Verhütungsmethoden im Überblick

Der richtige Zeitpunkt für ein (weiteres) Kind ist noch nicht gekommen oder die Familienplanung ist abgeschlossen? Dann spielt Verhütung für Sie eine große Rolle. Wir geben Ihnen hier einen Überblick über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Methoden zur Schwangerschaftsverhütung.
Hier: natürliche und mechanische Verhütungsmethoden.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden
Verhütungsmethoden für Frauen gibt es viele. Welche Verhütungsmethode für Sie in Frage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab und sollte immer gemeinsam mit dem Frauenarzt entschieden werden. Ein wichtiger Faktor für die Wahl des richtigen Verhütungsmittels ist neben der Verträglichkeit vor allem die Sicherheit.


Verhütungsmethoden im Überblick


© Thinkstock

Der Pearl-Index


Wie sicher ein Verhütungsmittel vor einer Schwangerschaft schützt, lässt sich am Pearl-Index ablesen. Jedem Verhütungsmittel kann so ein Index-Wert zugeordnet werden. Er gibt an, wie viele Frauen durchschnittlich in einem Jahr schwanger geworden sind, obwohl sie mit dem entsprechenden Mittel verhütet haben. Das heißt: je niedriger der Pearl-Index ist, desto sicherer ist die Verhütungsmethode. Ein Beispiel: Richtig angewendet hat die Antibaby-Pille einen Pearl-Index von 0,1 - 0,9; gar nicht zu verhüten hat einen Wert von 85.

Aber: Die tatsächliche Sicherheit eines Verhütungsmittels hängt im Wesentlichen von der korrekten Anwendung ab. Der Pearl-Index ist nur ein statistischer Wert, der wichtige Einflussfaktoren, wie zum Beispiel die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs, nicht berücksichtigt. Meistens werden für den Pearl-Index deshalb auch zwei Werte angegeben: einer, für die Sicherheit bei korrekter Anwendung und einer, für die Sicherheit bei „typischer“ Anwendung (z.B. mit Einnahmefehlern bei der Pille, die ja immer mal vorkommen können).

Im Großen und Ganzen lässt sich die Sicherheit verschiedener Verhütungsmethoden vor ungewollten Schwangerschaften anhand des Pearl-Index aber gut vergleichen. Im Folgenden stellen wir Ihnen die gängigsten Verhütungsmethoden für die Frau im Überblick vor.
Natürliche Verhütungsmethoden
Ganz ohne Hormone und Chemie verhütet frau mit den Methoden der natürlichen Familienplanung. Das heißt ganz einfach: Sex nur an den unfruchtbaren Tagen! Um Ihre fruchtbaren Tage zu bestimmten, helfen Ihnen unser Eisprungrechner und Zykluskalender. Bei der symtothermalen Methode beispielsweise werden die Temperaturmethode und die Zervixschleimmethode (Billings-Methode) kombiniert. Diese Art der natürlichen Verhütung ist die einzige Methode, die mit einem Pearl-Index von 0,4 als sehr sicher eingestuft werden kann und es so durchaus mit hormonellen Verhütungsmitteln aufnehmen kann.

 Das könnte Sie interessieren: Natürliche Familienplanung

Ob Kinderwunsch oder Verhütung ohne Hormone - wir stellen Ihnen die symptothermale Methode (NFP) vor.


Den Coitus interruptus, also das Unterbrechen des Geschlechtsverkehrs bevor es beim Mann zum Höhepunkt kommt, ist mit einem Pearl-Index von 4 - 18 dagegen eine sehr unsichere Verhütungsmethode und nicht zu empfehlen. Ebenso die Scheidenspülung mit einem Pearl-Index von 30
Barrieremethoden zur Verhütung
Barrieremethoden oder auch Methoden zur mechanischen Verhütung wirken, indem sie eine Barriere zwischen Eizelle und Spermium bilden, welche eine Befruchtung verhindert. Bekanntester Vertreter dieser Verhütungsmethode ist das Kondom (Pearl-Index 2 - 12). Kondome sind nicht nur die zweitbeliebteste Verhütungsmethode in Deutschland, sie sind auch das einzige Verhütungsmittel (neben dem Frauenkondom), das vor sexuell übertragebaren Krankheiten schützt. Korrekt angewendet ist das Kondom eine sehr sichere Verhütungsmethode, allerdings sollte auf die Qualität (Prüfsiegel CE), das Haltbarkeitsdatum und eine vorsichtige Handhabung geachtet werden.

Weitere mechanische Verhütungsmittel sind die Spirale, das Frauenkondom das Diaphragma, und die Portiokappe. Mehr zu diesen Verhütungsmitteln erfahren Sie in der Textgalerie.

Weitere Barrieremethoden zur Verhütung
  • 1 / 4
    (Kupfer)Spirale

    Eine Spirale ist meist ein T-förmiges Stäbchen aus Kunststoff, wobei der senkrechte Verlauf mit Kupfer umwickelt ist. Die Kupfer-Ionen hemmen die Beweglichkeit der Spermien und stören den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Mittlerweile gibt es auch Hormonspiralen, die statt des Kupfers das künstlich hergestellte Hormon Gestagen enthalten. Die Spirale wird meist während der Menstruation vom Frauenarzt eingesetzt, da der Muttermund in dieser Zeit etwas weiter geöffnet ist. Einmal eingesetzt kann sie aber drei bis fünf Jahre im Körper bleiben.

    Mit einem Pearl-Index von 0,3 - 0,8 ist die Spirale eine sehr sichere Verhütungsmethode. Allerdings kann die Spirale die Regelblutung und die Periodenschmerzen verstärken. Zudem erhöht sie die Gefahr für Eileiterschwangerschaften, Fehlgeburten und Entzündungen der Gebärmutter.

  • 2 / 4
    Frauenkondom

    Das Frauenkondom oder auch „Femidom“ wird in Deutschland eher selten genutzt, schützt mit einem Pearl-Index von 5 - 25 aber ähnlich gut vor einer Schwangerschaft (und sexuell übertragbaren Krankheiten), wie das Kondom für den Mann. 

    Das Kondom für die Frau sieht ähnlich aus wie ein Kondom für den Mann. Es wird in die Scheide eingeführt, sodass es diese von innen auskleidet. Die Funktionsweise auch ähnlich, jedoch kann es schon einige Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt und bis zu acht Stunden getragen werden. Frauenkondome gibt’s in Apotheken. Achten Sie auch hier auf hohe Qualität.

  • 3 / 4
    Diaphragma

    Ein Diaphragma oder auch Pessar ist eine schalenförmige Kappe aus Latex und wird frühestens zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und zwar so, dass es direkt vor dem Muttermund liegt. So fängt es die Spermien ab. In Kombination mit einem Spermizid erreicht das Diaphragma einen Pearl-Index von 1 - 20.

    Wichtig: Ein Diaphragma muss vom Frauenarzt auf die Benutzerin angepasst werden, um einen korrekten Sitz im Körper zu gewährleisten. Nach einer Gewichtsveränderung ab 3 - 5 Kilo muss überprüft werden, ob es noch richtig sitzt; bei jungen Frauen sollte alle sechs Monate eine Überprüfung vorgenommen werden.

  • 4 / 4
    Portiokappe

    Die Portiokappe ist etwas kleiner und gewölbter als das Diaphragma, von der Anwendung her aber sehr ähnlich. Sie wird auch in die Scheide eingeführt und vor den Muttermund geschoben. Dort saugt es sich fest und versperrt Spermien den Weg. Auch die Größe der Portiokappe muss vom Frauenarzt auf die Benutzerin abgestimmt werden.

    Es wird empfohlen, die Portiokappe immer in Kombination mit einem Spermizid anzuwenden und sie frühestens acht Stunden nach dem Geschlechtsverkehr zu entfernen. Die Portiokappe hat einen Pearl-Index von 6 - 18. Eine Portiokappe kann etwa ein bis zwei Monate lang wiederverwendet werden und kostet zwischen 30 und 50 Euro.


Mehr zur hormonellen Verhütung und der chemischen Verhütung mit Spermiziden lesen Sie auf den beiden nächsten Seiten.




mehr zum Thema
Familienplanung Verhütungsmittel Sex
Artikel kommentieren
Login