Zweisprachig aufwachsen leicht gemacht


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Zweisprachigkeit: Kinder können Sprache trennen

Kinder bauen sich nämlich eine eigene Sprachordnung auf, wie Prof. Bernd Kielhöfer von der Freien Universität Berlin erklärt. Sie unterscheiden nicht nur zwischen der Sprache, die sie mit der Mutter, und der, die sie mit dem Vater sprechen, sondern auch zwischen Familiensprache, Spielsprache und Umgebungssprache. „Dieses konsequente Ordnungsprinzip für funktionalen Sprachgebrauch und Sprachtrennung scheint die wichtigste Voraussetzung für das Gelingen der zweisprachigen Erziehung zu sein“, erklärt der Sprachwissenschaftler. Zweisprachige Erziehung weise jeder Sprache eine besondere Aufgabe, ein eigenes Anwendungsgebiet zu. Eltern können diese Ordnung der Zweisprachligkeit nutzen, um die schwache Sprache zu stärken. Etwa indem sie die Spielsprache fördern, die für Kinder schon im zweiten Lebensjahr wichtig wird. Wenn Kinder regelmäßig mit Gleichaltrigen zusammenkommen, mit denen sie in ihrer schwachen Sprache kommunizieren müssen, bekommt die für sie auch mehr Bedeutung. Kindergarten fördert zweisprachige Erziehung Denn meist bevorzugen Kinder die starke Sprache, die die Umgebung spricht, auch beim Spiel. Und das kann dazu führen, dass die Kleinen irgendwann die schwache Sprache sogar verweigern. „Dann sollte man nicht aufgeben, sondern konsequent bleiben und weiter mit den Kindern in beiden Sprachen sprechen. Es hat sich gezeigt, dass sich eine Sprache weiterentwickelt, selbst wenn sie über Monate nicht gesprochen wird“, sagt Susanne Rieckborn. Fördern können Eltern die Zweisprachigkeit ihrer Kinder ganz einfach, wenn sie sie in zweisprachige Kitas bringen. Auch einsprachig aufwachsende Kinder können hier übrigens schnell durch zweisprachige Erziehung eine zweite Sprache erwerben. Zweisprachigkeit auch für einsprachige Kinder durch zweisprachige Erziehung Eine Studie der Universität Kiel hat gezeigt, dass sogar einsprachig aufwachsende Kinder mit drei Jahren noch Englisch auf dem Niveau von zweisprachigen Kindern erlernen können, wenn sie in eine zweisprachige Kita oder Kindergarten gehen. Das heißt dann „Immersion“, also „Sprachbad“. Voraussetzung ist eine Erzieherin, die die Fremdsprache auf Muttersprach-Niveau beherrscht. Mit viel Gestik und Mimik verstehen Kinder bald, was sie meint - und lernen so, selbst in der Fremdsprache zu sprechen.