungsstils sollten nicht allzu weit voneinander abweichen, gerade was Disziplin und Strenge angeht. Besteht hier eine große Schere im Verhalten der Eltern, entwickeln Kinder sehr wahrscheinlich Ängste und vor allem ein schlechtes Selbstbewusstsein. In solchen Konstellationen verhalten sich oft die Väter übermäßig streng, die Mutter versucht, das zu kompensieren. Hier müsse man sich grundsätzlich über das Grenzensetzen einigen, meinen die Münchener Forscher. Gemeinsames Erziehen heißt jedoch nicht, dass man ständig an einem Strang ziehen muss, sondern dass man um die Unterschiede in der Lebensweise und im Erziehungsstil weiß und sie schätzt oder zumindest toleriert. „Ständig alles zusammen machen, kann nicht das Ziel sein“, erklärt Christian Alt. „Aber wenn der Vater Motorrad fährt und die Mutter gern ins Wellness-Hotel geht, dann kann das heißen, dass er mehr für Abenteuer und Outdoor-Aktionen zuständig ist und sie für gemütliches Beisammensein und Kuscheln.“ Und beides ist schließlich wichtig. Nicht nur für die Kinder.