Was beim zweiten Kind alles anders wird

Ein zweites Kind stellt die ganze Familie vor neue Herausforderungen. Wir zeigen, was einfacher - und was schwieriger wird.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden
Wenn das zweite Kind kommt, wird schnell klar: Jetzt wird alles anders! Denn der Unterschied, ob ein oder zwei Kinder im Haus sind, ist riesig.
Die gute Nachricht lautet aber: Vieles wird nicht schwieriger, sondern dank einem großen Erfahrungschatz und viel Routine mit Alltagsproblemchen einfacher. Löste die Schniefnase beim ersten Kind hektische Kinderarztbesuche aus, wird sie beim zweiten eher als Normalzustand empfunden - jedenfalls im Winter. 

Was beim zweiten Kind einfacher wird
  • 1 / 6
    Routine

    Die Eltern sind routinierter und ruhiger, kennen die wesentlichen Handgriffe, Wehwehchen und Krisen, sind souveräner, setzen Grenzen klarer und fällen Entscheidungen leichter. Und sie vermeiden die typischen "Erstlingsfehler".

  • 2 / 6
    Erfahrung

    Das Paar hat durchs erste Kind bereits auf "Familie" umgestellt und gelernt, Bedürfnisse eines kleinen Menschen mit zu berücksichtigen. Da bedeutet ein zweites Kind keine große Umstellung mehr.

  • 3 / 6
    Sicht von Außen

    "Gute Ratschläge" von Verwandten und Bekannten brauchen die Eltern nicht mehr zu fürchten. Die ersten erzieherischen Weichenstellungen sind schließlich die grundlegenden, und die sind bereits beim ersten Kind erfolgt, alle Grundsatzfragen von Stillen über Familienbett bis zum Impfen beantwortet. Sie möchten wissen, wie andere Eltern hier entscheiden? Machen Sie mit bei unserer Umfrage "Brust oder Flasche? Babybettchen oder Familienbett?" und sehen Sie, wie andere Mütter das Leben mit Baby handeln.

  • 4 / 6
    Kinder lernen von Kindern

    Das zweite Kind erlebt Erziehung durch das, was Eltern und älteres Geschwisterkind vorleben. Eine Einordnung fällt ihm  leichter, und es läuft auch gar nicht erst Gefahr, wie viele Erstgeborenen in Watte gepackt zu werden.

  • 5 / 6
    Anspruch

    Der Elternanspruch, perfekt zu sein, hat sich bereits aufgelöst, mehr Gelassenheit hat Einzug gehalten, zum Wohle aller - auch des jüngsten Familienmitglieds.

  • 6 / 6
    Zusammenlegen

    Vieles ist "ein Aufwasch". Einkaufen für einen mehr, Vorlesen, Wäsche waschen - bei vielen Alltagsdingen macht es keinen großen Unterschied, wenn die Familie größer wird.



So weit, so gut - doch es gibt mindestens ebenso viele Argumente, die das genaue Gegenteil belegen: Wird mit dem zweiten Kind also alles schwieriger, aufwendiger, in gewissem Sinne auch ungerechter? Die folgenden Nein-Antworten sind jeweils ergänzt um konkrete Vorschläge, wie es eben doch gut klappen kann. Denn eins steht fest: Für jede Problemlage gibt es eine Lösung, und Familien sind meist stark genug, das Problem auch zu bewältigen.
Was beim zweiten Kind schwieriger wird
● Jedes Kind ist anders: Kein Kind ist gleich - und Ihr Zweites wird ganz andere Eigenschaften haben als das erste. Nummer eins ist ein gut gelaunter Wonneproppen, der fast von Anfang an durchgeschlafen hat? Dann ist Nummer zwei vielleicht ein unruhiger Nachtgeist, der viel weint und getragen werden möchte.
➤ Was tun? Gehen Sie auf die Besonderheiten jedes Kindes separat ein. Jedes Individuum ist ganz einzigartig in seinen Problemlagen - aber auch in der Vielfalt seiner Möglichkeiten. Wir wissen: Das kostet Zeit, Kraft und Nerven...



© Thinkstock
● Älteres Geschwister: Das ältere Geschwister muss das "Entthronungstrauma" bewältigen und kann auf die neue Konkurrenz im Haus eifersüchtig reagieren. Die Notwendigkeit, Gunst und Liebe aufzuteilen, stellt neue, viel größere Herausforderungen an die Eltern - vor allem, wenn der "Große" die Rolle des "Großen" keineswegs annehmen will und Streit zwischen den Kindern vorprogrammiert ist.
➤ Was tun? Nehmen Sie sich (möglichst im Wechsel) Zeitspannen, die Sie nur dem älteren Geschwisterkind zur Verfügung stellen, lassen Sie es aber auch teilhaben am Umgang mit dem Kleinen. Und erklären Sie ihm möglichst schon vor der Geburt des Bruders oder der Schwester, dass es im Alltag Zeiten geben wird, in denen es nicht im Mittelpunkt stehen kann.

● Machtkampf:
Das jüngere Geschwister muss frühzeitig lernen, sich zu behaupten, und macht entsprechend deutlich und mit allen Mitteln auf sich aufmerksam. Dadurch beansprucht es eher noch mehr Zeit seitens der Eltern, als dies mit dem ersten Kind der Fall ist.
➤ Was tun? Lassen Sie sich auf das zweite Kind mit all seinen angenehmen und weniger angenehmen Qualitäten genauso ein wie auf das erste. Machen Sie dabei aber nicht den Fehler, den Aufwand für beide Kinder einfach zu addieren. Genießen Sie das "Abenteuer Familie" mit Haut und Haar; dann addieren Sie nicht mehr, sondern sind einfach Teil des Ganzen.

● Organisation:
Der organisatorische Aufwand für jede Art von Familienunternehmung steigt beträchtlich.
➤ Was tun? Senken Sie Ihre Ansprüche - schon ein gemeinsamer Waldspaziergang kann für alle ein tolles Erlebnis sein. Stellen Sie dazu Ihre innere Uhr für ein paar Jahre um auf „Familienzeit“. Auch wenn es brutal klingt: Der nächste romantische Wochenendtrip zu zweit nach Paris ist erst realistisch, wenn die Kinder alt genug sind, für einige Tage bei Oma und Opa oder guten Freunden zu bleiben.

● Interessen ausgleichen:
Verschiedene Kinder haben verschiedene Interessen, es gibt keine Gerechtigkeit bei der Aufteilung von Zuwendung - das müssen Sie sich bewusst machen.
➤ Was tun? Setzen Sie sich nicht unter Druck, die hundertprozentig gerechte Erziehung gibt es nicht. Vermeiden Sie auf jeden Fall, die Kinder gegeneinander auszuspielen. Definieren Sie aber Grundregeln, die für alle Kinder gelten.

● Neue Zwischenfälle:
Mit jedem Kind steigt die Gefahr neuer Zwischenfälle: Unfälle, Krankheiten, durchwachte Nächte, später Konflikte in Kindergarten, Schule, Freundeskreis...
➤ Was tun? Bleiben Sie gelassen. Natürlich steigt mit zwei Kindern die Verantwortung. Aber mit jedem Kind steigt auch die Anzahl schöner und lustiger Momente. 

 Das könnte Sie interessieren: 100 Erziehungstipps

"Ist das normal?" und "Was mach ich jetzt am besten?". Wir haben Tipps für ganz konkrete Alltagssituationen von Streit bis Gesundheit.






mehr zum Thema
Geschwister Leben mit Baby Familienplanung
Artikel kommentieren
Login