Wie ich binnen 19 Stunden aufgegeben habe, Supermom zu werden

Mein Plan: Ich wollte Supermom werden. Mindestens. Doch in der ersten Nacht als Mutter habe ich diesen Gedanken komplett verworfen.


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© iStock
Eigentlich wollte ich Supermom werden

Als unsere Zwillinge noch im Bauch waren, malte ich mir das Leben als Mama bereits aus. Wie schön würde es bitte werden, den ganzen Tag mit den Mädchen zu kuscheln und ihnen den Weg in ein wunderbares behütetes Leben zu bereiten? Selbstverständlich wollten wir alles richtig machen. Zum Beispiel sollten die Babys in ihren herrlichen Beistellbettchen neben uns schlafen. Ohne Nestchen und Co. - nein, wir waren ja aufgeklärt, was den plötzlichen Kindstod angeht. Ach ja: Und einen Schnuller gewöhnen wir den beiden erst gar nicht an.

Es kam anders. War ja klar. Exakt 19 Stunden nach der Geburt wurde mir klar, dass ich nicht Supermom werde. Im Gegenteil: Ich wurde (und werde) das Gefühl nicht los, dass ich mich als Mama durchwurschteln werde. Ähnlich wie ich das Abitur irgendwie bestand.
Seit der ersten Nacht als Mama weiß ich: Ich werde viele Fehler machen
Nur wenige Stunden nach der Geburt stand eine Hebamme in unserem Familienzimmer und fragte: "Wollen Sie denn die Kinder heute Nacht für ein paar Stunden im Kinderzimmer abgeben?" Ich: "Bitte was? Die beiden sind doch gerade erst auf die Welt gekommen. Die bleiben bei uns." Hebamme: "Viele Mütter wollen sich nach der Geburt erst einmal ausruhen. Melden Sie sich einfach." Doch mein Mann und ich schüttelten die Köpfe.

Fritzi und Emma nach der Geburt

Können auch friedlich schlummern (selten): Fritzi und Emma kurz nach der Geburt


© privat
Dann kam die Nacht. Kind 1 schrie. Kind 2 schrie. Windelcheck? Ok. Hunger? Nee. Mein Mann und ich hatten je ein Baby im Arm. Ich zu ihm: "Wir dürfen nicht einschlafen." Er: "Oh man, jetzt weiß ich, was die anderen mit Schlafentzug meinen. Und das geht jetzt die nächsten Wochen so weiter!" Nach einer Stunde wagten wir es, die ruhigen Kinder wieder in ihr Bettchen zu legen. Es folgte ein synchrones Bääähäääääää! Wir nahmen die Mädchen wieder auf den Arm in unsere Betten. Er: "Nicht einschlafen.". Ich: "Wollen wir diese Schnuller nicht doch einmal ausprobieren?" Emma war mittlerweile in ihrem Bettchen eingeschlummert. Fritzi nicht. Dann schlief Fritzi endlich selig. Emma nicht. Es war 4 Uhr. "Ruf an", sagte ich zu meinem Mann. "Nein, wir schaffen das." 4.30 Uhr: "Können wir bitte Fritzi und Emma ins Kinderzimmer abgeben?" Ich bin binnen fünf Sekunden eingenickt. Nach drei Stunden wurden uns die Mädchen zurück ins Zimmer geschoben. Fremdbetreuung in der ersten Nacht. Dafür komme ich sicher in die Mama-Hölle.
Der Befreiungsschlag: Dann werden wir eben unperfekte Eltern
Ganz ehrlich: Dass wir die Kinder in der ersten Nacht für ein paar Stunden abgegeben haben, war der erste Befreiungsschlag. Ab diesen Zeitpunkt wusste ich, dass wir weit weg davon sind, die perfekten Eltern zu werden. Und jetzt raten Sie mal, welchen von meinen Vorsätzen ich durchgezogen habe? Nur so viel: Ich bin unzählige Male morgens in meinem Bett mit wahlweise einem oder zwei Babys im Arm aufgewacht. Fritzi ist derart vernarrt in ihren Schnuller, dass ich vor der Schnullerfee, die irgendwann kommen wird, mehr Angst habe als sie.
Und was die pädagogische und ökologische elterliche Correctness angeht - das ist noch einmal ein ganz anderes Kapitel. Davon offenbare ich Ihnen gerne demnächst mehr.

Hier schreibt Hella, Mutter von den bezaubernden Zwillingsmädchen Fritzi und Emma. Mittlerweile sind die beiden 1,5 Jahre alt und schlafen meist in ihren eigenen Bettchen. Manchmal sogar richtig gut. Mein Dank gilt dem Schnullererfinder und der Teddy-Industrie.


Noch mehr von uns: Das erste Mal am StrandZwillinge - gleich anziehen? & Kindermusik: Willkommen in der Hölle

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Diese sieben Sätze hören fast alle Neu-Eltern von Freunden oder Verwandten. Wir wissen: Es sind alles Lügen!



Autorenbild Hella Brunke

von Hella Brunke




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