Forum Kinderbetreuung



  1. #1

    Nur noch Dialekt im Kindergarten - in Deutschland denkbar?

    "Ja zur Mundart im Kindergarten" heißt die Schweizer Volksinitiative, für die sich in Zürich nun eine klare Mehrheit der Bürger ausgesprochen hat. In der Konsequenz bedeutet das, dass Züricher Kindergärtner ab sofort nur noch im Dialekt mit den Kindern sprechen dürfen.Unter anderem sollen so Migrantenkinder besser integriert werden.

    Nur noch Dialekt im Kindergarten - wäre so etwas in Deutschland denkbar? Was meint ihr? Sagt uns eure Meinung!
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  2. #2
    Avatar von Mama78
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    So was gibtes auch wieder nur in der SChweiz. In einem Land wo Minarette verboten sind und man Bürgern mit Migrationshintergrund generell wenig aufgeschlossen gegenüber steht erscheint die Aussage dass damit Migrantenkinder besser einzugliedern sind doch recht fadenscheinig.

    In Deutschland kann wenigstens jeder so sprechen wie er will und das ist auch gut so. Eher ist es in Deutschland ja sowieso anders herum also Hochdeutsch statt Dialekt. So lange die Kinder ihre Erzieher verstehen finde ich auch eine schöne Sprachfärbung völlig in Ordnung.


  3. #3
    Avatar von Helga
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    Das Argumentder Integration halte ich für absurd. Dialekt integriert nicht, sondern Menschen integrieren oder integrieren sich. Was am Dialekt sinnvoll, kindgerecht und nachhaltig sein soll, ist mir auch nicht klar. Kinder sprechen halt zu Hause mit den Eltern wie die Eltern sprechen und ich denke, sie schaffen locker den Sprung zu Deutsch. Das Argument, dass Deutsch nicht zu besseren Leistungen führe, finde ich ebenfalls wenig überzeugend. In der Schule lernen die Kinder dann doch sowieso auf Deutsch, oder nicht? Das Vorschreiben stört mich, nicht, ob jemand Dialekt spricht.

    Liebe Mama78, ich finde auch jeder soll doch so sprechen, wie er möchte. Unetrschiede machen doch auch ein lebendiges Miteinander aus.

    Sinnlose Regeln schmälern die Individualität, liebe Grüße Helga


  4. #4
    Avatar von f.j.neffe
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    Ich habe vor vielen Jahren schon Kinderlieder für den Schweizer Kindergarten gemacht. Sie mussten erst ins Schwyzer Dütsch (oder auch ins Italienische) übersetzt werden.
    Unser konkretes Wissen über die Schweiz ist doch in aller Regel mehr als dürftig. Migrantenkinder lernen in Hamburg auch ein anderes Deutsch als in Biberach oder Rosenheim. Wichtig ist doch vor allem, dass sich Kinder und ErZIEHer menschlich erreichen und dass es/man sie zum Lernen ZIEHT und nicht drückt. Die Schweiz hat doch bis heute ihre (auch verschiedenen) Dialekte beibehalten. Im Radio spricht man Schwyzerdütsch, nur die Nachrichten und Verkehrsdurchsagen sind Hochdeutsch. Insofern haben die Schweizer eine ganz andere Tradition wie wir.
    Uns allen gemein ist, dass wir lernen sollten, uns in der Sprache zu begegnen, die wir mitbringen. Ich grüße freundlich.
    Franz Josef Neffe



  5. #5
    Avatar von Kerstin 40
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    Ich würde es klasse finden, wenn in Kindergarten nicht nur Hochdeutsch gesprochen wird, sondern zB auch Plattdeutsch. Ich komme aus dem Norden und habe Plattdeutsch früher als Teenie als "peinliche Bauernsprache" gehalten, heute ärgere ich mich, dass ich es kaum spreche. Ich finde schon dass Dialekte mit Identifizierung der Herkunft zu tun haben und vielleicht wäre es auch für ausländische Kinder schön, so noch zusätzlich "dazu zu gehören", warum nicht?


  6. #6
    Ich befürchte, dass dem vordergründigen Argument: "Unter anderem sollen so Migrantenkinder besser integriert werden." eher der Hintergedanke anhaftet: ausländische Kindergärtnerinen sollen nicht unsere Kinder erziehen... Solche Ansätze grenzen eher aus als ein in meinen Augen.

    Ausserdem, es mag zwar schön sein, wenn die Kinder die lokale Mundart lernen aber wozu, wenn sie es zu hause nicht anwenden? Migrantenkinder profitieren mehr davon in Deutschland hochdeutsch sprechen und schreiben zu lernen, was sie zu hause möglicherweise nicht lernen können, als von einem lokalen Dialekt, der sie höchstens auf der Strasse voran bringt. In der Schule und später im Beruf müssen sie praktisch wieder eine neue Sprache lernen. Geschweige von einem Studium, auf das sie schon mal gar nicht vorbereitet sind und mit den sprachlichen Voraussetzungen von ausländischen Studierenden starten, jedoch keinen Anspruch auf einen Deutschkurs haben. Deutsche Kinder hingegen haben zu hause die Möglichkeit die Nuancen und Unterschiede zwischen Mundart und Hochdeutsch zu erlernen, was Migrantenkindern vielfach nicht möglich ist.

    Was ist dann mit den Eltern, die sich nicht wünschen, dass ihre Kinder Dialekt sprechen? Müssen sie dann auf den Kindergarten gänzlich verzichten? Immerhin ist unsere Gesellschaft immer mobiler. Es mag ja ganz reizvoll sein den Dialekt der eigenen Vorfahren zu kennen, aber warum sollte jemandem daran gelegen sein einen wildfremden Dialekt den Kindern beizubringen nur weil man aus beruflichen Gründen umziehen musste?


  7. #7
    Junior Member Avatar von davinia
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    Ich würde es auch begrüßen, gerade bei dialekten, welche nur noch selten bis gar nicht mehr gesprochen werden kann es doch nur förderlich sein. Das Beispiel "Platt" zeigt doch wie wichtig es wäre schon im Kindergarten den Dialekt fortzuführen.


  8. #8
    Junior Member Avatar von Martini79
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    Es ist wirklich schwierig, sich da auf eine Meinung zu stützen. Ob nun ein Kind mit einem gewissen Dialekt "ausgestattet" werden soll oder nicht, hängt von der Erziehung von Zuhause ab. Wenn das Kind Daheim von den Eltern einen Dialekt aufgreift, dann wird es ihm weiter gegeben. Ich glaube auch nicht, dass es dem Kind schadet, wenn er sich im Kindergarten dann mit den anderen Kindern auf Hochdeutsch unterhält. Solange sich die Wörter so gleichen, dass kein Verständnisproblem entsteht, ist es alles kein Problem. Es kommt natürlich auch auf die Rolle der Erzieher an. Je nachdem, wie in einem Kindergarten die Regeln aufgestellt werden, kann es ja auch sein, dass eben Lieder mit einem Dialekt gesungen werden. Aber das hängt eben auch von der Region ab. Wie sich nun ein Kind an das ganze integriert liegt auch an der Erziehung und Rolle der Erzieher. Immerhin tragen sie eine wichtige und große Rolle zur Erziehung und Entwicklung des Kindes bei. Diese Information habe ich mir einst hier herausgesucht. Interessante Aspekte, die erwähnt werden.


  9. #9
    Junior Member Avatar von Wifilbeem
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    Hallo

    Ich bin der Meinung zu Hause kann jeder sprechen wie er will. Da ist auch Dialekt erlaubt. Aber im Kindergarten sollte hochdeutsch gesprochen werden. Der Kindergarten ist schließlich die Vorstufe zur Schule. Die Kinder sollen Schreiben lernen. Viele schreiben eh was sie hören. Stellt Euch mal die Fehler vor, wenn jetzt jedes Kind auch noch anders spricht.


  10. #10
    Member Avatar von tina2011
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    der Dialekt ist auch ein Stück Heimat und Kultur - das habe ich meinen Kindern nicht genommen. Die lernen in der Schule eh erst mal Lautschrift und gehen dann zum Hochdeutschen über. Und das klappt wunderbar.



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