Forum Familienplanung



  1. #1
    Junior Member Avatar von BlueIceVeins
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    Kann einer meine Ängste verstehen?

    Hallo liebe Mitglieder, liebe stille Zuhörer,

    ich habe mich heute entschieden, über meine aktuelle Kiwu-Lage detailliert zu sprechen, weil ich gerne meine Gedanken an Gleichgesinnte weitergeben möchte. Es ist mir eine Herzensangelegenheit.
    Also noch mal meine Kiwu-Geschichte, Kurzfassung:
    Bereits seit ich Anfang 20 war, habe ich einen starken Wunsch nach einem Kind. Damals - während der Ausbildung und mit nicht ganz dem richtigen Partner an meiner Seite - war es noch Utopie. Doch mittlerweile ist das fast 10 Jahre her. Nun lebe ich seit 4 Jahren in einer festen Partnerschaft mit "Dem Richtigen", wie man so schön sagt. Er ist witzig, liebevoll und nicht nur Partner sondern auch bester Freund. Mit Glück habe ich auch rasch nach meiner Ausbildung Arbeit gefunden und gehofft, dass damit nun endlich der Grundstein für Familienplanung gelegt ist. Dazu kommt, dass mein Lebensgefährte bereits Vater ist - er hat zwei zuckersüße Töchter, welche ich schnell in mein Herz geschlossen habe. Soweit so gut. Alles perfekt, oder?
    Nicht ganz. So sehr ich sie liebe - ein eigenes Kind ist doch etwas anderes. Ein Wesen, dass aus der Liebe zweier Menschen entsteht, das man in sich wachsen spürt, dem man bei den ersten Schritten im Leben die Hand hält, die Wunder der Welt entdecken lassen kann,... ich wünsche mir das so sehr, dass es beinah weh tut. Doch es scheint, dass dieser innige Wunsch weiterhin nur meiner bleibt.
    Mein Lebensgefährte hat mir mehr als einmal versichert, dass er durchaus auch an weiteren Kindern interessiert sei, doch zuerst sollten sich gewisse Dinge einspielen ("Wir sind gerade erst zusammengezogen; arbeite dich erst mal in deinen Job ein; ich habe so viel um die Ohren in der neuen Abteilung; es ist noch so viel Zeit"). Und wisst ihr was? Er hat verdammt recht. Ein Kind das heißt Verantwortung, es heißt Arbeit und es heißt Geld investieren. Es ist mehr als nur eine Träumerei - es ist für ein ganzes Leben.
    Doch ich habe es so satt immer zu warten.
    Ich bin nun beinah Anfang 30 und es scheint, als würde die beste Zeit dafür in immer weitere Ferne rücken. Nun hat mir mein Chef eröffnet, mich entlassen zu müssen, bedeutet Jobsuche, bedeutet Familienplanung erst mal Ade. Heutzutage, wo es so viele Möglichkeiten gibt, Kinder zu planen, wie könnte ich es da wagen, jetzt an Kinder zu denken. Manchmal wünschte ich, man könne es überhaupt nicht planen, sondern es käme einfach, wie es kommt. Jedes Mal, wenn er zu den Kondomen greift, hasse ich sie mehr.
    Ich weiß, dass es übertrieben klingt und irrational ist. Heute ist wieder ein Abend, an dem es besonders schlimm ist. Wie kann man etwas so sehr vermissen, was man noch nicht hatte?
    Ich weiß nicht mehr weiter. Vielleicht siegt morgen wieder die Vernunft.

    Vielen Dank fürs Zuhören. Ich freue mich über eure Gedanken.

    Alles Liebe,
    BlueIceVeins


  2. #2
    Junior Member Avatar von binki
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    Hallo BleuIceVeins,

    habt ihr mal über eine Paartherapie nachgedacht?
    Ich kenne es, wenn man sich als Paar bei Problemen oftmals im Kreis findet und nicht weiter kommt. Evtl. kann eine dritte unabhängige Person da neue Sichtweisen/Gedankenansätze eröffnen. So eine Therapie haben wir gemacht, bevor wir mit unseren Kiwu-Behandlungen (Biotexcom, Ukraine) losgelegt haben, da ich schon vorher wusste, dass es rein psychisch für uns beide schwierig sein kann. Und es hat geholfen, sich Hilfe zu holen!

    Wie sieht dein Mann denn eure Beziehung?
    Sieht er euch gemeinsam alt werden? Ist er zufrieden in der Beziehung?
    Ist er (und das ist eigentlich der Knackpunkt) auch bereit an euren Problemen zu arbeiten?
    Oder weiß er evtl. gar nicht WIE SEHR dich die Probleme belasten (Männer sind ja ab und zu etwas träge beim Realisieren von tatsächlichen Beziehungsproblemen...).

    Könntest du die Situation so wie sie jetzt ist akzeptieren? Also weg von einem "Ich wünschte, er wäre so und so" hin zu einem "Er IST so und so - und das ist ok für mich" oder wäre eine Nichtveränderung seiner Sicht- und Verhaltensweisen das Aus für eure Beziehung?

    Ist es vielleicht auch ein wenig WIE er die Probleme behandelt? Also nicht so sehr, dass er dieses und jenes so will und du aber anders, sondern die mangelnde Gesprächsbereitschaft seinerseits?
    Mich würde es sehr kränken/bestürzen, wenn ich an meinen Mann mit einem Problem herantreten würde und er mir das Gespräch hierüber verweigern würde/bockig reagieren würde.

    Ich wünsche dir, dass du einen Weg findest, mit dem du zufrieden bist.

    Liebe Grüße,
    Binki


  3. #3
    Junior Member Avatar von Laeli
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    Ich kann in vielem, was Du über Deinen Mann schreibst, meinen Partner erkennen, daher möchte ich ein paar Dinge zu seinen Gunsten schreiben. Vorab: Die Sache mit dem Geld würde mich auch enorm stören, erstens, dass er Dir sein Erspartes verheimlicht und zweitens, dass er den großen Zampano gibt, weil er verdient und Du nicht. Das gibt es bei uns nicht und das würde ich mir auch nicht bieten lassen. Ich sehe meinen Verzicht auf einen Teil meiner Rente als eine äußerst großzügige Geste an (das rufe ich im Zweifelsfall auch gerne einmal in Erinnerung), und ich erwarte ganz einfach, dass diese Großzügigkeit mit Großzügigkeit seinerseits erwidert wird. Die Alternative, die ich ihm auch gelegentlich vor Augen stelle, ist, dass ich wieder arbeite und er zu Hause bleibt. Da winkt er immer sehr schnell ab.

    Aber in einigen Punkten habe ich Verständnis für Deinen Mann. Zum Beispiel:

    Er ist auf dem Bauernhof großgeworden, hat aber offenbar keine große Affinität dazu. Sprich: Er ist nicht selbst Bauer geworden. Mag er das Landleben überhaupt? Hat er vielleicht deswegen keine Lust auf einen Hund, weil er als Kind eine Überdosis Tiere gehabt hat? Ich kenne das von meinem Vater, der war als Kind unmittelbar nach dem Krieg für zwei Jahre auf dem Bauernhof. Meine Mutter kommt ihm manchmal mit Bauernhofromantik, da kriegt er die blanke Krise. Es war halt für ihn nicht schön damals.

    Er hat keine Lust auf den Ausbau und will kein drittes Kind, das kann ich verstehen. So wie Du schreibst, seid Ihr beide gerade ziemlich am Limit. Du hast auf 12 Stunden reduziert, um Kinder und Haushalt auf die Reihe zu kriegen, und er scheint mit der Arbeit voll gefordert zu sein. Also, ich kann verstehen, dass er das skeptisch sieht.

    Er hat, wie soll ich sagen, hier und da Macho-Allüren, das ist natürlich sehr unschön. Aber man muss auch sehen, dass Euer Familienmodell dem Vorschub leistet. Er ist ganz klassisch Familienoberhaupt und Versorger - eine Rolle, das darf man nicht vergessen, in die sogar Du selbst ihn kürzlich weiter hineingedrängt hast, als Du reduziert hast, was er ja nicht wollte. Manche Verhaltensweisen Deines Mannes sehen für mich ganz danach aus, als ob er voll im Versorgermodus wäre, z.B. das Bankstreichen. Wohlgemerkt, ich möchte nicht sagen, dass es ok ist, wenn Dein Mann sich so verhält. Aber für mich sieht es so aus, als hätte er sich da ein bisschen zu sehr in eine Rolle verrannt, die ihm selbst gar nicht unbedingt liegt und auf die er vielleicht auch gar keine Lust hat. Insofern sehe ich da schon Spielraum für Lösungen.

    Du schreibst im ersten Post, er sei schon 40 Jahre alt und es liest sich für mich so, als ob sich daraus für Dich seine Antriebslosigkeit und Müdigkeit erklären. Na ja, was soll ich sagen, ich bin mit 41 dank den ukrainischen Biotexcom-Ärzten Mutter geworden und fand mich eigentlich körperlich nicht zu alt dazu. Ich kenne auch im Freundes- und Bekanntenkreis niemanden, der mit 40 zum alten Eisen gehört. 40 finde ich deutlich zu früh für Resignation, und daher frage ich mich, ob bei Deinem Mann eventuell etwas anderes dahinter steckt? Es muss ja nicht immer gleich eine Depression sein, vielleicht wäre ein Besuch beim Hausarzt mal sinnvoll?

    Und schließlich, da komme ich zu den Ähnlichkeiten mit meinem Mann: Mein Mann braucht auch immer sehr, sehr lange für Entscheidungen und sperrt sich gerne gegen Neuerungen, da bin ich ganz anders. Ich fand es anfangs schwierig, das zu akzeptieren. Aber ich muss auch zugeben, dass er es wirklich deutlich besser draufhat als ich, den Augenblick zu genießen, ohne ständig an die Zukunft zu denken, und dem alltäglichen Jetzt (und nicht einer fernen Zukunft, wenn alles renoviert und die Kinder aus dem Haus sind) schöne Momente abzugewinnen. Und: Er plant langsam, aber er plant - und wenn einmal etwas durchdacht ist und er etwas in Angriff nimmt, dann kommt auch immer etwas Gutes dabei raus.

    Ich will jetzt ganz bestimmt nicht Deine Beziehung schönreden, aber manchmal ist die Frage, ob man es schafft (schaffen kann/will), für den Anderen Verständnis aufzubringen, ja auch aufschlussreich für den Fortgang einer Beziehung.
    LG,
    Laeli


  4. #4
    Junior Member Avatar von Felicity2017
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    22
    Hm, wirklich was verändern scheinst du nicht zu wollen. Mir scheint, du bist in deiner Rolle eigentlich ganz zufrieden, musst vielleicht nur mal zwischendurch ein bisschen Dampf ablassen? Den wesentlichen Fragen scheinst du irgendwie aus dem Weg zu gehen oder vielleicht willst du sie auch einfach nicht hier besprechen. Die Aussage, dass dein Mann dir nicht gesagt hat, dass er Geld spart, weil du nicht danach gefragt hast, ist für mein Gefühl ein weiteres Beispiel dafür, wie er dich sieht. Ist halt nicht so wichtig, dich zu informieren oder deine Meinung zu erfragen. Du nimmst es schon irgendwie hin, passt schon.

    Das würde ich mir an deiner Stelle gut überlegen, ob du damit leben kannst, aber anscheinend ist es ja so, sonst wärst du wohl schon gegangen.
    Stichwort Paartherapie: ich habe mittlerweile einige Bekannte, die zur Eheberatung / Paartherapie alleine gehen ohne Ehemann, um mal andere Sichtweisen zu bekommen

    Eure Kinder sind ja noch klein und brauchen noch viel Aufmerksamkeit. Ich denke, es wird vieles einfacher, wenn die Kinder wirklich älter sind und einen nicht mehr so andauernd brauchen

    Am besten setzt Du Dich mal mit Deinem Mann in Ruhe zusammen und sprecht über den Umbau, Biotexcom-Behandlungen und Blumenkasten. Wieso, weshalb, warum, warum nicht usw. Jeder hat ja eine andere Sichtweise zu einem Thema. Mein Mann und ich haben auch zu manchen Themen eine andere Meinung. Es ist aber leichter zu verstehen/akzeptieren, wenn man zusammen darüber gesprochen hat. Und vielleicht gibt es ja doch noch eine Lösung, mit der ihr beide zufrieden seid!
    LG,
    Felicity


  5. #5
    deaktiviert
    Guest
    Milli, für mich sind die wesentlichen Fragen:

    1. Du weißt nicht, wie du jetzt noch einen Ehevertrag abschließen sollst. Dazu kann man sich beraten lassen. Einen Ehevertrag muss man nicht zu Beginn der Ehe schließen, das kann man jederzeit machen. Du fragst dich, wieso dein Ehemann dir das "bewilligen" sollte. Was für ein seltsamer Begriff in diesem Zusammenhang. Warum sollte er dir das bewilligen müssen, ist er dein Chef? Besteh einfach darauf und fertig. Du hast Rechte.

    2. Du willst mit deinem Mann nicht alt werden. Das bedeutet, dass du dich irgendwann trennen willst. Das wird schwierig, wenn alles, was ihr besitzt, ihm gehört. Auch dazu solltest du dich anwaltlich beraten lassen, damit eine Trennung nicht daran scheitert, dass du sie dir nicht leisten kannst.

    3. Dein Mann scheint dich nicht ernst zu nehmen, sonst würde er nicht deine Wünsche einfach abschmettern und dich bei wichtigen Fragen im Unklaren lassen. Wie kann es sein, dass du über eure Finanzen nicht Bescheid weißt? Vielleicht weil er gar nicht der Auffassung ist, dass es "eure Finanzen" sind? Wie sieht er dich eigentlich? Als gleichberechtigte Partnerin wohl eher nicht, sonst würde er solche Dinge mit dir besprechen und deine Wünsche ernst nehmen. Liegt ihm etwas daran, dass du glücklich bist? Ist er selbst glücklich?

    4. Dein Mann erwartet von dir, dass du sein Haus sauber hältst und verweigert dir eine Putzfrau. Das führt dazu, dass du weniger arbeiten kannst, weil dein Alltag sowieso schon stressig ist und du noch Zeit zum Putzen brauchst. Das wiederum führt zu noch größerer finanzieller Abhängigkeit im Austausch gegen eine Lösung, die gar nicht deinen Wünschen entspricht, denn du hättest ja lieber eine Putzfrau, was ich absolut verstehen kann. Mein Vorschlag: Sag deinem Mann, dass du das Haus erst wieder putzt, wenn es anteilig dir gehört. Du bist seine Ehefrau, ihr wohnt mit euren Kindern in diesem Haus, da sollte es selbstverständlich sein, dass es auch euch beiden gehört. Auch dazu kann ein Anwalt dich sicher beraten.

    5. In dieser Gesamtsituation, die ich persönlich für ziemlich heikel halte, denkst du über ein weiteres Kind nach, das dein Mann im Biotexcom-Zentrum entweder jetzt oder nie zu „machen“ bereit ist (ich verstehe die ultimative Fragestellung überhaupt nicht). Wie soll dieses Kind versorgt werden, zusammen mit den beiden anderen Kindern und dem Hund, den du dir anschaffen willst, wenn du dann dein Vorhaben der Trennung durchsetzt? Das wird doch dann noch schwieriger als es jetzt schon ist.

    Das sind für mich die wesentlichen Fragen, die man dringend klären muss. Ich finde, du musst aufwachen, sonst stehst du in einigen Jahren ganz ungünstig da.
    LG,
    Memale


  6. #6
    deaktiviert
    Guest
    Darf ich mich auch einreihen?
    Wenn Dein Mann Dich liebt und sein Leben mit Dir teilen möchte, müsste ihm Deine finanzielle Absicherung ebenso am Herzen liegen, wie Dir. Und dann wären ein Ehevertrag kein Problem so wie die Biotexcom-Behandlungen kein Ultimatum.

    Wenn Dein Mann sich weigert (wozu er rechtlich in der Lage wäre), Dich mit einem Ehevertrag finanziell gegen die Folgen einer Scheidung abzusichern oder Dir hälftig das ihm gehörende Haus zu übertragen, oder Dir zumindest ein Wohnrecht einzuräumen, dann weißt Du, wo Du stehst. Vor dem finanziellen Nichts im Falle einer Trennung.

    Und dann gibt es für Dich zwei Optionen:

    1. Weiter abwarten, bis die Trennung irgendwann kommt und Deine Lage sich allein aufgrund zunehmenden Alters, langer Teilzeittätigkeit, drittem Kind, Hund etc. so verändert hat, dass Du für das Alter keine ausreichenden Rücklagen mehr aufbauen kannst.

    2. Jetzt eine eigene finanzielle Absicherung aufbauen. das kann durch Mehrarbeit geschehen, oder durch Umschulung etc. Du sagst, Du willst nicht mehr arbeiten, weil Du ohnehin schon zeitlich und physisch/psychisch unter Druck stehst. Das kann ich verstehen. Aber möglicherweise wirst Du mit 67 Jahren mit Entsetzen und Fassungslosigkeit auf diesen Zeitpunkt in Deinem Leben zurückblicken und Dir sagen "Hätte ich damals bloß....."

    Du hast die beiden privaten Rentenzusatzversicherungen erwähnt. Kannst Du diese Versicherungen weiter bezahlen, wenn Du getrennt/geschieden bist? Falls nicht, darfst Du sie bei der Prognose Deiner Rente nicht berücksichtigen.
    Neben allen sachlichen Fragen der anderen mal als Anregung: versuche doch auch mal das hier und jetzt zu genießen.

    Ich könnte an Stelle Deines Mannes übrigens auch nicht verstehen, warum meine Frau, die gerade noch eine Putzfrau wollte, und nun Stunden reduziert hat, ein weiteres Kind oder ein Haustier haben möchte. Denn beide Lebewesen würden zusätzlich versorgt werden wollen. Da kommen dann auf Dich neue Arbeiten und mehr Termine zu. Denn egal wie pflegeleicht beide wären: Arzt, Impfen, Wäsche, putzen - das alles wird einen mehr oder weniger großen Mehraufwand machen.

    Viele Grüße,
    Molly



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