Hormonelle Verhütung

Hormonelle Verhütungsmittel wirken auf den Zyklus der Frau. Welche hormonellen Verhütungsmittel es gibt und welche Vor- und Nachteile sie bieten, haben wir hier für Sie zusammengefasst.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

So wirken hormonelle Verhütungsmittel


Hormonelle Verhütungsmittel verhindern eine Schwangerschaft, indem sie den Eisprung unterdrücken oder den Zervixschleim so verändern, dass Spermien der Weg zur Eizelle versperrt oder die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert wird. Verantwortlich dafür sind künstlich erzeugte Hormone, die den körpereigenen Hormonen Östrogen und Gestagen sehr ähnlich sind.

Hormonelle Verhütungsmittel sind zwar sehr sicher, können jedoch unerwünschte Nebenwirkungen haben. Dazu gehören zum Beispiel eine Gewichtszunahme oder weniger Lust auf Sex. Zudem sorgen sie unter anderem für ein gesteigertes Risiko für Thrombosen (Blutgerinsel), Schlaganfälle oder Herzinfarkte, insbesondere dann, wenn die Anwenderin übergewichtig ist, genetische Veranlagungen dazu hat oder raucht. Studien geben außerdem Hinweise darauf, dass die Antibabypille das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, leicht erhöht. 

Lassen Sie sich in Bezug auf die Nebenwirkungen und die Eignung hormoneller Verhütungsmittel für Sie persönlich von Ihrem Frauenarzt beraten! 

Verhüten mit der Pille
Das beliebteste Verhütungsmittel heutzutage ist die Pille. Über die Hälfte der Frauen entscheiden sich für diese Form der Schwangerschaftsverhütung, die mit einem Pearl-Index von 0,1 - 3 (je nach Pillenart) sehr sicher ist. Es gibt die klassische Antibabypille, die Mikro-Pille (mittlerweile wohl die verbreitetste) und die Mini-Pille. Welche Unterschiede es gibt, wie die Pille wirkt, was Sie bei der Einnahme beachten müssen und alle anderen wichtigen Infos finden Sie in unserem Artikel über die Pille

 Das könnte Sie interessieren: Alles zur Pille

Die Pille ist das beliebteste Verhütungsmittel und bei richtiger Einnahme ist sie auch sehr sicher. Wir haben die wichtigsten Infos.



 Das könnte Sie interessieren: "Pille danach" jetzt rezeptfrei

Für Frauen ist es jetzt einfacher, die "Pille danach" zu bekommen. Seit März 2015 ist sie auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Alle Infos hier.


Dreimonatsspritze

Die Dreimonatsspritze enthält Gestagen und wird alle drei Monate als Depot in den Oberarm- oder Gesäßmuskel injiziert und zwar zwischen dem ersten und fünften Tag des Zyklus. Sie eignet sich vor allem für Frauen ab 21 Jahren, die andere Verhütungsmittel nicht vertragen. Stillenden Müttern ist diese Verhütungsmethode nicht zu empfehlen. Eine der häufigsten Nebenwirkungen sind Zyklusstörungen, wie Schmierblutungen. Je nach Präparat liegt der Pearl-Index bei 0,3 - 1,4.
Verhütungsstäbchen
Bei dieser Methode wird ein Stäbchen am Oberarm unter der Haut implantiert. Dort bleibt es maximal drei Jahre; dann wird es wieder entfernt. Wie die Mini-Pille und die Dreimonatsspritze enthält das Stäbchen zur Verhütung nur Gestagene. Durch das Implantat können kaum Anwendungsfehler passieren, deshalb ist das Verhütungsstäbchen sehr sicher (Pearl-Index: 0 - 0,1). Zudem kann es zyklusbedingte Beschwerden wie Schmerzen und Übelkeit lindern. Mögliche Nebenwirkungen sind dafür Akne, Haarausfall, Gewichtszunahme und eine verringerte Libido. 
NuvaRing/Vaginalring zur Verhütung
Der NuvaRing ist ein hormonelles Verhütungsmittel mit einer Kombination aus künstlichem Östrogen und Gestagen. Mit einem Pearl-Index von 0,4 - 0,7 ist der Vaginalring als sehr sicher einzustufen. Er hat eine relativ niedrige Hormondosis, die direkt über die Scheidenwand in den Blutkreislauf gelangt. Dafür wird der NuvaRing in die Scheide eingesetzt und nach drei Wochen wieder entfernt. Nach einer einwöchigen Menstruationspause wird ein neuer NuvaRing eingesetzt. Das kann jede Frau ohne einen Arztbesuch selbst machen. Der Vorteil des verformbaren Ringes ist, dass Übelkeit oder Durchfall keine Auswirkung auf die Wirksamkeit des Verhütungsmittels haben; Antibiotika allerdings schon. Eine mögliche Nebenwirkung des NuvaRinges ist wie bei der klassischen Pille eine Thrombose. Stillende Mütter sollten nicht mit dem NuvaRing verhüten.
Verhütungspflaster
Auch das Verhütungspflaster wirkt mit künstlichem Östrogen und Gestagen. Das 20 x 20 Zentimeter große Pflaster wird auf den Oberarm, die Hüfte, den Po, den Bauch oder eine andere Körperstelle geklebt und muss wöchentlich gewechselt werden. Nach drei Anwendungswochen wird eine Woche Pause gemacht und dann neu gestartet. Nachteile des Verhütungspflasters: es ist sichtbar und könnte sich unter Umständen ablösen; die Anwenderinnen sind in den sieben Tagen ohne Pflaster nicht vor einer Schwangerschaft geschützt und sie eignet sich nur für Frauen bis ca. 90 Kilogramm Körpergewicht. Ansonsten ist es aber ein sicheres Verhütungsmittel mit einem Pearl-Index von 0,7 - 0,9. Sie möchten nicht mit Hormonen verhüten, aber mechanische oder natürliche Verhütungsmethoden allein sind Ihnen zu unsicher? Dann könnten chemische Verhütungsmittel für Sie in Frage kommen. Mehr dazu lesen Sie auf der nächsten Seite.


mehr zum Thema
Familienplanung Sex Verhütungsmittel Zyklus