Forum Sternenkinder



  1. #1
    Junior Member Avatar von Felicity2017
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    meine Geschichte: unser Glpück ist aufgebraucht..

    Hallo zusammen,
    ich wende mich heute an euch, weil mich wahrscheinlich niemand besser verstehen kann als ihr. Eigentlich hatte ich ganz großes Glück. Ich habe bereits zwei Kinder. Meine große Tochter ist spontan entstanden, die Kleine bei der ersten Kryo der ersten ICSI. Nun habe ich mir schon lange Zeit ein drittes Kind gewünscht. Und gleich bei der ersten ICSI hat es geklappt. Ich war überglücklich. Ihr könnt es euch ja vorstellen. Selten bin ich ein Optimist, aber komischerweise ab dem positiven Test war ich es. Ich fühlte mich so schwanger wie in keiner der anderen Schwangerschaften zuvor. Ja und dann der Schock. Beim ersten Ultraschall war die Fruchthöhle leer. Beim zweiten auch wieder. Und der hcG Wert sinkt. Es wird wohl ein Windei sein. Zumindest keine intakte Schwangerschaft. Ich merke ganz deutlich, dass die Schwangerschaft & weniger werden und habe mich emotional soweit versucht damit zu arrangieren. Nun stellt sich mir die Frage nach dem weiteren Procedere. Ich möchte ungern eine Ausschabung haben. Auch wenn es sich blöd anhört, aber auf diesem ganzen Kinderwunschweg, ist meine körperliche Gesundheit unser Kapital. Ich habe Angst vor irgendwelchen Problemen, die dadurch entstehen könnten. Außerdem möchte ich das kleine nicht einfach so weggeschabt bekommen. Mir wäre es lieber, der Natur seinen Lauf zu lassen. Aber mein Körper scheint das alles noch nicht so ganz realisiert zu haben. Ich befürchte, das kann jetzt noch Wochen dauern. Und so blöd es sich auch anhört, aber irgendwann möchte ich gerne unsere Kryos abholen oder auch in die nächste ICSI starten. Und einfach abschließen können natürlich. Außerdem kann ich mir das nicht so recht vorstellen, wie das blutungstechnisch so ist. Habe ständig Angst vor irgendwelchen großen Mengen, die eventuell aus mir rauskommen, zu einem völlig ungünstigen Zeitpunkt, wenn ihr versteht was ich meine.
    Hat vielleicht jemand Tipps von euch für mich? Das wäre nett. Ich würde mich auch über aufbauende Geschichten freuen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es das mit dem Kiwu jetzt war. Wir hatten immer so viel Glück. Wahrscheinlich ist das jetzt einfach aufgebraucht...
    Ganz liebe Grüße,
    Felicity


  2. #2
    Junior Member Avatar von binki
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    Hallo,
    Erstmal tut es mir aufrichtig leid das du nun auch zu d3m club der sternchenmamas gehören tust. Ein club in den niemand freiwillig will.
    Und dann will ich dir mut machen. Eine natürliche fg ist bei weitem nicht so schlimm wie immer alle sagen. Klar es gibt ausnahmen aber die hast du überall.
    Ich hab drei von 4 fg ohne Ausschabung gehabt bis zum Entwicklungsstand 8ssw auch kein Problem. Danach muss man es abwägen.
    Du kannst ne Hebamme um Hilfe bitten.
    Dann könnte dee horst/nestreinigungstee dir helfen.
    Zusätzlich ein paar gute Schmerzmittel ne Wärmflasche und das wars.
    Die Blutung wird irgendwann mit mehr oder weniger starken Krämpfen (wehen) beginnen .
    Dann ist es unterschiedlich entweder geht gleich recht viel ab oder es beginnt langsam, oder es ist ziemlich gleich stark.
    Ich hatte alles dabei.
    Im Grunde aber ist es wie ne stärkere regel mit etwas mehr schmerzen (zum teil auch weil du weißt es ist/war dein baby bzw die Hoffnung darauf.
    Nach einem natürlichen abort sollte mit us geschaut werden ob alles raus ist.und dann 1- Zyklen abwarten bevor man wieder startet.
    Falls es auf dem natürlichen Weg doch nicht geht... ich habe schon ein "Zwischending" erlebt. Vielleicht kommt das ja in Frage:
    Ich hatte vor nem guten Jahr auch ein Windei, da ich schon zu weit war, ging eine natürliche FG nicht mehr, aber ich habe ein Medikament bekommen, dass die "Geburt" einleitet. Cytotec oder so ähnlich hieß es, glaube ich. Dafür musste ich eine Nacht im Krankenhaus bleiben und dann wurde drei Tage später per Utraschall geguckt, ob alles raus war.
    Es kam in der ersten Nacht (im KH) heftig viel Blut, wie eine sehr sehr sehr starke Regel, dann wurde es langsam weniger. Schmerzen waren auch ähnlich.
    Ich fand diesen Kompromiss sehr gut und es erspart die Ausschabung. (wenn wirklich alles rausgeht damit)
    Ich wünsche Dir alles Gute.
    Lg,
    Mondstaub
    PS Ich bin nach 4 fg nun stolze mama eines zweiten jungen der knapp 6 Monate alt ist. (...)

    Alles gute für euch.
    Binki
    Geändert von Redaktion familie.de (18.10.2017 um 16:06 Uhr) Grund: Werbung entfernt


  3. #3
    Member Avatar von Piacentina
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    Hallo Felicity,
    wie man das verarbeiten kann, ist glaub bei jedem anders.
    Ich war zur Gesprächstherapie bei der Mutterkind Stiftung hier bei uns.
    Ich hab einiges ins Rollen gebracht um anderen Frauen zu helfen und die Klinik sensibler zu machen zu dem Thema. Und ich hab mich damit ausgesohnt.
    Ich weiß es liegt nicht in meiner Hand ob eine ss gut verlaufen tut oder nicht.
    Außerdem ist mir klar geworden welches Wunder es ist, ein gesundes Kind zu haben.
    Zumal mir immer gesagt wurde ich könnte nie ohne Hilfe ss werden.
    Kurz bevor der Kleine mit der Hilfe der Reproärzte aus der Ukraine (Biotexcom, Kiew) sich auf dem Weg gemacht hat, habe ich gerade mal wieder mein Leben besonders berufliche umgestellt. War mitten drin im Abschied vom Geschwister Kind.
    Ich hab gesagt bis Ende 2014 versuchen wir es noch und dann bleibt er Einzelkind im Nov im größten Stress bin ich dann ss geworden.
    Vielleicht fiel es mir leichter das so anzugehen, da ich den Abschied vom Kind bereits einige Jahre vorher schon einmal durch hatte der große war ehrlich gesagt ein Schock hoch zehn Freude kam erst sehr spät auf.
    Außerdem war er so ganz anders als man es sich vorstellen tut.
    Ein schrei Baby hoch 10, dazu die Angst der stirbt (völlig unrealistisch) hab mich echt gefragt warum ich je Kinder wollte. Viele sagen immer wie kannst du so was sagen du wolltest doch immer welche.
    Ja das stimmt dennoch finde ich darf man sagen, dass es nicht alles rosa rot und schön ist.
    Das erste Jahr mit ihm war der Horror schlechthin.
    Durch ne scheiß ss ist alles was ich mir gerade aufgebaut hatte berufliche baden gegangen und mit dem ziemlich viel Geld.
    Aber auch da hab ich mir Hilfe gesucht eben weil ich auch dachte es ist nicht normal und ich müsste vor Freude und Dankbarkeit nur so strahlen.
    Doch ich habe gelernt ehrlich zu sein, auch wenn andere es schlecht aushalten können.
    Z.B. die Trauer um ein ungeborenes Kind.
    Denn durch verdrängen wirds nicht besser im Gegenteil.
    Und ich kam mit den natürlichen Aborten besser klar weil mein Körper es geregelt hat. Und ich so sicher sein konnte es soll so sein.
    Denn auch wenn ich bei unserer Tochter gesehen habe das ihr Herz nicht mehr schlagen tut hat man immer noch gehofft es wäre ein Irrtum.
    Einen weg wie muss jeder selbst für sich finden.
    Mir hat das reden in der Therapie und mit meinen Freunden die gleiches durchhaben geholfen. Wir sprechen heute noch immer mal wieder drüber.

    Wie gesagt ne Hebamme nicht schlecht.
    Den Tee gibts bei meine Teemischung de.
    Ich wünsche dir alles Liebe und gute.
    Meld dich, wenn du jemanden zum Reden brauchst.
    LG,
    Piacentina


  4. #4
    Junior Member Avatar von Luzzi
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    Liebe Felicity,
    es tut mir leid, dass euer Kleines nicht bei euch bleiben kann....
    Meine Fehlgeburten waren alle natürlich und ich bin wirklich froh drum!! Irgendwie ließ es das Gefühl zurück, "wenigstens das" geschafft zu haben.....
    Ich weiß nicht, wie weit du schon bist. Wenn noch ganz am Anfang, dann schaffst du das auch alleine. Wenn schon etwas weiter, dann such dir eine Hebamme, die dich begleitet!
    Ich sage mir immer wieder, dass Fehlgeburten so häufig und "normal" sind, dass der weibliche Körper da auch alleine mit klarkommen kann. Rein von der Evolution gesehen. Sonst gäbe es wohl die Menschheit nicht mehr.... Aber natürlich kann es auch immer Komplikationen geben und darauf solltest du vorbereitet sein. Sprich wenn es losgeht jemanden bei dir haben, der dich notfalls auch ins Krankenhaus fahren oder dem Notarzt die Tür öffnen kann!
    Was ich machen würde: Lass alle paar Tagen das HCG kontrollieren, damit du weißt, wo du stehst!
    Ich hatte ebenfalls ein Windei / Blasenmole. Meine Ärztin hielt eine Ausschabung für besser.
    Mein HCG war aber auch sehr hoch, in der 8. SSW über 60000.
    Sie meinte, dass manchmal nicht alles Gewebe ausgeschieden wird. Dies könnte dann in ganz
    seltenen Fällen zu einer Krebserkrankung führen (wenn auch eine sehr gut zu behandelnde)
    Ich entschied mich daher zur OP. Ich musste danach noch 6 Monate den HCG kontrollieren lassen.
    Nach 8 Monaten durften wir es weiter versuchen.
    Diese lange Zeit war schwer auszuhalten.
    Inzwischen bin ich in der 16.SSW.
    Vielleicht war meine Kinderwunschärztin aber auch einfach zu vorsichtig und die ukrainischen (Biotexcom, Kiew) haben genau den richtigen Weg gefunden, um mich schwanger zu machen? Ich lese ja hier, dass viele mit Windei eine natürliche FG hatten.

    Ich wünsche dir alles Gute dafür und lass dir gesagt sein: Wenn du keine Ausschabung willst, dann musst du den Weg auch nicht gehen - erst, wenn es natürlich nicht klappt! Früher gab es auch im späteren Stadium sofort einen Kaiserschnitt, heute wird die Spontane Geburt eingeleitet....
    Du schaffst das!!!
    Ich wünsche Dir viel Kraft, wenn Du magst, schreibe doch!
    Wie es bei Dir weiter gegangen ist.
    Herzenswünsche,
    Luzzi


  5. #5
    Member Avatar von memale
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    Liebe Felicity,

    die Ärzte haben mir zu dem Medikament geraten, da meine HCG Werte weiter anstieg, keine Blutungen mehr da waren, aber eben auch kein Embryo. Wer weiß, wie lange es gedauert hätte, bis der Körper ganz natürlich aufgibt. Eine Ausschabung wurde versucht zu umgehen, da "in meiner Gebährmutter" die einzige Stelle ist (was das Schwangerwerden betrifft) an der ich noch keine Narben habe und das ja bei einer Ausschabung zumindest ein Risiko ist.
    Das Risiko bei dem Medikament ist vor allem, dass nicht alles abgeht und dann doch noch eine Ausschabung gemacht werden muss. Aber das weiß man schnell, nach ein paar Tagen und man hat es zumindest ohne Narkose ohne OP und den dazugehörigen Risiken versucht. Bei mir kam es am Ende so, aber ich hatte das Gefühl alle Möglichkeiten es schonend zu machen ausgeschöpft zu haben. Wenn man in der Situation überhaupt was einigermaßen gut finden kann.
    Das Medikament wird auch bei Frauen eingesetzt, um die Geburt einzuleiten, wenn es um eine ganz normale Geburt zum Ende der Schwangerschaft geht.
    Ich würde es wieder so machen. In meiner Klinik gab es aber auch einen Arzt, der gesagt hat, dass es eh nicht klappt, weil ich schon zu weit bin. Meine Ärztin hat sich aber durchgesetzt, weil sie das schonendere Verfahren lieber bei mir wollte. Trotzdem war es den Versuch wert.

    Leider bin ich seitdem nicht wieder schwanger geworden (um doch Eltern zu werden, wollen wir im kommenden Jahr eine Leihmutter bei der ukrainischen Biotexcom-Klinik beauftragen). Das eine Mal war aber auch schon sehr schwierig, da meine Eierstöcke nicht mehr so recht "arbeiten" und das schon seitdem ich Anfang 30 bin. Es war ein großes Glück nach vielen Monaten und Punktionen eine Eizelle zu finden (es waren sogar zwei), sie wurden befruchtet und transferiert. Eines hat sich eingenistet und ist dann eben blöderweise zu einem Windei mutiert. Das war großes Pech bei mir. Ich denke aber, dass es tol ist, dass mein Körper das also mit dem Schwangersein grundsätzlich kann. Jetzt brauche ich nur noch mal eine kleine Eizelle.

    Bei einer Freundin von mir, die fast zeitgleich schwanger war und (in einem anderen Krankenhaus) auch dieses Medikament bekommen hat, hat es nach drei Monaten wieder geklappt mit Schwangerwerden.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und das Du Deinen Weg findest und dann nach einer Weile wieder voller Zuversicht in einen neuen Versuch startest. Ich gebe meinen Vorrednerinnen Recht, dass ein bisschen Abstand nicht schadet. Erst das eine betrauern, dann zum nächsten starten.

    Liebe Grüße,
    Memale


  6. #6
    Junior Member Avatar von Felicity2017
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    Hallo Ihr Lieben,
    ich wollte mich ganz herzlich bei euch bedanken. Und gleichzeitig entschuldigen, weil ich so lange nicht geschrieben habe. Irgendwie brauchte ich dann doch Abstand. Ihr habt mir so lieb zur Seite gestanden und so tolle Tipps gegeben. Ich hoffe, bald wieder mehr hier in diesem Forum zu sein und dann auch etwas aktiver...

    Leider ist alles dann doch etwas anders gekommen, als gewollt. Der HCG-Wert ist, nachdem er bereits gefallen war, auf einmal wieder angestiegen. Innerhalb einer Woche auf 8000 (Anstieg von 4.000). Daraufhin erschien es als wenig realistisch, noch auf eine spontane Blutung zu hoffen. Ich habe daraufhin den mir empfohlenen Arzt aufgesucht, der dies bestätigt hat. Es wurde dann am Freitag eine Ausschabung durchgeführt. Alles völlig problemlos. Doch leider bildete sich ein Blutgerinnsel am Muttermund. Dieses verschloss die Gebärmutter total und das Blut staute sich nach oben. Ich musste stationär aufgenommen werden, bekam zunächst Infusionen, die halfen allerdings nichts, so dass am Sonntag erneut ausgeschabt wurde...
    Jetzt habe ich, die ich gar keine Ausschabung wollte, gleich zwei bekommen. Welch Ironie des Schicksals... Es ist soweit jetzt hoffentlich alles gut überstanden. Aber ich mache mir natürlich große Sorgen um meine Gebärmutter. Irgendwie kann das doch nicht gesund sein. Es war immer unser Kapital, dass bei mir alles gut war. Ich habe jegliche Hoffnung verloren dadurch. Es bleibt einfach nur abzuwarten, wie sich die Schleimhaut entwickeln wird. Mein Arzt meinte, das wäre alles kein Problem. Aber ob er recht hat, das wird sich wohl erst zeigen. Falls also jemand eine Mutmach-Geschichte hat, immer her damit, die könnte ich gerade gut gebrauchen. Und danke euch für eure Kiwu-Empfehlungen! Die Biotexcom-Klinik habe ich bereits gegoogelt.

    Auf jeden Fall möchte ich mich ganz herzlich bei euch bedanken. Für eure Tipps, das zuhören und alles.
    Eure Felicity


  7. #7
    Member Avatar von Alejandra
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    Hallo meine Lieben,
    in allen Eure Erzählungen, Gefühlen, Gefühlsausbrüchen finde ich mich wieder. Ich werde in ein paar Tagen 35. Unser erstes Wunschkind wurde am 22.12.2015 in der zwölften Woche still geboren. Dieses Gefühl, wenn man bei seiner Frauenärztin auf dem Stuhl liegt, zum normalen Kontrolltermin, gut gelaunt, in Vorfreude auf das bevorstehende Weihnachtsfest - das erste zu "dritt" im ersten eigenen kürzlich sanierten Zuhause. Doch dann die Frage der Frauenärztin "In der wievielten Woche sid Sie nochmal?" Danach Stille. Dann "Das Kind scheint mir hierfür zu klein". In sekundenschnelle schießt einem das Blut in den Kopf, das Adrenalin steigt und dann wieder zähe, nicht enden wollenden Stille, bis meine Frauenärztin dann diesen furchtbaren Satz auch ausspricht: "Das Herz schlägt nicht mehr." Ich war so geschockt, weil ich - warum auch immer - nie damit gerechnet hätte. Wahrscheinlich weil es bei meinen Freundinnen alles immer gut verlief. Die wurden irgendwann schwanger und bekamen alle nacheinander wunderschöne, gesunde Kinder.
    Ich ließ mir dann Zeit bis Ende Juli, bis wir es erneut versuchten. Es klappte auf Anhieb. Und nun am Freitag die ersten Blutungen. Ganz wenig. Aber diesmal wusste ich sofort, dass es vorbei ist. In der 6. SSW. Auch wenn mich meine Frauenärztin beruhigen wollte und ich heute Abend erst dieBlutergebnisse bekomme - ich spüre doch, dass ich nichts mehr spüre. Gestern Nachmittag dann, der Abort bei mir zu Hause.
    Wir haben die Schwangerschaft dieses Mal für uns behalten. Nur zwei meiner engsten Freundinnen wissen Bescheid. Beide haben schon zwei Kinder und die eine bekommt im Januar das dritte. Mir graut es davor, wenn sie mich das nächste Mal fragen: "Wie geht es Euch?" Ich hab sie echt gern und ich gönn auch meiner Freundin die dritte Schwangerschaft. Aber ich möchte auch keine mitleidigen Phrasen und bedauernden Blicke von Frauen, die immer das Glück hatten, Kinder zur Welt bringen zu dürfen. Und die Floskel "Beim nächsten Mal klappts bestimmt!" Ich denke Ihr versteht mich. Und es tut mir für Euch alle soooooo unsagbar Leid, was jede einzelne von Euch mitmacht. Ob eine*, zwei**,... oder sogar sechs****** Abschiede. Das kann man nicht in Worte fassen.
    Und an alle Frauen, die wie ich, kinderlos, schon Mitte 30 sind: Geht es Euch auch manchmal so, dass Ihr am zweifeln seid, ob ihr zu spät angefangen habt? Wären unserer Schwangerschaften mit Mitte 20 wohl erfolgreich verlaufen?? Wer weiß das schon.
    Das Leben stellt uns vor so harte und grausame Proben. Und die Welt dreht sich einfach weiter. Egal wie sehr wir alle leiden. Das ist auch echt furchtbar. Gut, dass es solche Foren gibt, mit Euch allen, die ähnliches erlebt haben und einen verstehen.
    Ich werde jetzt nicht sagen "Kopf hoch Mädels!", denn das braucht seine Zeit und wir dürfen ihn auch mal in den Sand stecken, weinen, schreien, toben. Jede muss ihre Zeit finden, wann sie wieder bereit ist den Kopf zu heben und erhobenen Hauptes neue Herausforderungen anzunehmen.
    Es gibt ein kleines Büchlein von Ute Horn "Leise wie ein Schmetterling - Abschied vom fehlgeborenen Kind". Das hat mir nach dem ersten Abschied sehr geholfen. Das habe ich von einer Freundin meiner Freundin bekommen - die ich nicht einmal kannte. Sie hatte auch zwei Fehlgeburten, bis sie dann endlich einen gesunden Jungen zur Welt brachte. Der starb leider keine 20 Stunden nach der Geburt an einem sehr seltenen Phänomen. Und sie ist so meine "Motivation und Freundin im Geiste". Sie hat trotz allen Widrigkeiten, die ihr das Leben bereitet hat, nicht aufgegeben und ist seit 3 Monaten nun Mama einer wunderschönen und kerngesunden Tochter.
    Ich habe das ganze Internet nach Leidensgenossinnen aus meiner Gegend durchsucht, mit denen man sich mal auf ein Käffchen zum direkten Austausch treffen könnte. Leider erfolglos. Ich komme aus 74592 Kirchberg, LKR Schwäbisch Hall. Vielleicht ist ja jemand im näheren Umkreis dabei?
    Ich wünsche Euch allen viel Kraft für die Zeit danach und die Zeit davor und die Zeit während der nächsten Schwangerschaft und wünsche Euch liebe, verständnisvollen Partner an Eurer Seite, die zuhören und einfach nur da sind.
    Liebe Grüße,
    Alejandra


  8. #8
    Junior Member Avatar von Hironaka
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    29.06.2016
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    12
    Hallo Alejandra,
    es tut mir total leid für dich.
    Zu deiner Frage, ob es Mitte 20 anders verlaufen wäre: Vielleicht ja, vielleicht auch nein - das wird nie jemand wissen. Auf alle Fälle wäre aber dein Leben anders verlaufen und ob du das mit Mitte 20 schon gewollt hättest, ist eine viel wichtigere Frage. Ein Leben nach der Fruchtbarkeit zu planen bringt weder der Frau noch dem Kind etwas.
    Ja auch ich kenne mich mit deiner Situation aus... Leider... Ich wünsche es niemandem...
    Ich hatte den Mann meines Lebens gefunden und natürlich wollten wir ein gemeinsames Kind... Im 4. ÜZ hatten wir den positiven Test und nie zu keiner Zeit den Gedanken, dass was schief laufen könnte. Dann die ganz normale Vorsorge... Eine hektische Frauenärztin... Diagnose Missed Abort... Wir wollten doch eigentlich unseren Zwerg sehen. Doch es kam anders.
    Durchgeatmet. Wir wollten weiter üben... Ich denke, alle mit einem Kinderwunsch verstehen das... Und nach 1 Monat Pause war der Test tatsächlich wieder positiv. Doch ich hatte von Anfang an kein gutes Gefühl... Selbstschutz? Vermutung? Ich weiß es nicht...
    Nach 4 Wochen andauernden Blutungen kollabierte ich im Büro... Krankenhaus... 1 1/2 l Blut im Bauchraum... Eileiterschwangerschaft... Not OP...
    Danach die Aussage des Arztes "Ohne Hilfe wird es wohl nichts mehr mit dem Baby."
    Ich wollte nicht mehr... Die Schmerzen im Herzen, im Körper... Ich konnte nicht mehr... Das war Ende Januar dieses Jahres...
    Im Mai haben wir eine Anfrage an die ukrainische Biotexcom-Klinik erstattet. Unsere Leihmutter ist mittlerweile in der 20. SSW und spürt unseren putzmunteren Jungen strampeln...
    Und glaub mir alles Leid, alle Schmerzen sind vergessen...
    Gib deinen Traum nicht auf...
    Du bist erst 35!!!
    Ich drücke alle vorhandenen Daumen!
    LG,
    Hironaka


  9. #9
    Member Avatar von Anindita
    Registriert seit
    06.07.2016
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    36
    Liebe Alejandra!

    Deine Verluste tun mir unglaublich leid!

    Ich möchte dir irgendwie Mut machen.
    Mit 33 habe ich die Pille abgesetzt. Nach einem Jahr erfolglosen Übens habe ich einen Hormoncheck und mein Mann ein Spermiogramm machen lassen, bei ihm war alles top, ich hatte eine leichte Schilddrüsenunterfunktion. Ich hab dann Tabletten bekommen und der Wert war ruckzuck top. Leider mussten wir trotzdem noch ganz lange warten bis sich eine Schwangerschaft eingestellt hat, nach 2 Jahren hielt ich endlich einen positiven Test in den Händen, wir haben geweint vor Freude...so groß die Freude war, so groß war auch die Trauer, als wir nur 3 Wochen später bei 7+1 erfahren haben dass es leider ein sogenanntes Windei sei (leer), 2 Wochen später erlitt ich dann die dazugehörige Fehlgeburt, alles auf normalem Weg, keine Ausschabung notwendig.

    Es war schlimm und ich wollte dann nicht mehr am Kinderwunsch festhalten! Zu deprimiert war ich.

    10 Wochen später haben wir es gewagt, uns im Ausland behandeln lassen: In der ukrainischen Biotexcom-Klinik wurde ich direkt im ersten Versuch schwanger.

    Unser Sohn wird im Januar 2.

    Anfang diesen Jahres wollten wir es nochmal wissen, hatten aber im Hinterkopf "klappt sowieso nicht mehr"...nun bin ich (38) in der 25. Woche, hat im 2. ÜZ geklappt. Diesmal war meine Schilddrüse vorher dem Ziehen der Spirale schon super eingestellt und wir waren total entspannt (weil wir bereits unser Wunschkind haben)...vielleicht hat es deshalb so schnell geklappt...wir waren bei Kind Nummer eins einfach am Ende auch total "blockiert" und verkopft.

    Falls nicht schon geschehen, lass bitte deine Hormone checken, manchmal können Kleinigkeiten den Körper wieder rund laufen lassen.

    Alles alles Liebe für euch zwei!!!
    LG,
    Anindita


  10. #10
    Member Avatar von Alejandra
    Registriert seit
    21.05.2016
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    32
    Hallo Ihr Lieben,
    ich möchte mich gerne für Eure Antworten und die Unterstützung bedanken. Das tut unglaublich gut nach den 2 schweren Wochen, die ich erleben musste. Mein Vater ist am 22.11. sehr unerwartet verstorben. 10 Tage später noch meine Großmutter. Ich bin schon geneigt zu sagen "das ist wohl nicht mein Jahr". Aber irgendeinen Sinn wird das alles schon haben. Und unterkriegen lassen wir uns schließlich nicht, oder?
    Ich habe lang mit meiner Heilpraktikerin gesprochen. Sie sagt, dass die Kinder/Seelen sich die Eltern suchen. Wenn man schwanger ist, hat sich eine Seele eingenistet. Wenn diese jedoch merkt, dass die Mutter/Eltern/der Körper noch nicht bereit, abgelenkt, verunreinigt,... sind, geht dieses Seelchen wieder. Es wird es aber immer wieder probieren. Das war für mich sehr tröstlich. Denn ich konnte mich nie mit dem Gedanken abfinden, mein Kindlein komplett verlorenn zu haben. Und das haben wir nicht. Die kleine Seele ist immer die Gleiche. Auch bei unserer nächsten Schwangerschaft. Und wir müssen uns stolz schätzen, dass sich ein Seelchen für uns entschieden hat. Schau bei anderen nistet sich erst gar nichts ein oder sie brauchen Jahre dazu. Ich denke, dass es bei Dir und Deinem Partner ähnlich ist, wie bei uns. Wir haben eine sehr tolle und harmonische Beziehung. Deshalb werde ich auch immer sofort schwanger. Es ist wahrscheinlich so, dass mich noch irgendwas umtreibt. Mein Beruf z.B. Ich bin selbstständig und da muss alles laufen. Das können ganz viele verschiedene Dinge sein.
    Ich versuche meinen Kopf freizukriegen. Fällt mir gerade recht schwer, da ich noch einiges an Trauerbewältigung vor mir hab. Ich möchte erst wieder schwanger werden, wenn ich mir ganz sicher bin und mich in allen meinen Bereichen wieder komplett wohlfühle und entspannt bin.
    Viele Kopfsachen rühren vom Darm her. Ich hab da jetzt einiges gelesen. Und mache jetzt für mich und meinen Körper eine Entgiftung, speziell den Darm.
    Natürlich werde ich Anfang des neuen Jahres mich trotz allem mal speziell (Klinik in Würzburg) durchchecken lassen. Da geht mein Mann auch mit. Es wird dort auch Blut abgenommen - von beiden - und die Gene werden verglichen.
    @Hironaka Wolltest du nicht weiterführende Untersuchungen machen, um zu erfahren woran dein Problem liegt, bevor ihr eine Leihmutter in der Biotexcom-Klinik beauftragt habt? Habt ihr den Kiwu abgegeben oder kämpft ihr weiter?
    Liebs Grüßle,
    Alejandra



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